aber …
Hallo Du,
es gibt Menschen, die haben für alles ein „aber“,
bei denen steht der Verstand nicht still,
sie sind überkritisch,
sie wollen nicht glauben und können nicht vertrauen,
sie sind ängstlich,
sie wissen alles besser oder glauben es zumindest.
Nichts ist ihnen genug.
Sie schränken andere ein
und überheben sich über sie, ohne es zu bemerken.
Sie konzentrieren sich auf Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten,
und verlieren dabei das Ganze aus den Augen.
Warum nur?
Es geht doch vorrangig immer um das Wesen,
um den Geist oder den Sinn einer Sache,
eines Menschen oder einer Gemeinschaft.
Nur weil wir es noch nicht verstehen können,
muss es doch nicht falsch sein.
Es geht doch gar nicht darum,
dass wir perfekt planen oder gar sind,
sondern allein darum,
dass wir achten und würdigen, aufbauen und danken.
Es geht nicht darum, dass wir einschränken,
weder uns selbst noch andere,
sondern darum, dass wir uns öffnen und weiten für das Gute,
dass wir es annehmen und leben, dass wir es schaffen und geben,
ohne wenn und aber,
im Vertrauen darauf, dass es gut ist, wie es ist,
dass es gut wird, weil wir unser Bestes geben,
wie gut auch immer es gerade ist.
Wir alle brauchen Geduld für unser Wachstum.
Wir alle brauchen Vertrauen in unsere Fähigkeiten.
Nur der unerschütterliche Glaube daran,
die Gewissheit, dass Gott uns befähigt hat, um ihn zu verherrlichen,
die Gewissheit, dass Gott in uns ist und uns führt,
lässt uns über uns hinauswachsen,
lässt Gott in uns und durch uns wirken.
Mein „aber“ hemmt mich und unterdrückt ihn,
aber ohne „aber“ bin ich frei zu tun oder zu lassen,
ihn durch mich tun zu lassen.
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Abgeben
Hallo Du,
ich habe zu viel, viel zu viel.
Die Schränke sind zu klein, und die Sorgen zu groß.
Ich habe zu viel um die Ohren und zu viel im Kopf.
Alles ruft mich, alles braucht mich, alles fordert mich.
Meine Gedanken huschen von hier nach da
und wollen überall gleichzeitig sein.
Sie werden hin und her gezerrt.
Ich werde von ihnen hin und her gezerrt.
Sie versuchen alles zu berücksichtigen,
mit Zeit, Ordnung, Zuwendung und Liebe,
doch letztlich bleibt für alles nur wenig.
Die Menschen, Dinge und Situationen um mich herum
wollen und sollten mich erfreuen,
doch es gelingt ihnen nicht.
Ich sollte mich auf ihre Schönheit besinnen
und auch auf die Liebe und die Kraft, die Gott dort hineingelegt hat;
an die Inspiration, die es ermöglicht hat,
an das verdiente Brot, das Menschen ernährt hat,
an das fröhliche Lachen der Kinder, das es ermöglicht hat.
Aber ich lasse mich hin und her ziehen.
Es ist der Fluch des eigenen Wollens,
des ‚Haben wollens’ und ‚Sein wollens’.
Jetzt habe ich es und es bindet mich.
Ich habe keine Muße und keine Freude mehr damit.
Es aufzugeben und abzugeben, wäre mir zu schade,
denn ich könnte es vielleicht doch noch einmal brauchen.
Wenn ich irgendwann einmal Zeit habe,
könnte ich mich doch noch daran erfreuen.
Und in meinem selbstgemachten Stress erkenne ich,
dass ich mich im Grunde genommen selbst treibe.
Ich habe zu viel, viel zu viel.
Ich habe mehr als ich tragen und vertragen kann.
Ich habe viel zu viel im Kopf und um die Ohren.
Ich habe zu viel am Hals.
Wahrscheinlich wird es mir erst dann besser gehen,
wenn ich so manches abgebe,
wenn ich mich einschränke und entlaste,
wenn ich mich erleichtere und mein Leben leichter gestalte,
wenn ich mich von Dingen und Gedanken gelöst und unabhängig gemacht habe,
wenn ich meine Vergangenheit hinter mir lasse und neu beginne,
wenn ich aufgebe und loslasse, abgebe und weggebe, was ich nicht mehr brauche.
Glücklich sind die, die arm sind, denn sie haben nicht viel, was sie bindet.
Sie erfreuen sich an dem, was ihnen täglich neu gegeben wird.
Sie genießen das Vorübergehende und freuen sich auf das Kommende.
Sie atmen ein uns wieder aus. Dazwischen erleben sie.
Sie machen immer wieder Platz für Neues und wachsen damit weiter.
Besitz ist gehabte Freude, konservierte Vergangenheit.
Leben ist sich immer wieder erneuernde Freude,
bewegte und bewegende Freude,
spontane und unerwartete Freude,
entdecken, staunen, annehmen und durchleben,
abgeben und weitergeben.
Es geht gar nicht darum, viel zu haben,
sondern darum, davon reichlich abzugeben.
Nicht Haben macht dauerhaft glücklich, sondern Geben.
Es geht nicht um die Dinge selbst,
sondern um das, was mit ihnen gemacht wird.
Eine verschenkte Rose bleibt nur eine Rose,
aber die Geste des Schenkens hat Bedeutung,
aus ihr sprechen Liebe, Zuneigung und Achtung,
aus ihr sprechen meine Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung für die Menschen,
die ich beschenke, in deren Nähe ich mich wohl fühle, die ich mag.
Wir alle hätten viel mehr Freude,
wenn wir immer wieder beschenkt würden
und immer wieder andere mit dem beschenken würden,
was wir haben – und nicht mehr brauchen,
weil es in uns seinen Zweck erfüllt hat.
Es hat uns gelehrt, uns zu freuen und dankbar zu sein,
es hat uns offen und großzügig gemacht,
es hat uns gezeigt, wie liebevolle Zuwendung uns verändert.
Es geht nicht um das Geschenk, sondern um die Botschaft,
um das erkannt und beachtet werden,
um das einbezogen und gewürdigt werden,
um die Gemeinsamkeit, die damit begründet wird.
Geben ist seliger als Nehmen.
Mit dieser Erkenntnis verändern sich meine Gebete:
Vater ich gebe mich dir.
Nehme du mich an und mache aus mir, was ich sein sollte.
Ich gebe dir und anderen, was ich habe.
Ich gebe von dem Überfluss,
den du mir zur Freude und zum Geben gegeben hast.
Ich gebe deine Liebe und Güte gerne und reichlich weiter,
und erkenne dabei, dass sie nicht weniger werden.
Sie werden sogar mehr, und das ist für mich unbegreiflich.
Je weniger ich habe, desto mehr kann ich geben,
denn desto mehr kannst du mir geben.
Je mehr Zeit ich für dich habe und mit dir verbringe,
desto mehr Zeit habe ich für andere,
weil so manches zeitraubende unwichtig wird.
Ich möchte auch von dem geben, von dem ich nicht viel habe,
damit es mehr wird.
Ich selbst brauche nicht viel - im Grunde brauche ich nur dich,
denn du gibst mir, was ich wirklich brauche.
Arme Menschen sind oft offen, lebensfroh und großzügig,
weil sie eine andere Lebenseinstellung haben.
Wer wenig hat, kann es sich nicht leisten, viel aufzuheben
und daher kann er auch nicht viel verlieren.
Himmlischer Vater,
lasse mich verlieren, damit ich gewinnen kann.
Nehme von mir, damit ich geben kann.
Konzentriere mich ganz auf dich,
damit du in mir stark wirst und überfließt,
damit viele dich und mir finden und kennenlernen,
damit viele deine Ruhe und deinen Frieden finden,
damit sie zu dir finden.
Amen
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Abhängigkeit macht unglücklich
Hallo Du,
oft glauben wir,
unser Glück sei von etwas abhängig,
was wir gerne hätten,
oder von etwas,
was wir bereits haben,
aber nicht verlieren wollen.
Wir machen uns und unser Lebensglück von diesem Etwas abhängig.
Wir wählen diese Abhängigkeit selbst, um etwas zu bekommen oder zu erhalten.
Wir investieren viel Zeit in diese gedankliche Vorstellung
und bestimmen dadurch nachhaltig unsere Gefühle.
Wir klammern uns an die Hoffnung, den Wunsch oder die Illusion,
etwas zu brauchen, etwas haben und sein zu wollen,
was uns Halt und Erfüllung gibt, was uns Aufgabe und Bedeutung gibt,
z.B. wichtig, angesehen und bedeutend zu sein;
respektiert, geliebt und geschätzt zu werden.
Wir klammern uns an eine bestimmte Sache oder an einzelne Menschen,
weil wir glauben, nein, weil wir uns selbst eingeredet haben
und deshalb der festen Überzeugung sind,
dass wir ohne sie oder ohne ihn nicht angemessen leben
oder nicht wirklich glücklich sein können.
Damit verbunden suchen wir ein bequemes, andauerndes Glück,
das es nicht gibt und das es auch nicht geben kann und sollte.
Wir hängen unser Lebensbild an einen Wunsch- und Illusionsnagel,
den wir gefühlsmäßig als entscheidenden Halt für uns festlegen
und hängen uns gedanklich und emotional daran auf,
bis wir selbst glauben, keinen anderen Halt mehr zu haben.
Und doch ahnen wir, dass dieser Halt trügerisch ist,
weil es diesen Nagel ja in Wirklichkeit gar nicht gibt,
weil er eine willkürliche Festlegung darstellt,
weil er unser Sein an äußere Bedingungen und Einflüsse knüpfen würde,
weil wir uns über eine ‚Wenn-dann-Beziehung abhängig machen würden,
weil wir uns dadurch unfrei machen und unsere Souveränität aufgeben würden.
Wir wenden immer wieder viel Kraft und Energie dafür auf,
um den steilen Berg zum kurzen Glück zu ersteigen,
um zu einem Gefühl von Lust, Vergnügen und Zufriedenheit,
von Erregung, Nervenkitzel und Entspannung zu kommen,
dem wir uns hingeben wollen,
das wir genießen und erhalten wollen;
und doch rutschen wir immer wieder
den steilen Abhang der Abhängigkeit hinunter
und erleben die Flüchtigkeit dieses Glücks;
wir erleben die Kehrseite dieser Abhängigkeit, nämlich
die Nervosität, Unruhe und Anspannung,
die Bedrohung, Angst, Enttäuschung und Leere,
die die Abhängigkeit in uns bewirkt und immer wieder hervorruft.
Je länger wir von dieser Abhängigkeit abhängen,
desto leerer, mürber und brüchiger werden wir,
desto geringer wird unser Selbstwert
und desto weniger sind wir wir selbst.
Wir sind unglücklich, wenn wir das Ersehnte nicht haben,
aber wir sind auch unglücklich, wenn wir es haben
und doch wieder verlieren könnten.
Hallo Du,
wir brauchen keinen äußeren Notnagel, keine äußere Stütze,
keine Abhängigkeit von Zeit, Geld, Besitz, Eitelkeit und Wichtigkeit,
von menschlicher Zuwendung und Belohnung
oder von sonst einer Selbst- oder Ersatzbefriedigung, um glücklich zu sein,
denn unsere Bedeutung liegt in unserem gottgewollten Sein,
darin, dass wir leben und dass wir sind,
in dem, was wir als Schätze in uns tragen
und in dem, was jeder als seine Lebensaufgabe hat.
Unsere Bedeutung kommt von Innen, aus uns selbst heraus, von Gott.
Sie gibt uns den Halt, den wir brauchen und das Glück, das wir suchen.
Das allein gibt uns die Freiheit, frei zu entscheiden und zu lieben,
uns vorübergehend zu verschenken, uns vorübergehend abhängig zu machen
und uns auch wieder zurückzunehmen und weiterzugehen.
Wir haben das gewisse Etwas,
uns selbst und das Göttliche in uns, immer bei uns;
es ist uns immer verfügbar und es ist die Grundlage unseres Lebensglücks.
Auch wenn wir äußeren Bedingungen und eigenen Wünschen ausgesetzt sind,
wir sind nicht von ihnen abhängig
und wir sollten uns auch nicht von ihnen abhängig machen,
denn nur Freiheit und Unabhängigkeit geben uns Bedeutung und Würde;
sie geben uns Ausstrahlung, Ausgeglichenheit, inneren Frieden und wirkliches Glück.
Ablehnung
Hallo Du,
von einem geliebten Menschen abgelehnt zu werden,
ist schlimm, schmerzlich und verletzend,
aber unsere Reaktion darauf hat mehr
mit unseren eigenen Einstellungen und Gefühlen zu tun,
als mit denen, des anderen,
denn der kann tun und lassen, was er für richtig hält,
auch wenn es uns nicht gefällt,
auch wenn wir es nicht für richtig halten,
denn er muss es auch selbst verantworten.
Sind wir noch das kleine Kind,
das tatsächlich auf seine Eltern angewiesen ist
und das existenzielle Angst davor hat,
abgelehnt und verlassen zu werden?
Sind wir nicht vielmehr erwachsen
und selbstbewusst genug,
weiterzugehen und uns selbst zu helfen?
Oft hat die Ablehnung gar nichts mit uns selbst zu tun,
sondern sie kommt aus der versteckten Selbstablehnung des anderen.
Aber selbst wenn Teile von uns für andere belastend sind,
wenn sie für andere nicht länger zu ertragen sind,
weil wir selbst nicht an uns gearbeitet
und uns nicht weiterentwickelt haben,
werden wir doch nicht als Mensch abgelehnt,
wird doch nicht unser einmaliges Wesen zurückgewiesen,
wird doch nicht unser Leben vernichtet.
Wir wollen das nur glauben,
um das Ausmaß unserer Verletzung zu zeigen,
um dem anderen böse zu sein
und ihn auch ablehnen zu können.
Aber damit schaden und verletzen wir uns selbst!
Wir halten uns weiterhin durch Zweifel
und negative Selbstgespräche klein,
verunsichern uns selbst und erzeugen
bzw. bestätigen damit unsere Hemmungen.
Solange wir schlecht von uns denken,
solange wir uns selbst kritisieren,
solange wir uns selbst nicht leiden können,
solange haben wir auch Angst davor,
dass andere uns nicht leiden können und ablehnen.
Wir legen anderen das Urteil über uns in den Mund,
das wir über uns selbst gefällt haben.
So, wie wir von uns selbst denken,
glauben wir, dass andere auch über uns denken.
Wir müssen aufpassen,
dass wir durch unser subjektives Gefühl, abgelehnt zu werden,
nicht selbst auf die schiefe Bahn geraten
und uns selbst die Freude und Herzensfreiheit rauben
und so jede Beziehungsfähigkeit in uns abtöten.
