
Liebe ist geduldig
Hallo Du,
ist es nicht wunderschön zu sehen,
wie eine liebevolle, ausgeglichene Mutter
mit ihrem Kind umgeht,
es versorgt und umsorgt,
es versteht und auf es eingeht,
ihm Zeit gibt,
zu fragen, zu hören, zu erzählen, zu spielen,
sich mit allem auseinander zu setzen,
es zu bewältigen und zu verinnerlichen.
Sie lässt es nach eigener Geschwindigkeit wachsen
und wartet geduldig, bis sie wirklich gebraucht wird.
Sie möchte das Beste für ihr Kind,
möchte dass es gesund aufwächst,
hat Verständnis und lässt ihm Zeit;
Zeit, um einen eigenen, richtigen Weg zu finden.
Liebe lässt den anderen sein und werden,
in seinem Tempo
und voller Vertrauen auf seine Fähigkeiten und sein Können,
voller Vertrauen in Gottes weise Führung für ihn.
Ohne die Geduld von liebenden Eltern,
Großeltern, Tanten und Onkeln,
von liebevollen Menschen,
gäbe es keine tiefgehenden Freundschaften
und keine dauerhaften Beziehungen.
Ohne deren Vorbild,
ohne unsere Gefühle des ‚angenommen seins’
und des ‚geborgen seins’ bei ihnen,
würden wir diese Liebe und deren Auswirkung nicht kennen,
wären wir dauerhaft unruhig und hektisch,
fahrig, oberflächlich und verunsichert,
ohne Vertrauen und Selbstbewusstsein,
voller innerer Unruhe und Unfrieden.
Nehmen wir uns ein Beispiel an Gott,
Er ist so geduldig mit uns,
dass er uns sogar einen freien Willen gibt
und uns damit folgenschwere Fehler machen lässt.
Ja, er schmunzelt sogar dabei, denn er weiß,
dass wir nur aus eigenen Fehlern lernen,
und dass wir ihn nur aus eigenen Fehlern heraus
finden und verstehen.
Deshalb kann er geduldig zusehen, zuhören und abwarten.
Er lehrt uns Geduld auf zwei Wegen:
Auf dem Weg der Liebe und auf dem Weg des Leids.
Auf beiden Wegen aber wird seine Liebe zu uns deutlich,
denn sie führen letztlich zum gleichen Ergebnis,
sie führen zu ihm, zu Gott;
und sie führen zur gleichen Erkenntnis,
nämlich der, dass er uns geduldig und gnädig liebt.
Manchem hat er es im Schlaf gegeben
oder durch die Erziehung in den Schoß gelegt;
manche aber haben eine lange oder verstopfte Leitung,
hervorgerufen durch falsche Einstellungen,
Vorstellungen, Werte und Ziele;
durch Ungeduld und Überheblichkeit,
durch Ehrgeiz, Geltungssucht, Habgier und Hektik,
durch Verblendung im eigenen Willen und Wollen.
Wer mit sich selbst keine Geduld hat,
kann sie auch nicht für andere haben;
wer sich selbst nicht liebt,
kann auch andere nicht lieben.

