Zeichen der letzten Zeit (2.Tim 3,1- 4)
Hallo Du,
„In den letzten Tagen dieser Welt werden schreckliche Zeiten kommen.
Dann werden die Menschen nur sich selbst und ihr Geld lieben.
Wichtigtuerei und maßlose Selbstüberschätzung werden sie ebenso
kennzeichnen wie Verleumdung, Ungehorsam ihren Eltern gegenüber,
Undankbarkeit und Ehrfurchtslosigkeit. Lieblos und unversöhnlich
werden sie sein, ihre Mitmenschen verleumden und hemmungslos leben,
brutal und rücksichtslos. Sie hassen alles Gute und kennen keine Treue,
diese unverschämten und aufgeblasenen Sprücheklopfer, die nur ihr
Vergnügen und ihre Bequemlichkeit im Kopf haben und von Gott nichts
wissen wollen.“ (2.Tim 3,1- 4)
Niemand will wirklich so sein. Viele sind oder werden es, weil sie alleine
sind, unbeachtet, ungeliebt, unbeschützt. In ihrer Ohnmacht sehen sie
keine andere Möglichkeit, als wichtig zu tun, beruflich erfolgreich zu sein
und es zu zeigen, andere zu übertrumpfen und sich selbst über andere
zu erhöhen und zu überheben, rücksichtslos sich vor die zu schieben,
die scheinbar Aufmerksamkeit, Anerkennung und gelingende Gemein-
schaft haben.
„Keiner denkt an mich, nur ich! Und wenn ich es nicht täte, mit Nachdruck
und Aggression, dann wäre ich und bliebe ich ein Nichts. Mein Leben
hätte keinen Sinn. Ich könnte genauso gut tot sein. Ich hätte nichts zu
verlieren. Aber so kann ich Aufmerksamkeit bekommen, auch wenn es
nur der anklagende Aufschrei aus meiner Not ist. Eine Anklage gegen
die Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit, mit der ich abgetan und
abgeschoben werde. Auch wenn ich dabei selbst draufgehe, ihr sollt
es nicht besser haben, ihr die ihr mich nicht sehen wollt, ihr die ihr nur
euch und eure eigenen Interessen seht, ihr, die ihr euch feindlich und
lieblos verhaltet, die ihr kein Mitgefühl und keine Nächstenliebe mehr
habt. Noch lebe ich und ich habe die gleichen Rechte zu leben wie ihr,
satt zu sein, einen Platz zum Schlafen zu haben, Freunde zu kennen,
liebenswürdig zu sein, beachtet und geachtet zu werden, dazuzugehören.
Ihr lebt im Überfluss, ich kämpfe um meine nackte Existenz. Natürlich
hätte ich gerne, was ihr habt, dann würde ich von euch ernst genommen,
aber wenig ist für mich schon viel. Geliebt und beachtet zu werden,
nützlich zu sein, dass ist für mich alles, danach sehne ich mich.“
„Nein, darüber denke ich nicht mehr nach. In dieser knüppelharten
Wettbewerbsgesellschaft muss man sich selbst helfen, sonst kommt
man zu nichts. Alles ist dabei erlaubt, weil alle alles tun, um nach oben
zu kommen. Ja, ich liebe mich und das Geld, das ich hart verdiene.
Ich nehme mich ernst und wichtig, deshalb bin ich noch lange kein
Wichtigtuer. Mit dem, was ich tue bin ich auch für andere Wichtig,
denn sie verdienen gut an mir. - Meine Eltern haben sich nicht um mich
gekümmert, warum sollte ich es jetzt für sie tun?
Alles was ich heute bin, bin ich nur, weil ich hart und geschickt dafür
gekämpft habe. Niemand hat mir dabei geholfen, niemand bin ich zu
Dank verpflichtet. Meine Härte mir selbst gegenüber, mein Mut und meine
Unerschrockenheit Dinge anzupacken und zu Ende zu führen und meine
Durchsetzungsfähigkeit haben meinen Erfolg geprägt. Ich brauche
niemanden. Keiner kann mir irgendetwas. Ich falle immer wieder auf
meine Beine und fange neu an. – Wenn ich schon so hart arbeite, kann
ich mir auch was gönnen. Jeder soll sehen, was ich erreicht habe.
Jeder soll wissen, dass ich jemand bin. Wer hat, der hat. Mit meinem
Geld kann ich machen was ich will und was mir gefällt. Lieber verbrenne
ich es, als es einem faulen, schwachen und verweichlichten Menschen
zu geben. Gut ist, was mir gut tut und was mir gut tut, das weiß ich am
Besten. – Langeweile kenne ich nicht, entweder arbeite ich, oder ich
vergnüge mich. Und Freunde habe ich genug. Wer etwas hat, dem
laufen die Freunde hinterher. – Gott? Wozu brauche ich den?
Bisher hat er mir bei nichts geholfen. Wahrscheinlich ist er eine
Erfindung der Armen, um an mein Portemonnaie zu kommen.“
„Ich wünsche euch vielmehr, dass ihr in euerm Leben immer mehr die
unverdiente Liebe und Gnade unseres Herrn und Retters Jesus Christus
erfahrt und ihn immer besser kennenlernt. Denn ihm allein gehört
alle Ehre - jetzt und in Ewigkeit! Amen.“ (2.Petr 3,18)