Es hilft uns nicht weiter und es zerstört uns,
wenn wir dadurch unser Selbstwertgefühl verlieren oder es übertreiben,
wenn wir Ängste, Menschenfurcht, Isolation und Introvertiertheit zulassen,
wenn wir uns Anerkennung „erkaufen“ wollen,
wenn wir Schutzmauern um uns errichten,
verschlossen werden oder Masken zur Schau stellen,
wenn wir in Grübeleien, Zweifel, Trägheit oder Reaktion verfallen,
wenn wir in Selbstmitleid, Bitterkeit, Haltlosigkeit,
Hoffnungslosigkeit und Depression untergehen,
wenn wir aufgeben und weglaufen,
wenn wir in unserer Ohnmacht, unserer Wut, unserem Jähzorn
und unserem Hass unseren Aggressionen freien Lauf lassen,
wenn wir in Härte, Eigensinn, Stolz und Rechthaberei
unsere Übersicht und Kompromissfähigkeit verlieren,
wenn wir andere ablehnen, über sie herziehen, ihnen Misstrauen,
respektlos zu ihnen sind, sie manipulieren und kontrollieren,
wenn wir zu Selbstverteidigung sowie Anklage und Kritiksucht greifen,
wenn wir uns mit Neid, Eifersucht,
gegenseitigem Vergleichen oder Perfektionismus quälen,
wenn wir durch innere Schwüre Blockaden aufbauen
und sexuelle Störungen hervorrufen,
wenn wir in Materialismus, Sucht, zwanghafte Handlungen
oder Essstörungen ausweichen.
Es hilft uns auch nicht weiter,
wenn wir äußerlich vergeben und scheinbar loslassen,
aber innerlich im Ärger, in der Wut
und in der heimlichen Hoffnung gebunden bleiben
und uns selbst für das Leben und die Heilung blockieren.
Was aber hilft ist,
unsere Mängel und Fehler als einen notwendige Teile von uns anzuerkennen,
sie als Herausforderung zu Wachstum und Reife zu betrachten,
uns nicht als minderwertig, sondern als liebenswürdig zu betrachten,
uns selbst so anzunehmen und zu lieben, wie wir eben mal sind.
Wenn wir das schaffen, ist uns die Meinung anderer egal
und wir suchen nicht mehr krampfhaft
nach fremder Bestätigung und Anerkennung.
Dann haben wir nichts mehr zu verlieren
und keiner kann uns irgendetwas wegnehmen;
dann sind wir unabhängig geworden und entscheiden selbst,
was uns ausmacht und wer wir sein wollen,
wie wir uns verhalten und wie es mit uns weitergeht.
Absolute Gerechtigkeit
Hallo Du,
jeder Mensch möchte gerne Gerechtigkeit erfahren,
gerecht behandelt werden,
möglichst nach seinem eigenen Gerechtigkeitsbegriff, selbstgerecht,
besonders dann, wenn er sich selbst danach richtet,
aber auch dann, wenn er es nicht tut.
Ich aber, die Gerechtigkeit, behandele alle Menschen gleich.
Nicht alles was ich tue ist in Deinen Augen gerecht.
Meine Gerechtigkeit ist höher, weiser und übergreifender,
als Du Dir vorstellen kannst.
Es ist mir egal, was Du hast oder wer Du glaubst zu sein.
Ich weiß, dass jeder, auch Du, seine Schattenseiten hat,
Fehler macht, andere unbewusst oder bewusst verletzt,
gegen die Gebote der Gemeinschaft und Gottes verstößt.
Weißt Du das auch,
wenn Du über Dich selbst oder über andere richtest,
wenn Du Dich über andere erhebst und überheblich wirst,
wenn Du bewertest, beurteilst, verurteilst, richtest,
wenn Du über Gerechtigkeit entscheiden willst.
Das steht Dir nicht zu.
Jeder versteht unter Gerechtigkeit etwas anderes.
Jeder geht seinen eigenen Weg.
Jeder hat das Recht, so zu sein. wie er ist.
Jeder muss sein Verhalten oder Fehlverhalten alleine verantworten.
Jeder muss die Konsequenzen seines Handelns selbst tragen.
Ich, die absolute Gerechtigkeit,
bin übergeordnet und ausgleichend,
bin ohne Zeitbezug und
ich bin ein Werkzeug Gottes.
Ich soll nicht bestrafen, sondern erziehen,
nicht zerstören, sondern aufbauen,
nicht entzweien, sondern einigen.
In mir liegen nicht Rache oder Genugtuung,
sondern Gott verbindet mich mit Größe und Vergebung.
Er vergibt Dir immer wieder
und nur durch seine und Deine Vergebung
wirst Du Deinen Mitmenschen gerecht,
würdigst Du sie als Mitgeschöpfe Gottes.
Nur durch verständnisvolle Vergebung
beachtest Du Deine eigene Würde
und kannst Dir selbst vergeben.
Ich möchte Dich
zu Deinen eigenen Schwächen und Sünden führen,
zu Deiner Begrenztheit und Ohnmacht,
zu Deiner eigenen Hilflosigkeit und Größe.
Ich möchte, dass Du Deine Fehler erkennst, Dich dazu bekennst, sie bekennst.
Ich möchte, dass Du Dich an Gott wendest und Dir von ihm helfen lässt.
Ich möchte, dass Du ihm Deine Sünden übergibst, damit er Dir vergibt.
Ich möchte, dass Du auf seine Gerechtigkeit vertraust,
immer wieder neu,
damit Du Deinen eigenen Weg findest und gehst,
damit Du dankbar und fruchtbar werden kannst.
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Achte auf deine Gedanken und Gefühle (Spr.4,23;HfA)
Hallo Du,
was ist für dein Leben wichtig?
Natürlich, dass du gesund bist,
dass du ein schützendes Dach über dem Kopf hast,
dass du genug zu essen hast,
dass du geliebt wirst,
dass du Freundinnen oder Freunde hast,
dass dein Leben und dein Tun einen Sinn haben.
Das und noch anderes ist alles richtig,
doch die Bibel setzt einen Schwerpunkt auf die Gedanken und Gefühle.
In Sprüche 4,23 steht:
„Was ich dir jetzt rate, ist viel wichtiger als alles andere:
Achte auf deine Gedanken und Gefühle, denn sie beeinflussen dein ganzes Leben!“
Ein Beispiel aus der Hauskreisarbeit mag diese Aussage bestätigen:
Da berichtet ein Teilnehmer von seinen Schwierigkeiten bei der täglichen Arbeit,
dem Hochmut von Vorgesetzten und der Unsicherheit seines Arbeitsplatzes.
Alles was er sagt drückt Sorge, Furcht und Angst aus.
Beim Erzählen wird er immer aufgeregter, seine Stimme ist leidend und fast weinerlich,
körperlich und seelisch verkrampft er zunehmend.
Es ist deutlich zu hören, zu sehen und zu spüren,
dass die Erzählung, das Zurückdenken in unangenehme Situationen,
seine Gefühle aufwühlen und dass seine Gedanken ihn gefangen nehmen.
Seine Gedanken führen ihn in vergangene unangenehme Situationen zurück,
die ihm beim Erzählen völlig real vorkommen.
Ich unterbreche ihn, halte einen Moment seine Hand und bemerke, wie er innerlich
wieder ruhiger wird. Dann frage ich ihn nach seinem schönsten Urlaubserlebnis.
Gerne geht er darauf ein. Jetzt erzählt er völlig frei, fließend und begeistert,
geradezu ansteckend, von seinen Erlebnissen.
Der Mensch ist plötzlich wie ausgetauscht.
Eben war er noch ängstlich, griesgrämig, unsicher und verbittert;
jetzt ist er freudig, lebensbejahend, zuversichtlich und voller Freude.
Was ist geschehen? - Er hat nur an etwas anderes gedacht.
Daran kann man gut erkennen,
welchen Einfluss unsere Gedanken auf unser Befinden und damit auf unser Leben haben
und dass unsere Gefühle dem folgen, was wir Denken oder mit was wir uns beschäftigen.
Oft werden unsere Gedanken von dem bestimmt, was wir sehen, lesen, hören, erleben.
Wir beschäftigen uns damit und suchen die Verbindung zu unserem Leben.
Wir versuchen das Aufgenommene zu verstehen, um daraus zu lernen.
Wir beschäftigen uns immer wieder mit Situationen, in die wir nie kommen werden
und mit Dingen und Zusammenhängen, auf die wir keinen Einfluss haben.
Wer sich dabei beobachtet, erkennt,
dass sich dabei seine Gedanken verselbständigen
und je unlösbarer die Zusammenhänge werden,
desto mehr kreiseln die Gedanken, um vielleicht doch noch eine Lösung zu finden.
Die einzig hilfreiche Lösung jedoch ist,
die eigenen Gedanken vom verkrampften Denken loszulösen
und sich mit erfreulichen oder relevanten Dingen zu beschäftigen
oder sich, ohne zu denken, einfach zu erfreuen und das Sein zu genießen.
Aber, wir müssen unsere Gedanken und Gefühle
nicht von äußeren Einflüssen und Umständen bestimmen lassen.
Wir haben die Möglichkeit bewusst auszuwählen, was wir aufnehmen und denken.
Wir müssen nichts Negatives lesen oder keine aufwühlenden Nachrichten hören.
Wir müssen uns nicht mit Dingen beschäftigen,
die uns nichts angehen oder die wir ohnehin nicht lösen können.
Wir müssen Gesagtes nicht auf die innere, ichbezogene Goldwaage legen
und unsere gekränkte Meinung dazu leidend kundtun.
Wir können uns aussuchen, womit wir uns beschäftigen und was wir fühlen.
Wir können unsere Gedanken ganz bewusst
auf die vielen, schönen, kleinen Dinge am Rand unseres Lebensweges richten,
die wir im Blick auf Großes oder Unerreichbares gerne übersehen
und uns daran erfreuen.
Sich selbst lieben heißt auch, darauf zu achten,
was wir in uns reinlassen und worüber wir uns Gedanken machen,
denn sie beeinflussen uns ständig und bestimmen die Ausrichtung unseres ganzen Lebens.
Im Brief an die Philipper (4, 8) empfiehlt Paulus:
"Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert,
gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird."
Der Mann wusste, wovon er spricht.
In der Ausrichtung auf Jesus Christus wurde sein Denken und Fühlen,
und damit sein Leben, völlig verändert.
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Einem gottlosen Menschen wird's gehen, wie er wandelt,
und auch einem guten nach seinen Taten. (Sprüche 14,14)
Hallo Du,
hast Du Dich schon einmal gefragt,
warum in den Schulen überwiegend im Sitzen gelernt wird?
Es geschieht aus der alten Vorstellung heraus,
dass der Körper ruhig gestellt werden muss,
damit die Konzentration auf das Denken gelingt.
Diese Vorstellung ist mittlerweile widerlegt.
Es wird aber dennoch,
- weil es schon immer so war -, im Sitzen gelernt.
Auf diese Weise werden Theoretiker erzogen,
die alles bedenken wollen, aber nichts wirklich tun;
die überall Bedenken haben und sich nichts trauen;
die nichts bewegen, weil sie ewig sitzen bleiben.
Lernen ist aber nur dann produktiv,
wenn es mit der Lebenspraxis verbunden wird,
sich in ihr entwickelt und erprobt,
sich in ihr festigt und vervollkommnet.
Lernen ohne Bewegung ist,
wie zu sich selbst zu reden,
wie denken, ohne sagen.
Samenkörner können nur wachsen,
wenn sie ausgesät werden.
Worte können nur dann Wirklichkeit werden,
wenn sie ausgesprochen werden;
Gedanken können nur dann verändern,
wenn sie in die Tat umgesetzt werden.
Es gäbe keine Erfindung und keinen Fortschritt,
wenn nicht irgendjemand den Mut gehabt hätte,
etwas auszusprechen,
etwas auszuprobieren,
neue Wege zu gehen,
die Bedenken über Bord zu werfen
und etwas zu wagen,
ohne bereits das Ergebnis zu kennen
und ohne sich mehrfach abzusichern.
Lasst uns also die zurückhaltenden Sitze
des geschützten Denkens verlassen und tatkräftig aufstehen,
um unsere Gedanken zu beleben und zu verwirklichen.
Lasst uns die beschränkte Einengung der Bewegung durchbrechen
und das, was in uns steckt, in die Tat umsetzen.
Lasst uns endlich unsere Trägheit und Bequemlichkeit überwinden
und uns für Dinge engagieren,
die schon lange darauf warten, von uns getan zu werden.
Lasst uns endlich erste Schritte tun,
um Bedenken, Befürchtungen, Ängste und Beschränkungen hinter uns zu lassen
und um vertrauensvoll und zuversichtlich in eine unbekannte Zukunft zu gehen.
Lasst uns endlich das tun,
wozu Gott uns einen Kopf, ein Herz und einen Körper
sowie zwei Hände und zwei Füße gegeben hat.
Lasst uns endlich die Liebe in uns nach außen tragen,
um so die Welt zu befruchten
und Gott durch uns wirken zu lassen.
Lasst uns in unseren Tun auf Gott bauen und seiner Weisheit vertrauen.
Beendet endlich euer bedenken und beginnt zu glauben;
beginnt darauf zu vertrauen, dass Gott euch führt und bewahrt;
beginnt zu erkennen,
dass das Handeln aus eurem natürlichen Wesen heraus von Gott bedacht ist,
dass es von Gott gewollt ist,
dass es sein Wille ist.
Euer Wesen wird geleitet durch den Geist, der euch belebt.
Euer Wesen verändert die Welt durch sein reines Sein.
Euer Wesen drückt sich in dem aus, was ihr denkt, sagt, fühlt und tut.
Euer Wesen drückt sich im Dank gegenüber Gott aus
und im liebevollen Umgang mit den Menschen.
Euer Wesen ist aus Liebe und bleibt Liebe.
Euer Wesen ist die Botschaft Gottes.
Wann wirst du endlich sein, wie du von Gott gewollt bist?
Akzeptiere das, was du nicht ändern kannst
und ändere das, was du nicht akzeptieren kannst.
Eschborn, den 20.08.2020
Akzeptiere oder Ändere! (Lk 6,39+41-42)
Hallo Du,
immer wieder höre ich Aussagen wie:
„Ich ‚liebe‘ meine Frau bzw. meinen Mann, aber … das und das und das gefällt mir an
ihr/ihm nicht (mehr). Immer wieder sage ich ihr/ihm was ich nicht mag, aber es wird
immer schlimmer. Ich halte das nicht mehr aus. Ständig bete ich, dass Gott sie/ihn
verändere, aber es tut sich nichts!“
Hatte man sich nicht gerade für diesen Menschen einmal entschieden?
Wenn man erst einmal am Anderen einen scheinbaren Makel gefunden hat, der das
persönliche Empfinden stört, dann finden sich bald auch noch andere. Man sucht diese
Makel und entdeckt dabei eigene Probleme, die aber ‚natürlich durch den/die Andere
verursacht sind‘.
Was ist die Folge davon? Die bisherige ‚Liebe‘ wird vernebelt. Die eigene Unzufriedenheit
mit der/dem Anderen wächst. Aus Mücken werden Elefanten. Aus liebevollem Übersehen
und Akzeptieren, wird Gejammer, Gemecker, Vorwurf und Ablehnung. Man will die/den
Anderen ändern und hält das auch noch für berechtigt. Die/der Andere wehrt sich, erhebt
vielleicht Gegenvorwürfe. Eine Verständigung miteinander wird immer schwerer. Die
angebliche ‚Liebe‘ schwindet und verwandelt sich in Unduldsamkeit. Langsam aber sicher
geht die Beziehung in die Brüche.
