Angst besiegen
Hallo Du,
kennst Du das Gefühl der Angst,
die sich steigernde innere Unruhe,
die heftigen, unkontrollierbaren Abwehrreaktionen des Körpers,
die angespannte und verspannte Muskulatur,
die unangenehme Verhärtung und Verkrampfung in der Magengegend,
die kurze, flache und hektische Atmung,
das bedrückende, beklemmte und rasende Herz,
die gehemmten, fliehenden und kreiselnden Gedanken,
das Gefühl des Weglaufen Wollens, aber nicht Könnens,
die geballte, bedrückende aber nicht nutzbare Energie,
die sich anschließend in Aufruhr oder Widerstand,
in Zorn gegen andere oder Wut gegen sich selbst,
in lähmende Niedergeschlagenheit, Ohnmacht und Enttäuschung niederschlägt,
die unsere Seele nach und nach zersetzt und auffrisst?
Jeder Mensch kennt Angst und hat Angst,
kennt diese Auswirkungen der Angst,
die je nach Situation und Betroffenheit stärker oder schwächer auftreten.
Jeder Mensch hat Furcht und Angst
vor Gefahr, Bedrohung und Verletzung,
vor befürchteten Ereignissen oder
vor der Wiederholung von erlebten schlimmen Situationen und Erfahrungen,
wie z.B. Leid, Schmerz, Herabsetzung, Erniedrigung, Verachtung und Entwürdigung.
Die Angst hat viele Gesichter,
sie wird von uns bemäntelt und verniedlicht,
versteckt und nicht gerne zugegeben,
aber sie zeigt sich
in der Verunsicherung,
im vorsichtig sein,
im zaudern, zögern und zweifeln,
im sich Sorgen,
im befürchten und sich ängstigen,
im ausweichen und nicht dazu stehen,
im sich zurückhalten und sich nicht darauf einlassen,
im abwarten, heraushalten und vorübergehen lassen,
im sich entziehen und zurückziehen.
Die zentrale Frage ist:
Wie gehen wir mit unserer Angst um?
Lassen wir uns von ihr besiegen oder besiegen wir sie?
Sind wir Sklaven unserer Ängste?
Geben wir unseren offenen oder heimlichen Ängsten nach?
Lassen wir uns, unsere Gefühle, Gedanken und unser Handeln,
immer stärker von ihnen beherrschen und leiten?
Lassen wir Überbesorgtheit und Angstattacke zu?
Lassen wir Phobie und Panik auf uns sitzen und uns davon unterdrücken?
Lassen wir uns unser Selbstvertrauen nehmen
und ersetzen wir es selbst durch Selbstverleugnung und Selbstverachtung?
Ziehen wir uns immer weiter zurück und geben wir uns letztendlich selbst auf?
Oder wehren wir uns dagegen,
gehen wir dagegen an,
gehen wir durch die Angst hindurch, setzen wir uns ihr
und den Angst machenden Situationen immer wieder aus,
bis wir sie uns bewusst gemacht haben,
bis wir ihre Ursachen in uns verstanden haben,
bis wir sie durch neue Erlebnisse und Erfahrungen überwunden haben,
bis wir sie verloren und besiegt haben?
Angst und Ärger hängen zusammen:
Nur wer etwas befürchtet,
nur wer sich fürchtet, etwas zu verlieren,
etwas weggenommen zu bekommen,
der ärgert sich.
Nur wer etwas nachdrücklich will,
es aus innerem Mangel,
aus innerer Unsicherheit und Angst erhofft, erwarten oder fordert,
es aber nicht bekommt oder nicht zulassen kann,
der ärgert sich.
Deshalb ist Ärger immer selbstgemacht,
immer ein Hinweis auf eigene, verborgene Ängste.
Angst ist nicht Feigheit
und das Gegenteil von Angst ist nicht Mut,
sondern Liebe.
Im Mut der Verzweiflung, in der verzweifelnden Angst,
entdecken wir die Liebe Gottes,
die Liebe zu uns selbst und unser heilendes Gottvertrauen.
Liebe überwindet Angst.
Liebe zu uns selbst und zu anderen verhindert Angst.
Aus Liebe wächst Vertrauen;
Selbstvertrauen, Vertrauen auf das Gute, Gottvertrauen;
vertrauen auf göttliche Führung und Fügung,
vertrauen auf Ausgleich und Gerechtigkeit;
vertrauen in die Stabilität unseres eigenen Wesens,
und die Unverletzbarkeit unseres Selbst,
vertrauen auf das: „Ich bin!“.

