Leben
Roswitha sitzt im Sonnenschein –
Im güldnen Seidenkleid;
Die Haare glänzen heilig, fein
Und niemand sieht das Leid.
Das Bild von Schönheit, Wärme lockt,
Es täuscht und zelebriert,
Doch unsichtbar im Nacken hockt,
die Angst, die Leid gebiert.
Sie fürchtet Regen, Sturm und Nacht,
Den Zorn der Finsternis.
Und keiner weiß, welch dunkle Macht,
Erzeugt die Bitternis.
Doch Licht erhellt , - so wie ein Scherz,
Es öffnet und macht weit;
Es strahlt hinein ins enge Herz,
Im goldnen Seidenkleid.