Je mehr man gegen etwas oder jemanden ankämpft, desto größer wird der eigene Aufruhr,
der eigene Schmerz, das eigene Leiden. Das aber will man nicht wahrhaben! Man ahnt die
eigene Beteiligung und dann kommen beschönigende Sätze wie:
‚Aber, ich liebe sie/ihn doch!‘ ‚Aber, ich will doch nur das Beste für sie/ihn!‘
‚Aber warum hört sie/er denn nicht auf mich?‘ ‚Aber, ich habe doch recht. Meine
Freundin/mein Freund sagt das ja auch!‘ ‚Andere Frauen/Männer sind doch auch nicht so?‘
Interessant,
- dass Menschen ‚Schwächen‘ bei anderen viel deutlicher sehen, als bei sich selbst.
- dass unzufriedene und meckernde Menschen sich immer im Recht fühlen?
- dass diese Menschen alles besser wissen, ihr Wissen aber nicht auf sich anwenden.
- dass solche Menschen gerne die Meinung anderer zur eigenen Bestätigung benutzen.
- dass Menschen gerne in andere hineinlegen, was ihnen an sich selbst nicht gefällt.
In der Bibel sagt Jesus in einem Vergleich: „Kann ein Blinder einen Blinden führen?
Werden nicht beide in die Grube fallen? Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge
deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Bruder, halt still! Ich will den Splitter
herausziehen, der in deinem Auge sitzt‹ – und bemerkst dabei den Balken im
eigenen Auge nicht?
Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar
sehen und kannst den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, herausziehen.‘
(Lk 6,39+41-42;NGÜ)
Jesus sagt hier genau das Gegenteil von dem, wie Menschen sich oft verhalten:
‚Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen‘.
Wer seine Nase über etwas oder jemanden rümpft, schätzt es/ihn gering, setzt es/ihn
verächtlich herab. Er sollte sich an die eigene Nase fassen, sich also zuerst um die
eigenen Fehler und Mängel kümmern und daran arbeiten. Und wenn sie/er die
entdeckt hat, dann bemerkt sie/er die eigene Unvollkommenheit, dann relativieren
sich schnell die Fehler und Mängel der Anderen, dann erkennt sie/er vielleicht die Liebe
im Gegenüber, die die eigenen Schwächen bisher großzügig übersehen hat.
Aber es kann auch anders kommen. Vorwurfsvolle, schwache Menschen können richtige
Rechenkünstler sein. Bei wechselseitigen Vorwürfen rechnen sie die dabei genannten
Schwächen gegenseitig auf und finden bei der/dem Anderen immer mindestens eine mehr.
Das soll die eigene Position bestätigen und sich das Recht geben, sich weiterhin über
die/den Anderen zu erheben.
Ein weiteres Problem in solchen Auseinandersetzungen ist, dass Menschen an eine
unmittelbare Verbindung zwischen Ursache und Auswirkung, also zwischen den Fehlern
anderer und dem eigenen Ärger glauben. So einfach ist das aber nicht. Deutlicher gesagt:
Meist erkennen wir die wahren Ursachen nicht. Wir vermuten sie nur. Und auf den
eigenen Vermutungen aufbauend, erklären wir uns dann die Auswirkungen beim Anderen
und glauben, unsere Vermutungen würden stimmen. Meistens tun sie das aber nicht!
Das heißt: Wir unterstellen ihnen etwas und bewerten und verstehen sie falsch!
Das stört sie natürlich. Und bereits das ist ein Keil in der Beziehung, besonders, wenn eine
Seite auf ihrer sehr subjektiven Meinung beharrt.
Hinzu kommt noch, dass wir Aussagen von anderen oft nach der jeweilig eigenen Laune sehr
subjektiv sehen und nicht so, wie sie tatsächlich gesagt oder gemeint waren. Und oft haben
viele fremde Aussagen gar nichts mit der eigenen Person zu tun. Schlimm ist, dass man sich
dann trotzdem angegriffen fühlt, überreagiert und den Anderen gegenüber ungerecht wird,
weil im eigenen Kopf ein falsches Signal angekommen ist, das dann leider das weitere
Denken, Reden und Verhalten bestimmt.
‚Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst
den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, herausziehen.‘
Klar zu sehen bedeutet demnach, zuerst sich selbst und die eigenen Mängel und Schwächen
zu erkennen und abzustellen. Es bedeutet auch, realistisch zu werden, sich nicht mehr
angegriffen zu fühlen, aber auch, die eigenen Mängel nicht mehr zu leugnen, zu verstecken
oder schön zu reden. Und es bedeutet, im Inneren die wahren Ursachen ergründet und
gefunden zu haben, um andere besser zu verstehen, um gelassener und vergebungsbereit zu
werden, zu sich und zu anderen.
Nun komme ich zu dem Aspekt ‚Ändern‘.
Gemecker, Gejammer, wütende Vorwürfe und zornige Ablehnung bezeugen nicht Stärke,
sondern Schwäche. Sie zeigen Ohnmacht und sie verstärken und vertiefen das eigene
Leiden! Sie sind auch eine Distanzreaktion. „Ich brauche jetzt meine Ruhe! - Ich will nicht
mehr leiden! Ich ziehe mich zurück!“
Im besten Fall führen sie zu Erschrecken und zu eigener Besinnung und Änderung.
Andernfalls schwächen sie weiter. Dann sind sie nur ein wiederholtes Dampfablassen,
das Kraft raubt, das den Innendruck reduziert, das weiter im Elend verharren und
versinken lässt. Man verbleibt im dunklen Leidenstal und erreicht die ersehnten
Freudeshöhen nicht. Man bleibt im Gemecker und Gejammer, weil man sich nicht dagegen
auflehnt, weil man im Selbstmitleid versunken ist und schmollt, weil man sich im Recht sieht,
sich lieber depressiv zurückzieht und nicht bereit ist, an sich selbst zu arbeiten, sein Denken
zu ändern, mit dem Jammern aufzuhören, sich nicht mehr aufzuregen oder sich selbst mit
fremder Hilfe ändern zu lassen.
Wenn man eine Situation, einen Menschen oder den eigenen Schmerz nicht mehr aushält, ein
‚Akzeptieren‘ also nicht mehr möglich ist, dann muss etwas geschehen! Dann muss man
selbst aktiv werden, um wieder zu genesen und froh zu werden.
Was könnte das beispielsweise sein?
Das gilt zunächst nur für die eigene Person, nur für das eigene Innenleben, nur für die
aufgewühlte Seele, nur zum Ordnen der tobenden Gedanken. Bereits diese innere Klärung
kann Probleme auflösen und Veränderung bewirken, kann neues Denken und Verhalten
erzeugen. Das ist der leichtere Weg.
Wenn jedoch eine friedliche Verständigung nicht mehr möglich ist, wenn durch ständige
Verletzung und Erniedrigung die gegenseitige Zuneigung und das Vertrauen geschwunden
sind, wenn die Beziehung in die Brüche gegangen zu sein scheint, wenn das Gemecker,
Gejammer nicht beendet werden kann, dann beginnt der schwerere Weg, der nur dem
gelingt, der mit sich und seinen ‚Feinden‘ wieder ins Reine kommt, der offen und
vertrauensvoll neu beginnt, der sein weiteres Leben, jetzt gereift, wieder liebevoll, duldsam
und vergebungsbereit führt. Am besten mit Gottes Hilfe und in fester Verbindung mit ihm,
denn ohne ihn bleiben wir gefährdet durch Reste noch vorhandener Ängste, Einstellungen,
Vorstellungen und Erwartungen, die nur langsam schwinden, die viel Wärme, Zuwendung
und Geborgenheit brauchen, um auszuheilen. Gott und unser Glauben geben uns Rückhalt
und Hoffnung.
Erst wenn der Balken im eigenen Auge entfernt ist, kann die Wunde heilen. Erst wenn die
Wunde verheilt ist, wird man wieder lebensmutig. Erst mit neuem Lebensmut wagt man
wieder Offenheit und Vertrauen. Erst dann kommt die Liebe Gottes in uns zurück, die
Paulus in 1.Kor 13,4-7 beschreibt.
Natürlich würden wir Schwierigkeiten gerne meiden, doch sie sind lebensnotwendig, sie
weisen uns auf eigene Mängel hin. Jede und Jeder hat, entsprechend seinen falschen
Einstellungen, andere Schwierigkeiten. Sie sind eine Prüfung. Man kann durch sie bitter
werden, sich von ihnen zerstören lassen oder sie mit Gottes Hilfe überwinden und
gestärkt aus ihnen hervorgehen.
Auf jeden Fall haben Schwierigkeiten vier positive Auswirkungen:
Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf,
sie ist nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil,
sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. Sie freut sich nicht,
wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. Alles erträgt sie,
in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand. (1.Kor 13, 4-7; NGÜ)
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Alles an Dir wird leuchten
Hallo Du,
hast Du das Gefühl,
dass Du auf der Schattenseite lebst,
dass Du Dich gar in seelischer Finsternis befindest,
dann bitte doch Gott um neue Orientierung in Deinem Leben.
Er wird sie auch Dir geben.
Jesus hat uns versprochen:
„Ich bin das Licht der Welt;
wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln,
sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Also:
Steh auf, vertraue ihm, folge ihm nach und werde licht,
werde hell, klar und rein! Denn Dein Licht ist gekommen,
und die Herrlichkeit des HERRN ist über Dir aufgegangen.
Fürchte Dich nicht davor; er wird Dich verändern,
Dir Deine Befürchtungen, Sorgen und Ängste nehmen
und Dir ein reines Herz geben,
damit auch Dein Licht leuchtet vor den Menschen,
und sie Deine und Seine guten Werke sehen
und dadurch Deinen Vater im Himmel erkennen und verherrlichen.
Sei gewiss, dass auch Du diese göttliche Kraft und Herrlichkeit,
die Energie dieser Lebensquelle, dieses innere Licht ausstrahlen wirst.
Du wirst begeistert sein, die Möglichkeiten des Lebens erkennen
und sie für Dein Wachstum und das der anderen verwenden.
Ich wünsche Dir Mut für das erste Gebet
und den ersten Schritt auf dem Weg Jesus,
damit auch Dein Leben hell beleuchtet werde
und Dein Licht andere erleuchte.
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Hallo Du,
immer wieder werde ich unruhig,
zappelig und ungeduldig,
weil mir etwas nicht schnell genug geht,
weil ich etwas gleich wissen möchte,
weil ich etwas schnell erreichen möchte,
weil ich Rücksicht auf andere nehmen muss.
Damit stelle ich mich in den Mittelpunkt,
damit bin ich der Nabel der Welt,
damit soll ‚mein Wille’ geschehen.
Es mag ja sein,
dass ich richtig liege,
dass ich Recht habe,
dass ich im Recht bin,
dass ich viel mehr erreichen könnte,
wenn alles schneller ging.
Aber was nutzt mir das,
wenn ich mich dadurch von den anderen entferne,
wenn ich dabei alleine bleibe,
wenn ich niemanden finde,
mit dem ich das Erreichte teilen kann?
Gott gebe mir immer wieder das WIR,
das meine Unruhe füllt,
das meine Eile ausgleicht,
das mich von meinem ICH wegführt
und mich erkennen lässt,
dass unser Zug des Lebens
nur eine Gesamtgeschwindigkeit hat,
wir können in ihm sitzen,
wir können uns in ihm zurück bewegen
oder
wir können uns in ihm nach vorn begeben;
schneller oder langsamer
werden wir aber nicht am Ziel sein.
Gott,
ich danke Dir dafür,
dass alles seine Zeit braucht
und dass alles seine Zeit hat,
das Warten und das Eilen,
das Entstehen, das Bestehen und das Vergehen,
das Gewesensein, das Sein und das Werden,
das gefühlvolle Wahrnehmen und das vernünftige Handeln,
das Sich hingeben und das Sich zurücknehmen,
das intensive Erleben und das gnädige Vergessen,
das antreibende Hoffen und das beruhigende Erkennen,
die abklärende Erfahrung und die barmherzige Weisheit.
Alles was war, sollte so sein.
Alles was ist, ist gut so, wie es ist.
Alles was wird, liegt in Gottes Hand;
es wird so, wie er es haben möchte.
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Eschborn, den 23.04.2019
Alles hallt in uns nach! (2.Tim 2,16; Ps 51,12)
Hallo Du,
am 12.11.2016 schrieb ich in einem Beitrag mit dem Titel ‚Bewahre dein Herz‘ u.a.:
„Im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, braucht das Herz Frieden, Führung und
Bewahrung, Erlösung vom Chaos, Freiheit durch die Gebundenheit an Gott.
Es braucht eine Aufsicht, die über die eigene Sicht hinausgeht. Es braucht Licht in der
eigenen Befangenheit und Dunkelheit. Es braucht Übersicht und ordnende Klarheit.
Es braucht Gemütsruhe und Ausgeglichenheit in Stürmen. Es braucht Geborgenheit und
Ruhen in Gott, Versöhnt sein und Verbunden sein mit ihm.“
Heute, ein Stückchen weiter in geistlicher Erkenntnis, darf ich darüber schreiben, wie das,
was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, in uns nachhallt, nachklingt und was es mit uns
macht. Ja, die Bibel hat recht, wenn sie sagt: Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus
quillt das Leben. (Spr 4,23; L)
Nahezu jeder kennt das Phänomen des ‚Ohrwurms‘. Man hört ein Lied, das sich im Kopf
verankert, das uns anspricht, das uns nachgeht, das man nicht mehr aus dem Kopf kriegt.
Es klingt nach. Es hallt nach. Es prägt sich dadurch immer fester ein.
Nun habe ich erkannt, dass alles, was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, irgendwie in uns
nachhallt, nachklingt und nachwirkt. Ganz gleich, ob uns das bewusst ist oder wird.
Wir nehmen auf, was uns umgibt. Es wird im Gedächtnis zunächst zwischengespeichert,
anschließend vom Gehirn geprüft, ob und wie es in unser Lebensbild passt. Das, was
verständlich ist und passt, wird relativ schnell mit den Vorhandenen verknüpft. Wir haben
etwas dazugelernt. Doch all das, was noch unverständlich ist und deswegen noch nicht passt,
was uns noch unbekannt und fremd ist, wird nicht, wie viele glauben, eliminiert und
vergessen, sondern wandert ins Unterbewusstsein und wird dort verarbeitet, irgendwann.
Entweder irgendwie in unseren Träumen, in denen das Gehirn versucht, die neuen
Bruchstücke mit gespeicherten oder erfundenen so zu ergänzen, dass sie für uns einen Sinn
ergeben oder irgendwann später, wenn das Gehirn/Gedächtnis Informationen bekommt, der
zu dem zwischengespeicherten Bruchstück passen könnte.
Es kommt also wesentlich darauf an, was wir sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken, was
wir aufnehmen, was wir erleben, womit wir uns beschäftigen, was uns berührt, was auf
unser Seelengleichgewicht einwirkt. Denn daraus formen sich unsere Sichtweisen, unser
Weltbild, unsere Einstellungen, Werte, Ansichten und Haltungen, unser Denken, Fühlen,
Verhalten und Handeln.
Unsere Umgebung und die Menschen um uns herum und unser Wissen haben einen starken
Einfluss auf uns. Wir können wählen. Wir können bestimmen, wer und was uns umgibt. Wir
können entscheiden, womit wir uns beschäftigen, was uns beeinflusst, wie unser Leben
weitergehen wird.
