Etwas finden
Hallo Du,
wer sucht, sucht meist nur das, was er finden will
und deshalb findet er meistens nichts, was ihm gefällt.
Wer aber findet, findet meistens das, was er gar nicht gesucht hat
und entdeckt deshalb neue Schönheit und Freude.
Nur wer auf seiner Suche
offen und bereit ist für alles, was ihm begegnet,
der wird wirklich finden.
Unsere Vorstellungen und Erwartungen,
unsere Gedankenbilder und unser zielgerichtetes Denken
engen uns ein und verhindern,
dass wir die Wirklichkeit sehen und erkennen.
Wir benutzen sie,
um unser eigenes Luftschloss zu bauen
und unsere eigene Wirklichkeit zu erschaffen
und wir fallen aus allen Wolken,
wenn das Leben uns mit einer anderen Wirklichkeit konfrontiert
und wir nicht mehr mit unserem Kopf durch die Wand kommen.
Dann werden unsere Selbsttäuschungen aufgedeckt und ent-täuscht.
Dann stürzen wir in eine tiefe Krise,
weil unsere Scheinwelt zusammenbricht und wir nichts mehr haben,
worauf wir fest-stehen und woran wir uns fest-halten könnten.
Wie viel besser ist es doch,
diesen scheinbaren Sicherheitsrahmen,
der mich umgibt, einengt und festhält,
den ich mir selbst zusammengesucht habe,
aufzugeben oder gar nicht erst zuzulassen,
stattdessen loszulassen und frei zu fliegen
und auf die gnädige Führung
eines liebenden Gottes zu vertrauen.
Wenn ich nicht mehr das suche, was ich angeblich brauche,
werde ich endlich das finden, was ich wirklich brauche
und was mir wirklich gut tut, nämlich Offenheit;
die Freiheit, Neues zu finden, zu entdecken und anzunehmen.
Ich verfolge dann nicht mehr meine fixen Vorstellungen,
sondern ich folge den Angeboten und Möglichkeiten des Lebens.
Ich warte nicht mehr auf die zukünftige Chance,
sondern ich nutze und lebe sie heute.
Alles, was geschieht ist gut
und ich kann an allem wachsen,
egal ob es positiv oder negativ ist,
alles fordert mich heraus.
Es fordert mich auf,
meine Verschlossenheit aufzugeben,
aus mir herauszugehen,
auf Unbekanntes zuzugehen,
mich damit zu beschäftigen,
es zu erkunden und zu prüfen
und mich zu ergänzen.
Mit dieser Einstellung, bin ich offen und neugierig für alles,
was das Leben für mich bereithält.
Ich freue mich schon über wenig, weil ich nichts erwartet habe.
Jedes Finden ist ein Geschenk.
Im Finden bleibe ich offen und fröhlich, zugewandt, bereit und frei.
Nur so kann ich das Unvorhergesehene,
das Bereichernde und Besondere finden,
das mir sonst verborgen geblieben wäre.
Im Finden nehme ich aktiv auf und wahr.
Ich lasse mich ein, verarbeite und lasse wieder los.
Ich lasse mich auf das Leben ein
und auf das Auf und Ab meiner Gedanken und Gefühle.
Ich suche nicht mehr Ergebnisse, sondern Erlebnisse
und dabei finde ich immer mehr von mir selbst.
Wie schön ist es doch, etwas zu finden,
was mich verwirrt, ergänzt, bereichert und aufklärt,
was mein Wesen klar macht und zum Leuchten bringt.
Früher war es so,
dass ich das, was ich haben wollte, nicht bekommen konnte
und das ich das, was ich bekommen konnte, nicht haben wollte.
Heute freue ich mich über alles, was ich finde;
ich möchte es entdecken –
und jedes Mal geschieht ein Wunder, -
ich finde Gott darin.

