beichten …
Hallo Du,
das Beichten ist leider in Verruf geraten,
weil es von der Kirche als ein Muss,
als eine moralische Verpflichtung vorgeschrieben
und mit Buße, mit moralischer Strafe,
Erniedrigung und Schuldbegleichung verbunden wurde.
Leider, leider, leider, denn in Wirklichkeit
ist beichten ein Weg der Selbstreinigung.
Beichten kann und darf nur freiwillig sein
und aus einem inneren Bedürfnis kommen.
Beichten bedeutet,
mich selbst zu überwinden und das auszusprechen,
wofür ich mich schäme und was mich belastet.
Es bedeutet,
aus meiner inneren Enge und Not herauszukommen,
die eigene, versteckte Angst zu überwinden,
Verantwortung für mich und andere zu übernehmen
und auch für eventuelle Konsequenzen offen zu sein.
Es bedeutet,
dass ich den Teufelkreis
von verheimlichen und verschweigen,
von lügen und ‚mich drücken’,
von verstecken und misstrauen
durchbreche und ehrlich werde.
Es bedeutet,
dass ich mich mitteile,
dass ich das offen ausspreche,
was mich bedrückt und quält,
dass ich mich jemandem anvertraue
und mit diesem meine Last teile
und mich dadurch entlaste.
Es bedeutet,
mir meine Fehler selbst einzugestehen
und bereit zu sein,
vor einem anderen Menschen darüber zu sprechen
und mich damit dazu zu bekennen.
Es bedeutet,
das ich das Geschehene bereue,
mein Innerstes lüfte,
frischen Wind hereinlasse,
um neu anzufangen.
Sich überwinden, sich aussprechen,
sich mitteilen, sich anvertrauen,
das ist Heilung, Selbstheilung.
Aufmerksam zuhören, Anteil nehmen,
Mitgefühl zeigen, Mut zusprechen,
vergeben und segnen,
das ist die menschliche Medizin,
die Offenheit bestätigt, bestärkt und belohnt.