Doch, wir neigen dazu, Unbekanntes und Neues zu ignorieren und abzulehnen. Wie neigen
dazu, so zu bleiben wir sind, denn Gewohnheit und Kontinuität geben uns Sicherheit. Doch
im Inseldasein verlieren wir den Anschluss an die sich ständig verändernde Realität, an die
Wahrheit, an das pulsierende Leben. Die vermeintliche Sicherheit wird zum Trugbild, zum
Hemmschuh, zur Isolation.
Wir kommen mit dem Leben nicht mehr klar, weil es unserem Wissensstand nicht mehr
entspricht, weil wir nicht offen waren für Neues und Unbekanntes, für nützliches
Ergänzendes, für Abwägungen zwischen geeignet, noch ungeeignet und gar nicht geeignet.
Erstarrt in Besserwisserei und Ängsten, in Gleichgültigkeit und Unaufmerksamkeit und
verblendet durch Einbildung, Stolz oder Hochmut, verpassen wir den Sinn unseres Lebens,
unsere eigene Weiterentwicklung und damit verbunden, Lebensfreude, Bedeutung und
Erfüllung.
Gut ist schon einmal, darüber nachzudenken, ob wir glücklich oder nicht; ob wir so
weiterleben wollen oder nicht; ob wir bereit sind, das abzuwehren, was uns schadet und das
aufzunehmen, was uns nutzt; zu ergründen, was uns guttut oder was uns schadet.
Und wenn wir dabei erkennen, dass wir (vielleicht durch Neugier oder auf der Suche nach
Ablenkung oder Belebung) ungefiltert viel zu viel aufnehmen, viel mehr, als wir verarbeiten
können, dann ist das schon der erste Schritt zu innerem Frieden, zu Zufriedenheit und
Ausgeglichenheit, zu einem liebevollen Umgang mit uns selbst.
Und wenn wir dann auch noch erkennen, dass uns Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung
schwerfallen und dass wir auf dem Weg zu Lebensglück und neuem Bewusstsein Hilfe
brauchen, dann werden wir bereit, nach Hilfreichem zu suchen und Hilfe anzunehmen.
Wir öffnen uns für Hoffnung und Liebe, für eine bessere Zukunft, vielleicht sogar für die
Führung durch Gott und sein Wort, für die in der Bibel enthaltenen Weisheiten, Erkenntnisse
und Sichtweisen, die schon viele Leben bereicherten, die Persönlichkeit ausformen und
jeden einzelnen in bisher unerreichbare Möglichkeiten führen. Nicht umsonst heißt es:
Glaube versetzt Berge!
Die Gläubige sind nicht mehr nur auf sich gestellt. Im Glauben finden sie Führung und
Bewahrung, Erlösung vom eigenen inneren Chaos und Befreiung aus dem ungezügelten
und ungefilterten Wollen.
Jesus schenkt ihnen eine ganz andere Sichtweise. Er bringt Licht in ihre Befangenheit und
Dunkelheit. Er ordnet die Informationsflut, schafft ordnend Übersicht und gedanklich
Klarheit. Durch Vertrauen ermöglicht er Ausgeglichenheit in den Stürmen des Lebens.
Durch Zuversicht in Gott und das Gute, durch die ständige Verbundenheit mit ihm, ist er
sicher, ist er gehalten und geborgen. Er weiß, dass alles hallt in ihm nachhallt und
interessiert sich immer weniger für das, was ihm schadet, was ihn beschmutzt und belastet.
Deswegen:
Geh dem ehrfurchtslosen Geschwätz jener Leute aus dem Weg, die alles Heilige in den
Schmutz ziehen. Solche Menschen werden immer tiefer in der Gottlosigkeit versinken.
(2.Tim 2,16; NGÜ)
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
(Ps 51,12; L)
Hallo Du,
wir bauen Häuser für die Ewigkeit,
wir wollen auf ewig jung sein und schön bleiben,
wir suchen dauerhafte Sicherheit, Beziehung und Geborgenheit,
wir versprechen die Ehe und Treue bis das der Tod und scheidet,
wir planen grenzenlos und werden doch immer wieder begrenzt,
wir streben nach dem ewigen Leben und finden oft nur den Tod.
Wir sind aber nur Menschen
und jedes menschliche Streben und Versprechen ist vergänglich,
es kann nur vergänglich sein,
denn es ist immer nur eine Absicht,
eine Leitlinie, die wir anstreben und einhalten wollen,
die wir aber aus eigener Kraft oft nicht einlösen können.
Wir planen das Morgen und Übermorgen, unsere Zukunft,
aber wir wissen nicht, was kommt und was sein wird.
Wir versprechen viel, weil uns das Türen öffnet,
aber wir halten davon wenig, weil der Zweck bereits erfüllt ist.
Wir sollten nichts dauerhaft erwarten,
voraussetzen oder versprechen,
denn meistens kommt es anders, als man denkt oder hofft.
Wir sollten uns an die Vergänglichkeit gewöhnen
und nichts auf Dauer erzwingen wollen.
Wie sollten gelassen und locker in die Zukunft gehen,
loslassen können, was war
und annehmen können, was ist und kommt.
Wir sollten flexibel bleiben und mit dem Leben atmen.
Wir sollten Gelegenheiten nutzen und daraus lernen.
Wir sollten besser das jeweils kleine Glück genießen
und danach viele kleine Tode sterben,
als auf das große Glück vergeblich warten,
als ohne Glück und Genuss
einen lebenslangen, pflichtbewussten,
schleichenden und qualvollen Tod erleiden.
Indem wir festhalten, erzwingen wir,
indem wir zwingen, unterdrücken und schädigen wir.
Wir schädigen uns selbst und andere;
wir nehmen uns damit die Leichtigkeit und Freiheit;
wir nehmen uns dadurch die Spontaneität und Lebensfreude.
Hinfallen und aufstehen,
verweilen und weitergehen,
beenden und neu anfangen,
überwinden und neu beginnen,
sterben und neu geboren werden,
das ist der Kreislauf des Lebens,
das ist das Leben.
Wie können wir uns auf etwas einlassen,
in der Furcht oder in der Hoffnung und Erwartung,
dass es ewig dauern könnte, müsste oder sollte?
Damit überfordern wir uns selbst und andere.
Mit einer solchen Einstellung sollten wir es besser sein lassen
und am Leben vorbei leben.
Wir sollten besser verzichten, um nicht enttäuscht zu werden.
Wie viel einfacher ist es doch, Gott zu vertrauen,
ihn planen und führen zu lassen, auf ihn zu hören,
seinen Geist zu suchen und zu erfassen
die Worte von Jesus Christus zu befolgen
und seinem Beispiel, Charakter und Vorbild zu folgen,
denn darin liegen die Weisheit und der Weg,
die kindliche Sorglosigkeit
sowie die vertrauende Gelassenheit und Zuversicht.
Auch wenn wir bereits im Diesseits das Ewige suchen,
wir werden es erst im Jenseits, in der Ewigkeit, finden und erhalten.
Alles ist gut
Hallo Du,
es ist normal, dass die Umstände anders sind,
als wir sie uns wünschen oder vorstellen,
das heißt aber nicht,
dass sie für uns schlecht oder ungeeignet sind.
Sie sind vielleicht nur unbekannt und neu.
Sie fordern uns zur Umstellung,
Neueinstellung und Anpassung heraus
und halten uns so flexibel.
Welch ein Glück,
dass es meist anders kommt,
als wir es uns erhoffen oder erträumen.
Das Leben wäre zu leicht, zu glatt, zu einseitig,
völlig ohne Reize und Überraschungen.
Wir wollen es oft nicht glauben,
aber auch das Ungewollte, das Unverhoffte,
das Überraschende ist gut für uns.
Es gibt uns neue Möglichkeiten und Gelegenheiten,
neue Erkenntnisse und Lebenschancen.
Wir dürfen darauf vertrauen,
dass alles gut ist,
auch das scheinbar Unangenehme.
Es ist gut für uns,
so wie es ist und so wie es kommt.
Häufig steigen in uns Zweifel und Ängste auf:
Werde ich pünktlich sein?
Werde ich einen Parkplatz finden?
Wird es mir gefallen?
Werden die Leute nett sein?
Werde ich auch nicht zu kurz kommen?
Wird das Wetter schön sein? usw.
In diesen Gedanken äußert sich
meine innere Unruhe und Zerrissenheit,
mein mangelndes Vertrauen
in Gottes weise und gütige Führung und Fügung.
Alles ist gut, so wie es ist
und so wie es von Gott kommt,
auch wenn es nicht meinem unmittelbaren,
egoistischen Vorteil dient.
Ich kann mich darauf einstellen,
ich kann es annehmen,
oder ich kann es sein lassen.
So oder so,
es wird so, wie es kommt,
auch langfristig gut für mich sein.
Meine Sorgen und Ängste sind absolut überflüssig,
denn ich könnte mein Schicksal ohnehin nicht ändern.
Ich kann mir etwas leicht oder schwer machen,
aber das Ergebnis ist über kurz oder lang dasselbe.
Also vertraue ich auf das Gute und habe inneren Frieden.
Also vertraue ich auf meine Stärke und habe Zuversicht.
Also vertraue ich auf Gott und lebe im Gleichgewicht.
Ich kann mich Gott anvertrauen!
Ich möchte mich Gott anvertrauen.
Er hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin.
Alles war gut, alles ist gut, alles wird gut.
Leider kann ich es nicht immer verstehen.
Hallo Du,
Ich komme aus dem Nichts auf die Welt
und verlasse sie mit nichts.
Ich komme aus dem Nichts in diese Welt
und ins Nichts verlasse ich sie wieder.
Dazwischen bin ich ein Nichts,
glaube aber, alles zu sein.
Dazwischen habe ich nichts,
weiß es aber nicht.
Du kannst das Nichts nicht suchen,
denn Du würdest nur Alles finden
und das Nichts in Allem würdest Du übersehen.
Dieses Leben ist auf Alles ausgerichtet,
auf alles Mögliche, auf der Suche nach dem Unmöglichen,
doch das Nächste ist ein ewiges Nichts, in dem Alles ist.
Du kannst es ahnen im Wenigen, im Bescheidenen;
du kannst es empfinden im Offenen;
du kannst es finden im Stillen.
Es ist nicht außen und nicht innen,
es ist ohne Raum und Zeit,
aber sei gewiss, es ist.
Du kannst es spüren, wenn Du alles lässt,
nichts brauchst und damit zufrieden bist.
Es ist allumfassend und wundervoll;
es ist voller Liebe und Erfüllung.
Die Kraft des Nichts ist unendlich;
das Werden des Nichts ist ewig;
der Geist des Nichts ist allgegenwärtig, göttlich!
Ich brauche nichts, weil ich alles habe, was ich brauche.
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Hallo Du,
stelle Dir doch einmal vor,
Dein ganzer Besitz wäre verbrannt
und Du hättest nur noch Dich selbst.
Ängstigt oder befreit Dich das?
Fühlst Du Dich Deiner Sicherheiten beraubt
oder erkennst Du die ungeahnten Möglichkeiten
des Schöpfens aus Dir selbst?
Der Gedanke, dass all meine Habe verbrannt ist,
hat sich mir im Traum gestellt und die Antwort hat mich befreit.
Mir ist klargeworden,
dass all mein Besitz für mich nicht mehr wichtig ist,
dass ich ohne ihn viel leichter und sorgenfreier leben kann,
dass ich nur so unabhängig, ehrlich und geradlinig Echt sein kann.
Auch diesbezügliche Anforderungen oder Erwartungen
der anderen laufen jetzt ins Leere.
Ich gehe jetzt ganz anders mit den Dingen um.
Sie sind nur noch wertvoll,
wenn sie einem notwendigen Zweck dienen.
Ich muss nicht mehr darum kämpfen,
ich muss sie nicht mehr anstreben,
ich kann mich jetzt freuen, dass sie da sind,
dass sie mir dienen und nicht ich ihnen.
Es ist alles verbrannt.
Das Alte gibt es nicht mehr.
Es gibt nur noch mich in Reinform,
so wie ich bin, so wie Gott mich gestaltet hat,
mit vielen wertvollen inneren Schätzen.
Mich könnt ihr bekommen,
an mir könnt ihr Teil haben oder Anteil nehmen,
an sonst nichts.
Und auch ich will von Euch nichts haben,
nichts von dem, was Euch an äußeren Werten wichtig ist.
Ihr braucht nichts zu befürchten.
Ihr könnt es gerne behalten.
Aber an Euch selbst,
an jedem Einzelnen von Euch,
möchte ich sehr gerne Anteil haben.
Ich möchte Euch gerne entdecken,
Eure inneren Schätze kennenlernen,
Euch darin unterstützen, bestärken und loben,
mich daran erfreuen,
meine Schätze ergänzen
und dem Herrn dafür danken.
Das ist es, was zählt.
Ich bin froh, dass alles andere verbrannt ist.
Ich brauche diesen alten Ballast nicht mehr,
denn ich lebe nur noch aus dem,
was ich immer dabei habe,
aus dem, was Gott mir gibt,
aus dem, was ich für Gott tun kann.
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Alles wird gut !
Hallo Du,
bist Du Optimist oder Pessimist?
Kannst Du der Überschrift zustimmen
oder wehrt sich etwas in Dir dagegen?
Ob Du nun zustimmst oder nicht,
an dieser Aussage kannst Du
Deine Grundeinstellung zum Leben überprüfen.
Bist Du mehr der befürchtende, ängstliche, kritische,
in Frage stellende und zweifelnde Mensch
oder mehr der zuversichtliche, vertrauensvolle,
aufbauende, bestätigende, ermutigende,
dankbare, liebevolle und konstruktive Mensch?
An dieser Grundeinstellung richtet sich Dein Leben aus.
Alles was Dir geschieht,
siehst Du aus diesem Blickwinkel;
Dein Verhalten und Handeln baut darauf auf.
„Alles wird gut!“ beinhaltet:
Wichtig ist,
dass durch Deine Aktivitäten das IST verändert wird,
dass aus dem IST ein WERDEN werden kann und
dass Du dadurch alles zum Guten verändern kannst;
zunächst in Deinem eigenen Leben,
dann durch Dein Vorbild in Deinem Umfeld
und dadurch indirekt im Leben anderer.
Mit Deiner Veränderungskraft
trägst Du Deinen Teil dazu bei,
dass alles gut wird.
Wenn Du das nicht glauben und hoffen kannst,
wird es für Dich auch nicht wahr.
Altersweitsicht ist Weisheit (Ps 90,12; Röm 11,33)
Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit
erlangen! (Ps 90,12; NGÜ)
Wie unerschöpflich ist Gottes Reichtum! Wie tief ist seine Weisheit, wie unermesslich sein
Wissen! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!
(Röm 11,33; NGÜ)
Hallo Du,
Altersweitsichtigkeit ist für mich nicht nur eine Fehlsichtigkeit. Ich sehe darin auch eine
zunehmende Fähigkeit älterer Menschen.
Da ich selbst schon älter bin, weiß ich, wovon ich schreibe. Viele ältere Menschen haben
eine weitere Sicht. Ihr Sehen geschieht nicht mehr eingeengt durch frühere Ängste oder
Meinungen. Sie sind im Ruhestand freier, souveräner und gelassener geworden und haben
nun mehr Zeit, um sich an dem zu erfreuen, was sie umgibt.
