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Das Glück der Erde

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Buch: Der Du in mir

 

Haben Sie auch Interesse an

meinem Buch?

 

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes

Tempel seid und der Geist

Gottes in euch wohnt?

(1.Kor 3,16)

In einem abenteuerlichen

Traum erkunde ich mein

Inneres auf der Suche nach

Gott und finde ihn tief in mir.


Der DU in mir

Laudatio Verlag,

Frankfurt am Main

ISBN 9783946590798



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Das Glück der Erde

liegt es auf dem Rücken der Pferde?

Da striegele ich dieses fast 600 kg schwere Kraftpaket immer und immer wieder,

besonders am Rücken, aber gesehen habe ich es nicht, das Glück.

Und wenn ich den Sattel auflegte und festzurrte, sah ich es auch nicht.

Und wenn ich dann darauf saß, auf Sattel und Pferd, sah ich es immer noch nicht.

Und ich hatte auch nicht den Eindruck, als würde ich auf dem Glück sitzen,

   eher auf einem eigenwilligen, zu großen Fahrrad, das mir zeigt, wo es lang geht.

 

Nun, ich saß nicht auf dem besten Pferd im Stall,

   aber ich hatte auch nicht aufs falsche Pferd gesetzt.

Im Grunde war Theo erfahren genug, um mich auszuhalten

   und da ich ihn nicht von hinten aufzäumte,

   hätte ich mit ihm Pferde stehlen können,

   wenn er nicht schon ein Pferd, ein Hannoveraner, gewesen wäre.

 

Nun, bevor ich weiter schweife: Es geht ja um das Glück.

Also, noch hatte ich es nicht gefunden.

Vielleicht kommt es ja erst in der Bewegung.

(Mir geschieht es häufig,

   dass ich erst wieder glücklich werde, wenn ich mich bewege.)

 

Also, leichter Wadendruck und los geht es - im Schritt zum Aufwärmen.

Mein erstes Erstarren weicht

   einer schaukelnden, schlingernden, durchaus gemütlichen Bewegung im Becken,

   die sich im Rücken bis zum Kopf fortsetzt. Eine schöne Massage.

Ich soll mich in die Bewegung des Pferdes fallen lassen und locker werden,

   mich dem Rhythmus des Tieres anpassen, mich bewegen lassen;

und da dachte ich doch, ich sei der Reiter

   und ich müsste das Pferd anweisen, das zu tun, was ich gerne hätte.

Pustekuchen, doch schaukeln ist ja auch ganz schön!

 

Aber dann! Kopplung treten und den nächsten Gang einlegen,

   wieder ein leichter Wadendruck und tatsächlich, Theo reagiert.

Er geht über in einen leichten Trab und ich versuche hinterher zu kommen,

   nein, nicht hinter dem Pferd her, sondern hinter seinem Rhythmus her.

Leichtes Absitzen, wenn die äußere Pferdeschulter zurückgeht,

   leichte Hüftstreckung in den labilen Stand,

   wenn die Pferdeschulter wieder nach vorne kommt,

   den Rhythmus finden, erspüren.

 

Oh Theo, warum nur kannst du dich nicht meinem Rhythmus anpassen,

   dass wäre doch (für mich) viel leichter.

Warum nur stehe ich (auch in der Evolution) kopfgesteuert und etwas hilflos über dir,

auf der Suche nach Rhythmus und Harmonie?

Ja, ja, ich weiß,

   der Mensch ist entwicklungsgeschichtlich nur deswegen erfolgreich,

weil er willig, anpassungs- und lernfähig ist.

Und weil ich ja das Glück suche und willig bin, es zu finden,

   passe ich mich eben an, finde ich den neuen Rhythmus

     und unterstütze so die Bewegung des Pferdes.

Und je mehr dies gelingt, desto wohler fühle ich mich.

Ja, je mehr ich mich auf das Pferd einlasse, seine Bewegungen mitmache,

   desto weniger muss ich mich anstrengen, oben zu bleiben

   und desto mehr Spaß macht es.

In mir kommt Freude auf über das Gelingen und das neue Miteinander.

So könnte es bleiben, das wäre zum Träumen - aber nichts bleibt, wie es ist.

 

Ich soll meine Körperhaltung verbessern, dressurmäßig ausbauen,

   elegant aussehen, die Schultern zurücknehmen, aufrechter sein.

