Was traust du dem anderen zu? (Mk 6,1 - 6)
Hallo Du,
heute geht es ans Eingemachte,
es geht um deine geistliche Grundeinstellung.
Regiert dich dein kritischer Verstand,
dein übertriebener Selbstbezug,
deine ICH-Stärke oder deine Selbstmitleidsschwäche,
deine Lust und Leidenschaft oder deine Enttäuschung und Verbitterung
oder lässt du dich von deinen Gaben und dem Geist Gottes leiten,
die in dir wohnen und die ein Teil von dir sind?
Hörst du seine Stimme und siehst du seine Werke?
Erbittest du das Große und bist du dankbar für das Kleine?
Es geht im Kern darum, was du Gott zutraust!
Die Bibel schildert uns dazu
in Mk 6,1 - 6 bzw. Lk 4,14 - 24 eine aufschlussreiche Begebenheit:
Mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, kehrte Jesus nach Galiläa zurück.
Schon bald sprach man überall von ihm. Er predigte in den Synagogen so
überzeugend, dass alle mit größter Hochachtung von ihm redeten. Eines
Tages kam Jesus wieder in seine Heimatstadt Nazareth. Am Sabbat ging
er wie gewohnt in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Heiligen Schrift
vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Jesus las:
«Mit mir ist der Geist des Herrn, weil er mich berufen hat. Er hat mich
beauftragt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Den Gefangenen
soll ich die Freiheit verkünden, den Blinden sagen, dass sie sehen werden,
und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen.
Jetzt erlässt Gott alle Schuld.»
Die Leute, die ihm zuhörten, staunten über ihn und fragten sich:
«Wie ist so etwas nur möglich? Woher hat er diese Weisheit? Wer gibt ihm
die Macht für solche Taten? Er ist doch der Zimmermann, Marias Sohn.
Wir kennen seine Brüder Jakobus, Joses, Judas und Simon. Und auch seine
Schwestern wohnen bei uns. Alle sind Leute wie wir.» Sie ärgerten sich über
ihn (denn sie wollten nicht anerkennen, dass er mehr war als sie selbst).
Da sagte Jesus:
«Nirgendwo gilt ein Prophet weniger als in seiner Heimat, bei seinen
Verwandten und in seiner eigenen Familie.»
Weil die Menschen in Nazareth nicht an Jesus glaubten, konnte er dort nur
wenigen Kranken helfen. Ihnen legte er die Hände auf, und sie wurden gesund.
Er wunderte sich, dass ihn die meisten in ihrem Unglauben ablehnten. Darum
ging er in andere Dörfer und sprach dort überall zu den Menschen.
Nun gehe in dich. Wie ist deine Einstellung?
Was traust du Gott zu?
Glaubst du, dass Gott dich befreien und heilen kann?
Glaubst du, dass Gott dich heilen möchte?
Glaubst du, dass Gott dich durch andere Menschen heilen kann?
Hast du neidloses, anerkennendes Vertrauen zu deinen Mitmenschen?
Hast du Achtung und Hochachtung vor Gott in ihnen?
Hast du so viel Vertrauen zu Gott,
dass er durch sie auch an dir wirken darf?
Kannst du glauben, dass ein anderer mehr sei kann,
als du es für möglich hältst,
als du es dir vorstellen kannst,
als dein Verstand begreifen kann?
Lebst du aus Misstrauen, Verschlossenheit, Unglauben oder Besserwisserei?
Lebst du aus der einschränkenden Verstandesrationalität,
die nicht zulassen kann, was logischerweise nicht sein darf und kann?
Gott kann nur das an dir tun, was du ihm zutraust.
Hast du so viel Vertrauen zu dir selbst,
dass du Gott und seinen Geist in dir zulassen kannst,
dass du deine spontanen Ideen und Inspirationen ernst nimmst,
sie unkritisch aufnimmst und weiterverfolgst,
sie mutig und unmittelbar in die Tat umsetzt und darauf
aufbauend weitergehst -
oder hemmt und beschränkt dich dein zweifelnder Unglaube?
Was hältst du von dir selbst?
Gehörst du zu den Menschen, von denen Jesaja in 6:9-10 sagt:
„Hört zu – ihr werdet doch nichts verstehen.
Seht hin – ihr werdet doch nichts erkennen.
Denn das Herz dieser Menschen ist verstockt,
ihre Ohren sind verstopft,
und ihre Augen halten sie geschlossen.
Sie wollen mit ihren Augen nichts sehen,
mit ihren Ohren nichts hören
und mit ihrem Herz nichts verstehen
und sie wollen nicht umkehren,
so dass ich sie heilen könnte
und ihnen vergeben würde.“
Wenn du dein Herz verschlossen hast,
bist du unaufmerksam, alt und unflexibel geworden.
Du bist nicht mehr aufnahmefähig und lernbereit.
Du bist verängstigt oder von dir eingenommen.
Du bist voller Vorurteile und Vorbehalte.
Sei doch offen, spontan, neugierig, naiv und sorglos wie ein Kind
Halte durch schöpferische Kreativität alles für möglich!
Traue Gott alles zu – sogar, dass er gerade dich mag und liebt,
dass er deine Nähe sucht und dich befreien, heilen und erlösen möchte!
Was hast du zu verlieren?
Gott hilft ohne Bedingungen.
Gott schenkt aus selbstloser Liebe.
Du brauchst ihm nur deine skeptisch verschlossene Tür zu öffnen,
ihn nur in dir zulassen und ihn vorbehaltlos –also vertrauensvoll-
wirken zu lassen,
ihn durch die Gaben in anderen Menschen anzunehmen.
Sehe nicht auf die Oberfläche,
die Abstammung und das allzu Menschliche,
sondern vertraue auf das göttliche Wirken durch die Menschen,
auf den Heiligen Geist,
den er berufenen Menschen gibt,
durch den Gott in uns und an uns wirkt.
Kehre zurück zur Weisheit der Kindheit und Jugend,
zu ihrer ernsthaften Beharrlichkeit beim Finden einer Lösung,
zu ihrer absoluten Konzentrations- und Hingabefähigkeit,
die die Umgebung vergessen lässt,
zu ihrer Fantasie und der Lust beim spielerischen Variieren,
zu ihrer ungeschützten Vorurteilslosigkeit,
zu ihrer Bereitschaft, offen und echt zu sein ohne an die Folgen zu denken,
zu ihrer natürlichen und unverkrampften Art,
auf andere zuzugehen und sie einfach anzunehmen,
zu dem kindlichen Vertrauen,
dass für Gott, den liebevollen und gnädigen Schöpfer, alles möglich ist.
Sehe im anderen vor allem das Gute,
halte bei ihm alles für möglich,
vertraue darauf, dass Gott durch ihn wirkt,
verschmähe nicht den Propheten in deinem Nächsten,
sondern ermögliche durch deine innere Haltung,
dass er für dich hört und sieht, was dir verborgen ist,
dass er an dir Gottes Wunder tun kann.