Ältere Menschen haben eine große Lebenserfahrung. Sie blicken auf ein langes Leben
zurück. Sie sind weise geworden und haben erkannt, dass Not- und Leidenszeiten, dass
Herausforderungen und Bedrängnisse, intensive und stärkende Lernzeiten sind.
Diese Zeiten sorgen für persönliche Weitung und Ergänzung, für neue Einstellungen und
Werte, für Lebensklugheit. Sie bewirken Gelassenheit und Geduld.
Paulus schreibt dazu in Römer 5,3-5; NGÜ:
Wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt,
Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden
werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist,
der uns gegeben ist.
Ältere Menschen haben gelernt, nicht nur die Oberfläche, das Offensichtliche zu sehen,
sondern auch das Dahinter. Bei Jüngeren erkennen sie nicht nur deren Hemmnisse,
sondern auch deren Ursachen. Sie haben Einsichten in das, was andere noch einsehen
müssen, was Jüngere noch nicht erkannt haben. Ihre Lebenserfahrung hilft ihnen dabei.
Sie macht sie tiefgründiger, umsichtiger und weiser. Durch Erfahrung haben sie gelernt,
was wirklich wichtig ist. Sie haben gelernt, dass Lebensziele wie Spaß haben, Wohlstand
oder Status nicht brüchig und nicht dauerhaft sind, sondern dass beispielsweise Liebe,
Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Verständnis, Treue, Rücksichtnahme,
Besonnenheit und Selbstbeherrschung erfüllender und sinngebender sind. Denn die sind
die Grundlage für alles andere. Ohne Liebe ist alles was wir haben, können und tun nichts
wert.
Ältere Menschen werden gebrechlicher und immer hilfsbedürftiger. Sie denken deswegen
auch über ihre Endlichkeit und den Tod nach. In ihrem Umfeld sterben immer mehr
Menschen und sie fragen sich, ob der Tod wirklich das absolute Ende ist.
Sie hinterfragen die Bedeutung und dem Sinn des eigenen Lebens und finden oft keine
befriedigenden Antworten. Ihr Blick richtet sich dann vielleicht auch gen Himmel und
suchen dort nach Antworten, nach Gott, nach der Erkenntnis, ob es weitergeht, ob es ein
übergreifendes, ewiges Leben für sie gibt.
Im Hinterfragen wird ihnen bewusst, wie kostbar die vergangene Lebenszeit war und wie
wertvoll die ihnen noch verbleibende Zeit ist. Sie fragen sich, was sie wirklich in ihrem Leben
erreicht haben welche Bedeutung ihr Leben hatte, was versäumt haben und was noch
erleben oder erreichen wollen. Sie fragen sich auch, welche Spuren sie anderen hinterlassen
werden. Das kann auch enttäuschend sein.
Vielleicht erkennen sie auch die Bedeutung von Familie, die ihrem Leben Sinn gab, der sie
Halt gegeben haben, in der sie Zukunft vorbereitet haben, in der sie immer noch Ruhe und
Geborgenheit finden.
Und viele fragen sich, von wem und wofür sie noch gebraucht werden und wem sie Gutes
tun können. Ihre Liebe möchte weitergegeben werden.
In der Lebenssituation von älteren Menschen bekommen die Worte Glaube, Liebe und
Hoffnung eine tiefe Bedeutung:
Sie haben erkannt, dass Glaube wie ein Fenster ist, durch das das noch Unsichtbare sichtbar
wird, dass Glaube auch eine Tür ist, durch die das Sichtbargewordene in die Realität kommt.
Glaube öffnet unseren Geist, den Verstand, für das, was wir für Unmöglich halten und weitet
ihn. Glaube verändert die Wahrnehmung und das Geschehen. Durch das Glaubensfenster
und die Glaubenstür kommt Gott, wirkt Gott in unserem Leben. Glaube bereichert. Glaube
schenkt höherer Einsicht und Erkenntnis. Unser Glaube und das damit verbundene Beten
und Hoffnungen, bewirkt Erhörung; ermöglicht, dass unsere Bitten ohne eigenes Zutun von
Gott wundersam erfüllt werden. Auch diese Erkenntnis beruht auf Lebenserfahrung.
Paulus formuliert das in Hebräer 11,1 so: Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit
der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer
Dinge. Glaube ist demnach Weitsicht, Voraussicht und Zuversicht.
Leider gibt es viele Menschen ohne Glauben, ohne Gottvertrauen, die das alles nicht wissen
und die davon ausgehen, dass ihr Wissen und ihr Können, dass nur ihre Meinungen und
Überzeugungen allgemein richtig und auch für andere gültig sind. Sie setzen ihre ‚Weisheit‘
ein, um Anerkennung zu bekommen oder um einflussreich oder erfolgreich zu sein.
Die Erfahrung aber zeigt, dass sie früher oder später an sich selbst scheitern, denn diese
Einstellung führt immer ins menschliche Abseits.
Anders ist das bei Menschen mit einem Gottesbezug. Seit jeher haben sie erkannt, dass sie,
trotz etwaiger Erfolge, im diesseitigen Leben immer begrenzt und unvollkommen bleiben
und auch, dass Gott Menschen ganz individuell führt, auch, um sie vor eingebildeten,
besserwissenden Menschen zu bewahren.
Liebe: Was ist Liebe? Es geht dabei ums Lieben und ums Geliebt werden.
Liebe ist viel mehr als das Gefühl, zu jemandem hingezogen zu sein; viel mehr, als eine auf
körperlicher, geistiger oder seelischer Anziehung beruhende Bindung; viel mehr, als ein
Mögen oder Begehren. Liebe ist eine Grundeinstellung und Haltung. Sie zeigt sich im
Denken, Fühlen, Verhalten und Tun, im ganzen Sein. Sie ist oder sie ist nicht. Wenn sie ist,
dann ist sie umfassend und offen, selbstlos und hingebungsvoll.
Paulus beschreibt uns die Liebe in 1.Kor 13, die Liebe, die Jesus uns vorgelebt hat.
U.a. schreibt er:
Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist
nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert
nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach.
Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit.
Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.
Demnach ist Liebe das Fundament des Lebens, Das Zentrale. Das Lebenswichtigste.
Liebe ist seelische Nahrung. Liebe ist u.a. Mitmenschlichkeit, Zuwendung und Anteilnahme,
Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft, Achtung und Verantwortung.
Liebe bewirkt in uns Lebensmut und Hoffnung, Vertrauen und Gelassenheit, Sicherheit und
inneren Frieden, Stärke und Hilfsbereitschaft. Ja, Liebe ermöglicht sogar das Unmögliche.
Ohne Liebe können besonders Kinder und alte Menschen nicht auskommen.
Und manche Älteren bedauern, dass sie diese Weisheit nicht schon viel früher hatten, denn
ein Leben ohne gegebene und erhaltener Liebe ist ein trauriges Leben, ein mühevolles,
freudloses und erbärmliches Leben.
Diese wahre Liebe wünschen Großeltern ihren Kindern und Enkelkindern. Ihre Altersweit-
sicht möchte, dass ihr Leben gelingt; möchte, dass sie zu dieser Liebe finden; möchte, dass
sie zu Gott finden, der diese Liebe ist und gibt.
Ihre weitsichtigen Liebe sieht die Ihren anders. Sie erkennen auch das Schlechte, bauen aber
auf das Gute in ihnen. Liebend, wohlwollend und ihnen zugewandt vertrauen sie darauf,
dass das Gute sich in deren Zukunft mit Gottes Hilfe voll entfalten wird und dass Liebe sie
durch ihr ganzes Leben führen wird.
Und weil sie den besonderen Wert von Gott, Glaube und Liebe in ihrem eigenen Leben
erkannt haben hoffen sie, dass auch ihre Nachfahren Jesus suchen und finden, ihn
annehmen, auf ihn hören, von ihm lernen und sich an ihm ausrichten. Schließlich wünschen
sie ihnen nur das Beste.
Hoffnung: Je älter man wird, desto mehr erkennt man, dass das alles Schöne, Gute und
Wertvolle im Leben keine Zufälle, sondern immer Geschenke Gottes sind, Geschenke, die
aus eigenem Bemühen nie erreichbar wären.
Deshalb ist ihnen Hoffnung, zuversichtlicher Glauben sehr wichtig. Sie leben in positiver
Erwartung dessen, was noch auf sie zukommen wird und sie freuen sich bewusst an dem,
was sie noch können und haben. Sie merken, dass die Kraft nachlässt und dadurch einiges
schwieriger wird.
Gerade deswegen setzen sie aufs Hoffen für ihre Zukunft. Dieses Hoffen ist ein Art
Optimismus, ist Zuversicht in das, was noch kommt.
Sie glauben an die Liebe und Güte und Fürsorge Gottes. Sie bauen darauf, dass er für sie
sorgt und ihnen beisteht, dass er ihnen hilft, besonnen zu sein, ein glaubwürdiges Leben zu
führen, verantwortungsbewusst zu handeln und sich im Glauben, in der Liebe und in der
Geduld zu bewähren. Ihre Weitsicht richtet sich vorwiegend auf Gott. Ihm nahe zu sein, ist
ihr Glück. Ihm nahe zu sein, gibt ihnen Frieden und lässt sie Schwieriges ertragen.
Hallo Du,
am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde,
danach die Pflanzen, Tiere und Menschen,
dann ruhte er sich aus und betrachtete sein Werk.
Es gefiel ihm
und es war gut so, so wie es war.
Nicht alles war perfekt,
jedenfalls nicht auf den ersten Blick,
und er hatte sich große Mühe gegeben
es genau so zu erschaffen,
obwohl er es auch anders hätte machen können,
aber es war gut so, genau so!
Die Menschen, nach seinem Bild geschaffen,
sollten auch noch etwas zu tun haben.
Sie sollten nicht nur überleben,
sie sollten auch leben lernen,
lernen, was es heißt,
einen freien Willen zu haben,
zu gestalten, zu erschaffen, zu erziehen,
versucht und verführt zu werden,
dankbar und demütig zu sein
und
zu lieben und sich lieben zu lassen.
Sie sollten lernen was es heißt,
Verantwortung zu tragen,
verantwortlich zu sein für sich selbt,
für ihren Nächsten und die für Natur,
die Gott ihnen anvertraut hat.
Die Schöpfung sagt
‚Ja’ zum Leben,
‚Ja’ zur Natur
und ‚Ja, Ja, Ja!’ zum Menschen,
der oft von sich glaubt, nicht perfekt zu sein
und den Anforderungen nicht zu genügen.
In der Schöpfung bejaht Gott sich selbst
und das sollte uns trösten und Mut machen,
denn wir sind ein Teil von ihm.
Sagen wir auch ‚Ja’ zu uns?
Immer?
Warum hadern und zaudern wir?
Was macht uns unsicher?
Wer sind wir?
Was macht uns aus?
Was ist unser Auftrag?
Die Antworten auf alle Fragen liegen in uns.
Wir müssen uns nur selbst entdecken,
uns Zeit nehmen zur Besinnung,
eine Reise durch unser Sein antreten,
mit unseren Gefühlen und Meinungen,
Einstellungen und Werten sprechen,
unsere Ängste und Hoffnungen kennenlernen
und so unser Wesen erkunden.
Wir können nur aus uns heraus leben,
uns öffnen und geben mit dem,
was wir sind, haben und können,
was wir denken, fühlen und tun.
In uns hinein zu leben hieße,
uns zu verschließen,
uns zu schämen, dass wir sind,
unser Licht zu verstecken
und im Dunkel umherzuirren,
ohne Orientierung, weit weg von Gott.
Niemand kann dauerhaft
ohne Licht und ohne Liebe sein,
ohne Gott und ohne Gemeinschaft,
ohne Sinn und ohne Wachstum;
er würde sterben und doch leben,
er wäre Tod
und würde sich doch durchs Leben quälen,
voller Sehnsüchte und Hoffnungen,
ohne Mut und Gottvertrauen,
ohne den Glauben an sich selbst.
Viel schöner ist es,
sich am Leben zu erfreuen,
es bedingungslos anzunehmen und zu bejahen.
Zu entdecken, was es bereithält,
zu nehmen, was es bringt,
teilzunehmen und es zu genießen,
sich zu zeigen und einzubringen,
sich zu leben und zu geben,
sich zu verschenken und zu verschwenden
ans Leben, an Gott, -
ihm zur Ehre.
In unseren Erfahrungen begegnen wir uns selbst,
unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten,
unsere Schranken und Grenzen
unserer Freude und unserem Leid,
unserer Angst und unserem Mut,
unserer Stärke und unserer Schwäche
und immer begegnen wir darin auch Gott,
der uns führt und begleitet,
der uns hilft, über uns hinauszuwachsen,
ihm entgegen.
Am Anfang war das Wort (Joh 1,4-11)
Hallo Du,
Am Anfang ist das Wort.
Das Wort ist das Licht, das uns führt.
Es kam in die Welt,
um alle Menschen zu erreichen,
um sich erkennen zu geben,
um seinen Gehalt, seinen Inhalt zu zeigen
und ihnen verständlich zu werden,
um ihnen zum Bild und Vorbild zu werden,
um weitergegeben zu werden,
um in ihnen zu wirken, sie anzuleiten und zu führen.
Das Wort begleitet sie;
es ist Nahrung
für ihren Geist, für ihr Herz und ihre Seele;
es gibt ihnen Halt und Orientierung und es richtet sie aus.
Es ist der Geist im Wort, der sie verändert.
Viele Menschen hören die Worte,
aber sie verstehen sie nicht.
Sie wissen nicht,
was Worte mit ihnen tun können und tun.
Sie können Quelle des Lebens sein,
Licht in der Dunkelheit oder Salz der Erde,
aber auch Last und Fluch, Hölle und Verdammnis.
Gute Worte werden oft wegen angeblicher Unwichtigkeit
oder Bedeutungslosigkeit abgewiesen;
oder auch wegen Zeitmangel, Lustlosigkeit,
Oberflächlichkeit und Lieblosigkeit.
Dafür leben die schlechten Worte und Wortbilder
umso stärker in ihnen.
Manche aber nehmen die Worte auf und vertrauen ihnen.
Sie glauben an deren Wahrheitsgehalt
und an die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit dessen,
der sie sagt und darin einen Teil von sich gibt,
sich darin preisgibt.
Und diese Worte tun Gutes in ihnen.
Das geschieht,
weil das Wort für sie eine neue Bedeutung bekommt,
weil es Beziehung und Gemeinschaft bedeutet,
weil es Wärme, Sicherheit und Geborgenheit gibt,
weil es Liebe und Zuwendung übermittelt,
weil es ihr Leben neu ausrichtet.
Es wird in ihnen zu Fleisch und Blut,
es wird in ihnen lebendig und wahr.
Es füllt sie aus, belebt, begeistert und erfüllt sie,
es erfüllt sich in ihnen.
Darin kann man seine Macht erkennen,
aber auch seine Barmherzigkeit und Gnade,
denn: << Am Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. >>
Wie selbst entscheiden,
welches Wort in uns Wirklichkeit wird
und welcher Geist uns erfüllt.
]]>
Hallo Du,
wie viel Weisheit steckt doch in diesem Psalmvers?
<<Herr, ich denke nicht zu hoch von mir,
ich schaue auf niemanden herab.
Ich frage nicht nach weitgesteckten Zielen,
die unerreichbar für mich sind.>>
Das erinnert mich sehr stark an mein Leben.