Eigentlich bin ich ja mit meinem Aussehen zufrieden, nicht aber der Reitlehrer,

   er glaubt, ich könnte mich noch steigern,

   ganz ohne Haargel, Gurkenpackung, Eyeliner und sonstigem Outfit.

Aufstehen, absitzen - aufstehen, absitzen,

   X-beinig die Knie am Sattel lassen und die Waden, das Gaspedal, vom Pferd nehmen,

   Schultern leicht zurück und Hüfte vor, im Gleichgewicht auf und ab,

   kaum im Steigbügel stehen, sich vom Rhythmus des Pferdes bewegen lassen,

   sich mitbewegen.

 

Uff! Au!

Nun ja, ich sagte es ja schon: Der Mensch ist lernfähig,

   aber leider das Pferd auch.

Wenn der Rhythmus nicht stimmt oder wenn es widersprüchliche Signale erhält,

wird es einfach langsamer oder es bleibt vielleicht sogar stehen.

 

Dennoch: Manchmal haben wir uns geeinigt, fast verstanden,

   eine gemeinsame Bewegung gefunden, in Harmonie bewegt,

   und das waren Glücksmomente: Mensch und Tier im Einklang.

   Das geht. Das gibt es tatsächlich.

Wie gut, dass Pferde mitdenken können.

 

Und auch im Galopp hat Theo mich bewegt und ertragen.

Da ging so richtig die Post ab. Da zitterte das Herz.

 

Ich sollte dabei nur mein Überleben trainieren:

Aus dem Galopp

   - vorbeugen zum leichten Stand,

   - im Rhythmus bleiben,

   - entschleunigen und zurücknehmen in den Trab,

   - beruhigen und stabilisieren,

   - zurücknehmen in den Schritt und loben.

 

Wenn ich dann mit weichen Knien vom Pferd gestiegen bzw. gerutscht bin,

   hat das Pferd nicht gerade unglücklich ausgesehen.

Vielleicht hat es sich gerne (mit mir) bewegt,

   vielleicht aber hat es auch gedacht (und das traue ich ihm jetzt auch zu),

   dass das Glück der Pferde ein Reiter auf der Erde ist?

 

Erstaunlich, so ein Pferd!

Wenn man auf es eingeht, dann gehorcht es auch.

Ein Musterbeispiel für gelingende Erziehung.

 

Warum nur versuchen wir Menschen so wenig,

   - uns auf unser Gegenüber einzustellen,

   - seine Stärken und Eigenarten herauszufinden,

   - sein Wesen kennenzulernen,

   um sie oder ihn mit leichter, liebvoller Unterstützung zur Entfaltung zu bringen?

 

Warum nur glauben wir immer wieder, als Mensch auch Herr und Bestimmer zu sein?

 

Warum nur glauben wir, wir müssten das Leben reiten und meistern,

   wo doch meist das Leben uns reitet und Gott es für und mit uns meistert.

 

Vielleicht liegt das Glück doch nicht auf dem Rücken der Pferde,

   sondern es sitzt darauf und empfindet sich ein.

Vielleicht ist der Mensch doch zu mehr fähig,

   als mancher unbedarft meint oder ihm zutraut.

 

Liegt der Zauber nicht gerade im Einfinden und Einfühlen,

   im Akzeptieren und Dazulernen,

und finden wir das Glück nicht im Aufeinander eingehen,

   in der gemeinsamen Harmonie und im gegenseitigen Verständnis?

 

Ich habe im Pferdegalopp gelernt und verstanden.

Ich habe das Pferd achten gelernt und (für mich) erkannt,

   dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss.

Keine zehn Pferde können mich davon abhalten,

   wieder zu reiten - und weiter vom Pferd zu lernen.

 

Ein Pferd wird oft genug von Menschen falsch behandelt,

   verbogen, geschlagen, gezwungen und seelisch verletzt.

Es würde sich selbst nie zu etwas zwingen oder gar sich selbst verletzten,

   das tut nur der Mensch.

 

Wie gut, dass auch Pferde Geschöpfe Gottes sind.

Wie gut, dass man sie respektvoll lieben darf.

Wie gut, dass man im Einklang mit ihnen Glück empfinden kann.

 

Zugegeben, mit meinem Fahrrad habe ich da Probleme.

 

 

P.S.

Die Lüneburger Heide in blühendem rot-violett grüßt euch alle

und wartet auch auf euch.