Mein Leben glich dem auf einer Fahnenstange.
Es war schmal, steil und unbequem.
Ich wollte hoch hinaus,
bis an die Spitze, bis nach ganz oben –
und ich habe es auch geschafft – leider.
Höher, größer, schneller, weiter, schöner, mehr,
das sind die treibenden Werte unseres Ehrgeizes
nach Anerkennung, Liebe, Erfolg, Besitz und Macht,
bestätigt durch die Leistungsgesellschaft,
eingeimpft von Eltern, Freunden und Schule,
vorgelebte Werte des sich Messens und Vergleichens.
Wo führen sie hin, diese „erhabenen“ Ziele?
Ja, sie führen nach oben
und mit jedem Zentimeter mehr
entferne ich mich von den anderen,
von mir selbst und auch von Gott
und das Leben bleibt unter mir zurück.
Um nach oben zu kommen,
brauche ich meine Hände und Füße.
Die Hände und Arme brauche ich
zum festhalten, ziehen und wegstoßen
und ich habe keine Hand mehr frei für andere.
Mit den Füßen kann ich mich schieben,
nach unten treten und mir Raum verschaffen
auf dem schmalen, engen und ach so beliebten Mast.
Mein Blick geht nach oben,
zur ersehnten und erhofften Spitze,
zu meinem selbstgewählten Lebensziel.
Da will ich unbedingt hin,
da ist das Mekka meiner Hoffnungen,
dafür setze ich meine Kräfte und Energien ein,
koste es, was es wolle.
Und weil das hochklettern so anstrengend ist,
möchte ich auch etwas davon haben.
Ich mache mich da, wo ich gerade bin,
dick und breit, damit mich jeder sehen kann
und auch, damit keiner an mir vorbei kommt.
„Was ich aus eigener Kraft erworben,
das gehört mir, das gebe ich nicht mehr her.“
Und so klettere ich, gut sichtbar für alle,
wichtig und gewichtig, immer höher und höher, -
wie ein Affe auf die Palme,
um die Kokosnuss zu pflücken,
den Lohn für seine Mühen.
Nur, da oben sind gar keine Früchte,
nur Schein, Enttäuschung und Ernüchterung.
Alles was ich am Ende der Fahnenstange finde, ist,
dass es dort nicht mehr weitergeht,
dass die Aussicht gut ist, wenn man mal Zeit dafür hat,
dass man von dort aus gut auf andere herabsehen kann.
Und ich finde dort oben Selbsterkenntnis,
den unangenehmen Blick in mein Inneres.
Ich finde meinen Stolz,
„ich habe es alleine geschafft“,
meine Eitelkeit,
„seht her, bin ich nicht toll“,
und meinen Hochmut,
den Übermut, mehr sein zu wollen, als ich bin
und den Mut, mich zum Affen zu machen.
Ich sage Euch, es ist enttäuschend
im Luftschloss an Ende der Fahnenstange,
in der Illusion, wichtig und besser zu sein:
Es geht nicht mehr weiter,
man ist alleine,
es weht ein scharfer Wind,
ständig muss man sich festhalten und anklammern,
es gibt kaum Schlaf und kaum etwas zu essen und zu trinken;
nur Dauerstress, kein Leben und kein Lieben.
Es gibt kein Zurück, denn zurück bedeutet Schmach,
ein Eingeständnis von Irrtum und Fehlbarkeit.
Sehnsüchtig sehe ich zurück, unter mich,
nach unten in die Weite und Breite,
dorthin, wo es sprudelt und quirlt,
dorthin, wo echte Begegnung, Freundschaft und Liebe lebt,
dorthin, wo das wirkliche Leben zuhause ist.
Und ich wünsche mir,
dass diese Fahnenstange schicksalhaft umfällt,
damit ich sie ohne Gesichtsverlust loslassen
und einfach weggehen, mich unter das Volk mischen könnte.
Ich könnte doch meinen liebgewonnenen Stolz,
meine Eitelkeit und meinen Hochmut behalten.
Doch es bleibt mir nichts erspart,
- und das ist auch gut so -,
Ich muss die Aussicht auf weiteren Erfolg
und meine verblendenden Illusionen aufgeben.
Ich muss es wirklich wollen und mich davon lösen.
Ich muss das alte überhebliche Leben loslassen
und aus eigener Kraft hinabsteigen zu den anderen,
auf gleiche Höhe, zurück ins Leben,
- zumindest innerlich.
Und so hangele ich mich mühsam zurück,
immer schneller und leichter,
dem wirklichen Leben entgegen.
Und mit jedem Zentimeter wird es in mir ruhiger.
Das Leben wird wieder breiter, tiefer und erfüllender,
lebendiger, wärmer und geborgener.
Oben war ich unerreichbar
und auch die anderen für mich,
Dort konnte ich nur mich selbst lieben und wärmen
und das ist frustrierend, das geht gar nicht.
Unten aber bin ich mitten drin.
Ich bin erreichbar und andere sind es auch.
Ich kann wieder lieben und geliebt werden;
ich kann wieder berühren und berührt werden;
ich kann wieder sprechen und angesprochen werden.
Ich bin in Augenhöhe, nicht mehr und nicht weniger.
Das berührt mich und spricht mich an.
Endlich wieder Mensch, einer von vielen,
einer der jetzt weiß, was wichtig ist.
Auf der Fahnenstange kann man nicht tanzen!
Amen
Hallo Du,
nichts ist so sicher,
wie das Amen in der Kirche.
Hoffentlich!
Hoffentlich sagen es viele ganz oft!
Für einige Menschen ist es das Zeichen,
dass die Predigt endlich zu Ende ist,
dass sie ihren Sitznachbarn aufwecken können,
dass sie zum Essen nachhause gehen können.
Für andere hat es den Sinn,
dass es eine christliche Abschlussformel ist,
dass der Pfarrer sich freut, fertig geworden zu sein,
dass man zu allem Ja und Amen sagen soll
und sich mit allem abfinden muss.
Wieder andere wissen,
dass es ein hebräisches Wort ist,
dass den Sinn hat:
So ist es! - So sei es!
So soll es sein! - So soll es werden!
Es bekräftigt das zuvor Gesagte,
es bestätigt ein Gebet oder eine Predigt,
eine Aussage oder Bitte,
einen Zuspruch oder einen Segen.
Der, der das Amen ausspricht oder wiederholt,
will damit sagen:
„Gnädiger Herr und liebender Gott,
ich baue auf Deine Zusagen
und ich berufe mich auf Deinen Sohn Jesus Christus,
der Deine Zusagen erneuert und bekräftigt hat.
Ich kann nur beten und erbitten,
ich kann mich einer Bitte
nur im gleichen Sinn und Geist anschließen,
Du aber kannst erfüllen.
Ich lege es jetzt in Deine Hände
und vertraue fest auf Deine Gnade und Weisheit.
Übernehme Du jetzt das Problem
und füge es zu einem guten Ausgang.
Ich bin voller Zuversicht,
dass Du es einrichten wirst.“
Ich erwarte nicht,
dass Gott für mich die Arbeit macht,
damit ich es leichter habe.
Nein, ich bitte Gott nur darum,
dass er wundervolle Gelegenheiten schafft,
die andere und auch ich ergreifen können,
um das Gebet Wirklichkeit werden zu lassen.
Mit dem Amen bestätige ich meine Bereitschaft,
aufmerksam nach Möglichkeiten auszuschauen
und meinen Teil zum Gelingen beizutragen.
Wenn ich Gott um etwas bitte,
und wenn ich es auch noch mit meinem Amen bekräftige,
dann übernehme ich auch die Verantwortung dafür,
es im Werden und im Sein zu unterstützen,
dann wird es ein Teil von mir und aus mir,
dann wird es ein Teil durch mich,
durch mich als Diener und Werkzeug Gottes.
Jedes Wort hat für den,
der es sagt oder hört immer den Sinn, den er ihm gibt.
Darum erweitere Dein Verständnis davon
und ergründe den wirklichen Geist, Sinn und Gehalt darin,
damit er Dir bewusst wird und dem Wort Tiefe und Leben gibt,
damit der Geist im Wort Dich und alles andere verändern kann, -
ganz besonders das kurze, segenbringende Wort „Amen“.
Bekräftige damit das, was Dir im Herzen brennt
und es wird werden! - Amen.
]]>
Hallo Du,
heute muss ich etwas sehr deutlich schreiben:
Ihr Frauen, glaubt bitte nicht,
ihr wärt etwas Besseres als die Männer,
nur weil ihr Frauen seid,
oder nur,
weil Ihr Kinder zur Welt bringen könnt.
Jeder weiß es,
es ist eine besondere Aufgabe und Leistung,
Mutter zu werden und Mutter zu sein,
aber das gibt den Frauen keine Vorrechte.
Jeder hat im Leben seine Aufgabe.
Besonders in den hochentwickelten Ländern,
in denen die Emanzipation der Frau
und die Empfängnisverhütung weit verbreitet sind,
hat sich der egoistische Spaß- und Lustfaktor von Frauen
ins Unfassbare gesteigert.
Auch wenn manche Männer
Frauen als Objekte gesehen haben oder gar noch sehen,
wiederholt bitte nicht den gleichen Fehler,
seht oder benutzt die Männer nicht als Objekte.
Ihr verratet damit Euer eigenes Wesen.
Gott hat euch als liebevolle Beziehungswesen geschaffen,
mit der besonderen Fähigkeit, Beziehung zu schaffen
und eine Gemeinschaft zusammenzuhalten.
Eure Begabung liegt
in der Kommunikation und der Verbindlichkeit,
in der Zweckmäßigkeit, Beständigkeit und Treue.
Bleibt euch deshalb bitte selbst treu.
Manche Frauen wollen ihre Männer ständig erziehen und verändern,
sie ihren Wünschen und Vorstellungen gemäß formen,
sie ihrem Idealbild anpassen.
Oft mit psychischen Druck oder Nachdruck,
mit Hartnäckigkeit und ständigen Vorwürfen.
Ihr armen, kurzsichtigen Frauen,
stellt doch bitte nicht Gottes Ordnung auf den Kopf.
Gott hat den Mann so geschaffen, wie er ist:
Stark und in vielerlei Hinsicht unbeholfen;
und das hat sicherlich auch seinen Sinn,
auch wenn ihr den nicht seht oder einsehen wollt.
Der Mann soll Mann bleiben können,
denn sonst nützt er euch nichts.
Er wäre nicht mehr selbstbewusst.
Er wäre ständig verunsichert und verärgert;
er wäre unausgeglichen und würde aggressiv
und seine Libido würde erlahmen,
denn ihr seid dann nicht mehr attraktiv.
Wenn ihr eure Männer nicht mit Respekt und Achtug behandelt,
werden eure besonderen Gaben nicht eingesetzt,
herausgefordert, weiterentwickelt und vervollkommnet.
Was habt ihr auf Dauer von verweichlichten Männern?
Seid froh, dass Männer vieles nicht können, was ihr könnt,
aber bedenkt auch, dass ihr vieles nicht könnt, was sie können.
Bedenkt auch,
dass es genauso dumm und kurzsichtig ist,
wenn ihr sein wollt wie sie,
wenn ihr die gleichen Fähigkeiten und Berufe haben wollt,
die gleichen Belastungen, den gleichen Kampf und Stress.
Ihr werdet dann auch die gleichen Krankheiten bekommen
und früher sterben.
Bisher wart ihr die Lebensklügeren,
doch jetzt zerbrechen immer mehr Beziehungen,
Ehen und Gemeinschaften
und alle haben Nachteile dadurch,
das gesamte Gemeinwesen leidet darunter.
Besinnt euch bitte darauf, was die Bibel sagt.
Es ist nicht altmodisch oder gar frauenfeindlich,
nein, es ist nur sehr weise.
Die Frau soll dem Mann untertan sein;
der Mann soll die Frau lieben, achten und ehren.
Es ist wie beim Tanzen,
einer muss die Führung übernehmen, sonst klappt es nicht.
Bedenkt, dass der Mann deshalb führt,
weil das eher seiner Natur entspricht
und er nicht so einfühlsam ist, wie ihr es seid.
Lasst also den Männern ihr Wesen und Ihre Rolle.
Bestärkt und nutzt sie darin und lebt eure eigene.
Aber hier auch ein Appell an die Männer:
Liebt, achtet und ehrt eure Frauen,
aber lasst euch nicht von ihnen auf der Nase herumtanzen,
sondern geht solchen Frauen lieber aus dem Weg.
Bleibt so, wie Gott euch geschaffen hat
und erfüllt eure Pflichten.
Mann und Frau sind unterschiedlich und sollen es auch bleiben,
denn nur so könnt ihr Euren gemeinsamen Auftrag erfüllen
und zusammenwachsen,
über euer Ego hinaus zum liebevollen Wir,
zum verantwortungsbewussten Selbst
und zum vertrauensvollen Miteinander.
]]>
Hallo ihr Männer,
glaubt nur nicht, ihr seid besser als die Frauen,
nur weil ihr mehr Kraft habt oder aggressiver seid,
nur weil ihr Euch besser auf einzelne Dinge konzentrieren könnt,
oder weil ihr unkritisch schneller Lösungen findet.
Diese Vorteile machen Euch auch kurzsichtig und überheblich.
Auch Ihr seid zart besaitet,
braucht eine Menge Selbstbewusstsein
und viel Liebe, Zuwendung und Fürsorge
für Eure empfindsamen Seelen.
Aber das brauchen die Frauen auch,
sie zeigen es nur nicht so offen.
Gerade sie sind zartfühlende Wesen,
die Euren Schutz und Eure aufmerksame Liebe brauchen.
Achtet und ehrt die Frauen,
denn ohne sie ist Euer Leben einseitig und fade.
Sie erst machen Euch zu richtigen Männern
und zu verantwortungsbewussten Vätern.
Auch wenn sie manchmal durch ihr Äußeres
in Euch Begierden wecken,
so sind sie doch keine Objekte,
sondern Menschen mit einem ganz eigenen Wesen,
das erkannt und geliebt werden möchte.
Aber weil ihr sie so bewundert,
versucht nicht,
ihre Eigenarten oder Verhaltenweisen zu übernehmen
und lasst Euch von Ihnen auch nicht dazu überreden!
Das wäre auf Dauer für beide Seiten langweilig.
Ihr habt ein anderes Wesen und andere Aufgaben,
lebt Euch selbst und tut Eure Pflicht.
Manche Männer wollen alles besser wissen,
ihre Frauen verändern,
ihnen Vorschriften machen,
sie einschränken oder gar besitzen.
Ihr armen, einfältigen Männer!
Lasst Euch doch nicht von Euren Instinkten beherrschen.
Wollt ihr denn Eure Frauen zu willfährigen Puppen machen,
schön anzusehen, aber ohne Hirn und Persönlichkeit?
Gebt ihnen Freiraum,
lasst sie sich selbst orientieren und in ihrem Wesen wachsen.
Gerade sie, mit ihrer starken Selbstkritik
und ihren ständigen Zweifeln und Verunsicherungen,
brauchen diese Wachstumsmöglichkeiten.
Ihr, mir Eurer praktischen und selbstbewusst männlichen Art,
könnt sie dabei unterstützen und ermutigen.
Ersetzt Eure natürliche Wildheit
durch Aufmerksamkeit, Güte und Warmherzigkeit,
durch Treue und rücksichtsvolles ‚auf sie eingehen’,
zum Wohle der Frau,
aber auch zum Wohle der Familie und von Euch selbst.
In vielen Dingen sind die Frauen
ohnehin beziehungsklüger als ihr.
Mischt Euch da nicht ein und hört auf sie.
Lasst den Frauen ihre Rolle und lebt Eure eigene.
Und ihr Frauen,
lasst Euch nicht von lieblosen,
herrschsüchtigen Männern auf der Nase rumtanzen;
aber wenn sie Euch achten und ehren,
seid ihnen untertan und ermutigt und bestätigt sie.
Ihr habt die Fähigkeiten und Möglichkeiten,
auszugleichen und Pole zu verbinden.
Nutzt sie durch Eure Klugheit.
Geht ihr Euren Weg
und lasst die Männer ihren eigenen Weg gehen.
]]>
An die, die Gott noch nicht kennen
Liebe Mitmenschen,
viele von euch wissen noch gar nicht,
dass sie von Gott geliebt und von ihm hoch geachtet werden.
Wisst ihr, dass er euch aus eurem Leid und Elend befreien und erlösen möchte,
ja bereits erlöst hat? Ich sehe euer Leid und es schmerzt mich. Ich sehe eure Suche und
euer Streben, eure Verlorenheit und eure Hilflosigkeit und mein Herz weint.
Ich weiß es. Ich habe es am eigenen Leib erfahren. Ich weiß, wovon ich rede und ich verspreche euch,
dass ich die Wahrheit schreibe und dass alles, was Jesus in der Bibel sagt und was ich mit ihm erlebt habe,
wirklich wahr ist.
Gott war mit mir gnädig, so wie er auch mit euch gnädig sein will.
Ich kann und darf euch sagen, dass Gott mich durch Jesus Christus geheilt, geheiligt und gerechtfertigt
hat, so, wie er es auch mit euch tun will. Er hat sich mir offenbart und mich dadurch sehend gemacht.
Er hat mich zu liebevollem Handeln befähigt und befleißigt. Er hat mir mein Leid genommen und ein
neues, reichhaltiges und erfülltes Leben gegeben. Genau das Gleiche wird er mit euch tun.
Ich weiß es! Ich garantiere es! Ich bin mir dessen gewiss!
Sucht ihn. Findet und erkennt ihn durch die Worten und das Tun Jesu. Öffnet euch für ihn.
Lasst euch doch von Ihm eure Last abnehmen und einen ganz anderen Reichtum schenken.
Lasst euch doch von seiner gnädigen Liebe anzünden, auf dass auch ihr darauf brennt, aus
Liebe, Freude und Dankbarkeit Gutes zu tun.
Ich bitte euch darum. Ich bitte ihn darum. Ich bete für euch. Tut ihr es mir gleich!
Wie wird ein Haus gebaut? Mit einzelnen Steinen.
Nach und nach werden einzelne Steine zusammengefügt, solange bis das Haus fertig ist.
Wie wird Glaube gebaut? Durch Gottvertrauen. Durch einzelne, mutige Glaubensschritte.
Nach und nach wagen wir in festem Glauben Schritte und erkennen darin Gottes
mächtiges Handeln.
Nach und nach trauen wir Gott immer mehr zu, dass er tut, was er versprochen hat und
dass er erfüllt, worum wir ihn bitten.
Wie wird ein gelingendes Leben gebaut? Durch liebevolles Tun. Durch persönlichen Einsatz.
Nach und nach finden und entwickeln wir unsere Liebe: Unsere Freude, Freundlichkeit und Güte, unsere
Dankbarkeit, Geduld, Gottestreue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung und erhalten daraus Stärke
und inneren Frieden. All das, was wir selbst im Überfluss erhalten haben, geben wir gerne an andere
weiter, die noch nicht so weit sind.
Was ermöglicht das und hält alles zusammen? Jesus! Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe, zu denen
er uns befreit hat. Vor allem aber die Liebe. Sie ist das Lebenselixier. Sie ist das offene Lebensgeheimnis.
Sie allein bewirkt alles. Ohne sie ist alles nichts.
]]>
Anders sein - ist das gut so? (Mk 4,26; HfA)
Hallo Du,
wenn ich mich manchmal mir anderen vergleiche,
stelle ich immer wieder fest, dass ich anders bin.
Ist das gut so und von Gott gewollt?
Nun gut, in den Körperfunktionen unterscheiden wir uns weniger,
dafür aber in Anderem umso mehr, z.B.:
Im Denken und in der Empfindsamkeit,
in den Ansichten, Einstellungen und Sichtweisen,
in den Lebenserfahrungen und Schlussfolgerungen,
im Planen, Wollen und Beabsichtigen,
in den Begabungen und im Tun,
im Fühlen, Mitfühlen und Erkennen,
im Lieben und im Leiden,
im Wesen und bewussten Sein,
im Gottvertrauen und in der Zuversicht.
Ich freue mich über Gemeinsamkeiten, sie bestätigen und verbinden.
Aber ich freue mich auch über die Unterschiedlichkeiten,
in denen wir uns ergänzen können.
Wie langweilig und ungesund wäre es, wenn wir alle gleich wären?
Und doch gehört Mut dazu, Selbstbewusstsein,
anders zu sein und zu bleiben, eigen zu sein!
Vor ein paar Tagen bin ich an üppig blühenden Feldern
mit unterschiedlichsten Pflanzen vorbeigekommen
und wie gebannt stehengeblieben.
Der ungewohnte Anblick, ihre Buntheit und das Summen und Brummen darin
faszinierten mich, berührten mich, erfreuten mich.
Hier war Leben in Fülle. Hier war etwas stimmig. Hier war eine Seelentankstelle.
Hier konnte ich die Schönheit der Vielfalt genießen.
Oh, könnte doch alles so beruhigend, erfüllend und friedlich sein.
Eigentlich bringt Vergleichen ja nichts, außer, man erkennt,
dass man ein abgestumpftes Innenleben hat,
das Erfrischung und Aufmunterung braucht,
Abwechslung und Erneuerung,
Weite, Leichtigkeit und Gelassenheit,
Sonne, Licht, Regen und Wind,
vielleicht sogar auch Blitz und Donner,
bestimmt aber Offenheit, Buntheit, Anregung und Ergänzung,
wahrscheinlich auch belebende Gemeinschaft und eine erneuerte Verbindung mit Gott.
Herr,
möge unser Inneres stets hell und bunt sein, belebend und erfreulich für andere.
Helfe uns, wieder zu innerer Harmonie und Eintracht zu kommen, zu fester
Verbundenheit mit dir.
Herr,
lasse uns weise werden und erkennen, was für unser Seelenheil wichtig ist.
Decke in uns verborgene Ungereimtheiten und Widersprüche auf,
auch Unzufriedenheit und Enttäuschung, damit wieder Lebensmut entsteht.
Herr,
fülle uns überfließend mit deiner Liebe an,
damit wir erniedrigendes Vergleichen aufgeben
und uns selbst so annehmen, wie du uns gewollt hast.
Herr,
lasse uns auch für unsere Schwächen dankbar sein,
in denen wir zulassen, uns von dir berühren und erweitern zu lassen.
Helfe uns, das zu tun, was wir in Liebe tun können
und auch dabei, dir vertrauensvoll zu überlassen, was wir nicht vermögen
Stärke unsere Zuversicht in dein weises und vorausschauendes Wirken
und lasse uns immer wieder deine Liebe und Güte erkennen,
die uns in Vielfalt und Buntheit und im Glauben begegnet.
Sei du unsere Tankstelle für Mut, Kraft und Zuversicht,
für Offenheit, Vertrauen und Lebensfreude.
Wenn ich mich manchmal mir anderen vergleiche,
stelle ich immer wieder fest, dass ich anders bin.
Auch, weil du mich gerufen hat und ich zu dir finden konnte.
Auch, weil ich mich, andere und das Leben nun mit anderen Augen sehe.
Auch, weil nun Frieden und Gelassenheit und Gottvertrauen mich erfüllen.
Und das ist gut so!
Danke dafür. Amen.
Gottes Reich kann man vergleichen mit einem Bauern und der Saat,
die er auf sein Feld gesät hat. (Mk 4,26; HfA)
]]>
Hallo Du,
es gibt Menschen, die wollen anders sein, als sie sind.
Die sind mit sich nicht zufrieden. Die gefallen sich nicht. Die lehnen sich ab.
Die haben andere Erwartungen an ihren Körper und ihr Aussehen,
an ihre Fähigkeiten und Begabungen, an ihre Gefühle oder ihre Intelligenz,
an ihr Temperament oder ihre Empfindsamkeit, an ihren Wert,
an ihre Gesundheit, ihre Lebensumstande oder ihre Möglichkeiten
oder an mach anderes.
Menschen, die mit sich nicht im Frieden sind, orientieren sich an anderen,
wollen sein wie sie oder das haben, was sie an ihnen besonders finden.
Sie sind neidisch darauf und versuchen, es nachzumachen und auch zu sein.
Trotzdem bleiben sie unglücklich, denn eine Kopie kann nie ein Original sein.
Wer anders sein will als er/sie ist, kennt sich nicht sehr gut,
hat noch nicht entdeckt, was an sich besonders, außergewöhnlich und einmalig ist,
was er/sie besonders gut kann, was er/sie gerne tut, was ihm/ihr Freude bereitet,
welche Aufgaben ihm/ihr in der Gemeinschaft zugedacht sind.
Diese Aufgaben müssen nicht unbedingt spektakulär sein, sondern angemessen,
bei jedem nach eigenem Vermögen, lösbar, sinngebend und erfüllend.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. (1. Mo 1,26)
Gott, im majestätischen Plural, in seiner Vielschichtigkeit, macht auch die Menschen vielschichtig, unterschiedlich,
ihm in einzelnen Wesenszügen ähnlich.
Das ist ungeheuer viel. Mehr könnten Menschen nicht aushalten. Mehr würde sie überfordern oder übermütig
machen.
Doch in ihrem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Zuwendung, Frieden, Liebe und Geborgenheit sind alle gleich, auf
Gottes den Lebensgeber angewiesen.
Vor ihm gelten nicht Schönheit oder Status, nicht Wissen oder Raffinesse, nicht Reichtum oder Einfluss, sondern
Echtheit und Ehrlichkeit, Offenheit und Dankbarkeit, Gottvertrauen sowie liebevolles Umgehen mit anderen und mit
sich selbst.
Darin liegen Verantwortung, Akzeptanz und Toleranz wie auch Freude und Frieden, Geduld und Freundlichkeit, Güte
und Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.
Mal ehrlich: Menschen, die anders sein wollen, lehnen sich irgendwie gegen Gottes Willen auf, denn Gott in seiner
unendlichen Weisheit hat sie genauso gemacht, wie sie sind, damit sie die Aufgaben durchführen können, die er für
sie vorgesehen hat. Wären sie wie andere, wäre das eine Abwertung, sie wären ersetzbar und austauschbar, ohne
eigene Kreativität und Originalität, ohne Eigenheit und Individualität, ohne eigene Persönlichkeit, Massenware.
Könnte es sein, dass solche Menschen mit ihrer Einstellung und ihren Ansprüchen Gott indirekt Vorwürfe machen,
dass sie nicht so sind, wie sie es gerne wären?
Könnte es sein, dass sie schöner, besser, hervorragender, geliebter oder wertvoller sein wollen als andere?
Könnte es sein, dass sie zu sehr auf sich fixiert sind und das rechte Augenmaß verloren haben?
Jeder hat doch seine Schwächen und Macken, seine Nöte und Lasten, seine Grenzen und Einschränkungen.
Die entwerten uns doch nicht, sondern sie sind Ansporn, über unsere Ängstlichkeit und Zweifel hinauszuwachsen,
darin zu reifen, in ihnen zu Gott zu finden und ihm zu vertrauen und zu gehorchen, ihm aufgrund unserer
Lebenserfahrung im Dienst am Nächsten zu dienen.
Ja, Leben ist ein ständiges Ringen mit Gegebenheiten. Das geht jedem Menschen so. Darin erfolgreich zu sein,
ist Belohnung und Ansporn, Freude und Ermutigung, ist bitten und beten und ringen mit Gott um Klarheit,
Wegweisung und Beistand, ist Gottes Antworten hören, ist Gott begegnen, ist mit Gott gehen.
Jesus betete: Mein Vater, wenn es nicht anders sein kann und ich diesen Kelch trinken muss, dann soll dein
Wille geschehen. (Mt 26,42)
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Anders sein - und das ist gut so! (Mk 4,26; HfA)
Hallo Du,
wenn ich mich manchmal mir anderen vergleiche,
stelle ich immer wieder fest, dass ich anders bin.
Nun gut, in den Körperfunktionen unterscheiden wir uns weniger,
dafür aber in anderem umso mehr, z.B.:
Im Denken und in der Empfindsamkeit,
in den Ansichten, Einstellungen und Sichtweisen,
in den Lebenserfahrungen und Schlussfolgerungen,
im Planen, Wollen und Beabsichtigen,
in den Begabungen und im Tun,
im Fühlen, Mitfühlen und Erkennen,
im Lieben und im Leiden,
im Wesen und bewussten Sein,
im Gottvertrauen und in der Zuversicht.
Ich freue mich über Gemeinsamkeiten, sie bestätigen und verbinden.
Aber ich freue mich auch über die Unterschiedlichkeiten,
in denen wir uns ergänzen können.
Wie langweilig und ungesund wäre es, wenn wir alle gleich wären?
Und doch gehört Mut dazu, Selbstbewusstsein,
anders zu sein und zu bleiben, eigen zu sein!
Vor ein paar Tagen bin ich an üppig blühenden Feldern
mit unterschiedlichsten Pflanzen vorbeigekommen
und wie gebannt stehengeblieben.
Der ungewohnte Anblick, ihre Buntheit und das Summen und Brummen darin
faszinierten mich, berührten mich, erfreuten mich.
Hier war Leben in Fülle. Hier war etwas stimmig. Hier war eine Seelentankstelle.
Hier konnte ich die Schönheit der Vielfalt genießen.
Oh, könnte doch alles so beruhigend, erfüllend und friedlich sein.
Eigentlich bringt Vergleichen ja nichts, außer, man erkennt,
dass man ein abgestumpftes Innenleben hat,
das Erfrischung und Aufmunterung braucht,
Abwechslung und Erneuerung,
Weite, Leichtigkeit und Gelassenheit,
Sonne, Licht, Regen und Wind,
vielleicht sogar auch Blitz und Donner,
bestimmt aber Offenheit, Buntheit, Anregung und Ergänzung,
wahrscheinlich auch belebende Gemeinschaft und eine erneuerte Verbindung mit Gott.
Herr,
möge unser Inneres stets hell und bunt sein, belebend und erfreuen für andere.
Helfe uns, wieder zu innerer Harmonie und Eintracht zu kommen, zu fester Verbundenheit
mit dir.
Herr,
lasse uns weise werden und erkennen, was für unser Seelenheil wichtig ist.
Decke in uns verborgene Ungereimtheiten und Widersprüche auf,
auch Unzufriedenheit und Enttäuschung, damit wieder Lebensmut entsteht.
Herr,
fülle uns überfließend mit deiner Liebe an,
damit wir erniedrigendes Vergleichen aufgeben
und uns selbst so annehmen, wie du uns gewollt hast.
Herr,
lasse uns auch für unsere Schwächen dankbar sein,
in denen wir zulassen, uns von dir berühren und erweitern zu lassen.
Helfe uns, das zu tun, was wir in Liebe tun können
und auch dabei, dir vertrauensvoll zu überlassen, was wir nicht vermögen
Stärke unsere Zuversicht in dein weises und vorausschauendes Wirken
und lasse uns immer wieder deine Liebe und Güte erkennen,
die uns in Vielfalt und Buntheit und im Glauben begegnet.
Sei du unsere Tankstelle für Mut, Kraft und Zuversicht,
für Offenheit, Vertrauen und Lebensfreude.
Wenn ich mich manchmal mir anderen vergleiche,
stelle ich immer wieder fest, dass ich anders bin.
Auch, weil du mich gerufen hat und ich zu dir finden konnte.
Auch, weil ich mich, andere und das Leben nun mit anderen Augen sehe.
Auch, weil nun Frieden und Gelassenheit und Gottvertrauen mich erfüllen.
Und das ist gut so!
Danke dafür. Amen.
Gottes Reich kann man vergleichen mit einem Bauern und der Saat,
die er auf sein Feld gesät hat. (Mk 4,26; HfA)V
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Änderung beginnt im Kopf
„Orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt,
sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will: Es ist das,
was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht.“ (Röm 12,2)
Hallo Du,
geht es dir gut?
Klar geht es dir gut, du hast ja fast alles.
Ja, fasst alles.
Da wäre nur noch das und das und das, was ich auch noch gerne hätte!
Mit dem und dem … ginge es mir dann wirklich spitze. – Wirklich?
Menschen streben danach,
mehr Geld zu haben, um sich weitere Dinge zu leisten;
mehr Dinge zu haben, um Spaß damit zu haben;
mehr Spaß zu haben, um das Leben zu genießen!
Welches Leben?
Dient mir das alles zum Zeitvertreib?
Weshalb vertreibe ich die Zeit?
Ich müsste mich doch freuen, sie zu haben.
Was ich mit ihr alles machen könnte?
Warum machen mir Dinge so schnell keinen Spaß mehr?
Ist es lediglich der Reiz des Neuen, also Neugier?
Warum freue ich mich nicht richtig?
Spaß und Freude sind wohl nicht das Gleiche.
Ich möchte mich doch nur richtig freuen können.
Freuen wie ein Kind.
Glückliche Augen haben.
Vor Freude strahlen.
Frei lachen.
Natürlich aufgeregt sein.
Vor Freude und Dank überlaufen.
Immer wieder davon erzählen.
Im Glück die ganze Welt umarmen.
Ich möchte unerwartetes Glück haben, kein selbstgekauftes.
Ich möchte geschenktes Glück haben, kein gewolltes.
Ich möchte überrascht werden, von der Zuneigung anderer.
Ich möchte erkennen, dass ich für andere wichtig bin.
Ups! Wollen das nicht alle?
Sie wollen es, aber sie bekommen es nicht.
Deshalb kaufen sie es sich. Aber das ist nicht das Gleiche.
Das ist Selbstbefriedigung, vorübergehende Befriedung meines Selbst’s.
Suche ich Frieden? Frieden wovon?
Brauche ich Abstand zu meinem Selbst, zu meinem „Ich“,
um diesen Frieden zu finden?
Brauche ich Abstand von der Welt,
um andere Maßstäbe kennen zu lernen?
Ups, was bemerke ich da?
Ich will ja das, was alle wollen.
Ich mache es ja genau so, wie sie.
Ich renne hinter den gleichen Dingen her wie sie auch,
vielleicht um zu zeigen,
dass ich zu ihnen gehöre,
dass ich einer von ihnen bin,
dass ich zu ihnen gehören möchte.
Bin ich ein Ochse, der hinter einer Leitkuh her rennt?
Ich verhalte mich wie sie,
ich denke wie sie,
ich bin wie sie!
Wie kann ich „ich“ sein, wenn ich wie sie bin?
Mache ich nur nach, was sie mir vormachen?
Hält mich ihre Vormacht zurück?
Sind sie mir Vorbild?
Verbildet mich ihr Denk- und Verhaltensbild.
Eigentlich möchte ich ja anders sein,
eigenständig, unabhängig, kreativ, …, vielleicht sogar einmalig.
Ein schöner Gedanke!
Keiner so wie ich?!
Ich habe etwas, was sonst kein anderer hat?!
Ich werde deshalb gebraucht.?!
Ich kann etwas geben, was andere brauchen, weil sie es nicht haben?
Ich müsste gar nicht sein wie sie, um anerkannt zu werden,
denn ich hätte etwas, was sie nicht haben,
was sie aber gerne kennen lernen möchten.
Komisch, mir geht es mit ihnen genauso.
Die können manches besser als ich,
und das lasse ich mir gerne zeigen.
Ich kann von ihnen lernen.
Manches kann ich besser. - Das freut mich.
Das kann ich ihnen zeigen.
Huch? Was ist mit mir los?
Ich denke ja plötzlich ganz anders.
Der Gedanke lässt mich nicht mehr los,
dass ich etwas habe und kann, was sie brauchen
und dass sie etwas haben, was ich brauche.
Braucht jeder jeden!?
Wenn ich gebraucht werde,
wozu vertreibe ich mir dann noch die Zeit?
Ich könnte sie dazu nutzen,
meine Fähigkeiten aufzupolieren,
sie noch schöner und glänzender zu machen,
sie zu besonderen Geschenken weiterzuentwickeln.
Wenn ich Zeit hätte, dann könnte ich mich ja auch
an den Geschenken der anderen erfreuen,
mich mit ihnen freuen,
mit ihnen lachen,
mit ihnen zusammen sein.
Also das gefällt mir!
Mich mit anderen austauschen.
Mich zeigen und sie kennenlernen.
Geben und nehmen.
Das Besondere in mir zeigen und es genießen.
Das Besondere in ihnen sehen und es genießen.
Jeder bekommt, was er braucht.
Diese gegenseitige Anerkennung verstärkt.
Diese ergänzende Gemeinschaft erweitert.
Dieses neue Denken inspiriert.
Es schafft Energie.
Es drängt zum Tun.
Es verändert mich und meine bisherigen Einstellung und Werte.
Es macht mich beziehungsfähig.
Es macht mich zu dem Kind, das ich früher einmal war,
zu dem Kind, das heimlich früh aufgestanden ist,
um der Mutter einen Strauß Feldblumen zu pflücken, einfach so!
Etwas in mir hat mich dazu gedrängt.
Heute weiß ich, dass es tiefempfundene und unkomplizierte Liebe war,
eine herzliche Liebe, die heute wieder da ist,
eine Liebe,
die Hindernisse überwindet, die überfließt, stärkt und verschenkt,
die dauerhafte Freude bereitet, die wärmt, trägt und versteht.
Offensichtlich sind Liebe und Freude eng miteinander verbunden.
Im Impuls, in der Idee, im liebevollen Gedanken ist diese Liebe erwacht.
Im Suchen der Blumen hat sie sich verstärkt.
Im Pflücken der Blumen hat sie sich entfaltet.
Im Schenken hat sie sich erfüllt.
Sie hat meine Mutter und mich erfüllt.
Meine Mutter hat sich gefreut wie ein kleines Kind.
Ich habe ihre glücklichen Augen gesehen,
Sie hat gestrahlt und gelacht.
Ich habe diese Freude zunächst nicht verstanden,
denn ich war ja nur einem Impuls gefolgt.
Aber ihre Reaktion hat mir gefallen. Ich habe sie nicht vergessen.
Freude wird offensichtlich durch unerwartete Geschenke vermittelt,
in denen sich Liebe und Zuneigung ausdrücken.
Was soll ich sagen?
Lasst euch von euren Herzensimpulsen inspirieren und führt sie aus.
Gebt ihnen Raum, damit sie immer stärker werden können.
Handelt danach, damit die darin enthaltene Reinheit sichtbar wird.
Verschenkt die in euch enthaltene Liebe zur Ehre dessen,
der sie euch geschenkt hat, zur Ehre Gottes, unseres Schöpfers.
Orientiert euch nicht am Verhalten
und an den Gewohnheiten der anderen, sondern
„Macht den Weg frei für den Herrn!
Räumt alle Hindernisse hinweg!“ (Jesaja 40,3)
Lasst euch von der Liebe verändern, die in eurem Wesen vorhanden ist.
Lasst euch diese Liebe von Gott verstärken.
Veränderung beginnt im Kopf
und überträgt sich von dort dauerhaft aufs Herz.
Liebevolles Denken „ändert euch von Grund auf!“
„Wer (aber) dennoch in der Sünde leben will,
der soll nur weiter darin leben.
Wer seinen Lastern nicht absagen will,
der wird weiter daran gebunden bleiben.
Wer ein Leben führt, wie es Gott gefällt,
der achte darauf, dass sich daran nichts ändert.
Und wer Gott gehört, der soll alles daransetzen,
dass er ihm immer mehr zur Verfügung steht. (Offb 22,11)
Anerkennendes Staunen
Hallo Du,
wann hast Du zum letzten Mal so richtig gestaunt?
Weißt Du überhaupt noch, wie Staunen geht?
Ich staune jeden Tag mehrmals.
Ich staune über Dinge, die mir passieren,
die aber gar nicht passieren dürften.
Ich staune über Dinge, die ich einfach weiß,
obwohl ich sie gar nicht wissen kann.
Ich staune über Dinge, die ich gut mache,
obgleich ich keine Ahnung habe, wie es geht.
Ich staune über „Zufälle“, die sich im richtigen Moment ereignen,
die mein Fühlen, Denken und Handeln plötzlich sinnvoll machen.
Ich staune über ‚meinen Schutzengel’
der mich schon häufig vor Schlimmem bewahrt hat.
Ich staune über Zusammenhänge,
die sich scheinbar wie von selbst zusammenfügen.
Es geschehen wunderbare Ereignisse um mich herum,
die ich überhaupt nicht erwartet habe
und die ich auch nicht erwarten konnte,
ja, die ich jemals für möglich gehalten hätte.
Das ist mir früher nicht so gegangen,
oder, ich habe es damals einfach nicht bemerkt.
Wie dem auch sei,
ich finde es toll, diese Wunder wahrzunehmen
und jedes Mal, wenn so etwas geschieht,
danke ich meinem Schöpfer dafür,
dass er alles so wunderbar regelt,
viel besser, als ich es jemals hätte tun können.
Dieses Staunen verwandelt sich und mich immer mehr.
Aus einem skeptischen Erstaunen,
wird ein verwundertes Bewundern,
ein beeindrucktes Bestaunen,
ein anerkennendes ‚daran Glauben’,
fast schon ein ‚sich darauf verlassen’.
Solange ich mein Leben selbst geplant habe,
gab es keinen Raum für Überraschungen,
weder für die angenehmen
und ganz besonders keinen für die unangenehmen.
Das Angestrebte und Erwartete wurde,
mit weniger oder mehr Krafteinsatz erreicht -
oder, wenn es sein musste, erzwungen.
Ich habe es weit damit gebracht.
Letztlich so weit, dass ich erkennen konnte,
dass dies ein absolut falscher Weg ist,
der uns und andere verletzt,
auf Dauer überfordert,
in die Irre führt
und krank macht.
Es ist viel schöner, eleganter und leichter,
mit der natürlichen Welle der Gegebenheiten zu surfen,
als die Welle selbst zu erschaffen, um darauf surfen zu können.
Es ist viel schöner, eleganter und leichter,
Gott seine Aufgaben selbst machen zu lassen
und das freudig und dankbar zu erkennen und zu nutzen,
was er uns als Aufgabe für unsere Gaben gibt.
Seitdem ich immer weniger meinen eigenen Willen durchsetze,
komme ich aus dem Staunen und Wundern kaum noch heraus.
Ich bin erstaunt und überrascht darüber,
dass Gott in allem Gutes bewirkt
und dass er auch mich als Werkzeug benutzt,
Gutes zu tun und tun zu können.
Und,
ich bin noch mehr darüber erstaunt und überrascht,
dass das bisher so wenige Menschen herausgefunden haben,
obwohl es doch so einfach ist.
Aber ich wünsche mir und Dir,
dass auch Du es bald herausfinden wirst.
Dazu braucht es nur Eines:
Ein gerüttelt und geschütteltes Maß an Gottvertrauen.
Herr, ich staune gerne darüber, was Du alles kannst!
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Anfechtungen gehören zum Leben
Hallo Du,
ich bin Deine ganz persönliche Anfechtung,
manche nennen mich auch Verlockung oder Versuchung.
Da jeder Mensch andere Schwachstellen hat,
erscheine ich in vielen verschiedenen Formen.
Du kennst mich,
da bin ich mir ganz sicher,
Du versuchst manchmal, mir zu widerstehen,
aber Du erliegst mir doch immer wieder.
Meine Aufgabe ist es,
Dich immer wieder aus dem Gleichgewicht zu bringen,
Deine Einstellungen und Vorsätze,
Deine Gedanken, Worte und Taten
immer wieder auf Reinheit und Lauterkeit zu prüfen.
Ich verspreche Dir Spaß, Sinneslust und Vorteil,
Einfluss und Macht, Erfolg und Mut,
unmittelbaren aber kurzzeitigen persönlichen Gewinn.
Meine Angebote sollen Dich verlocken
und zu Handlungen oder Dingen verführen,
die Du gerne haben und genießen möchtest,
die aber nicht gut für Dich sind;
die Dich von Deinem geraden Weg abbringen.
Ich will sehen,
wie Du auf diese Versuchungen reagierst
und was Du machst.
Wenn Du den Verlockungen nicht widerstehen kannst,
wenn es mir gelingt, Dich anzufechten und zu Fall zu bringen,
dann werde ich immer stärker,
dann wirst Du immer häufiger fallen,
dann wirst abhängig, ruhelos und leer,
dann verfällst Du mir immer mehr
und verlierst Dich selbst.
Wenn Du mir aber widerstehst,
immer häufiger die Bewährungsproben bestehst,
dann werden Dein Charakter und Deine Persönlichkeit wachsen
und Dir angenehme, positive Ausstrahlung geben, aus Dir leuchten,
dann wird Dein Glaube fest und unerschütterlich werden,
dann wird Friede und Zuversicht in Dir sein und
Du wirst in geistlicher Reife mit Gott verbunden sein.
Deshalb freue Dich,
wenn Du immer wieder auf die Probe gestellt wirst.
Bedenke aber bitte, dass ich mein Handwerk verstehe.
Wenn Du in den großen Bereichen,
z.B. bei den zehn Geboten widerstehst,
versuche ich Dich besonders in den kleinen Bereichen,
z.B. in Deiner Eitelkeit, Deinem Übermut,
Deiner Herzlosigkeit und in Deinem Egoismus.
Ich möchte, dass Du auch in den kleinen Dingen
wachsam und achtsam wirst
und weder Dich noch andere verletzt,
dass Du Deine Mitmenschen liebst wie Dich selbst
und vor allem, dass Du in allem Deinen Schöpfer achtest.
Wie ein Baum,
der gegen die Anfechtungen durch Wind und Sturm
starke und tiefe Wurzeln entwickelt,
sollst auch Du Deine Standfestigkeit stärken.
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