Die fleißige Nonne
Hallo Du,
einst lebte eine fleißige, immer emsige Nonne in einem Kloster,
die unermüdlich jede nur erdenkliche Arbeit übernahm und sie
so perfekt verrichtete, als wollte sie sagen:
„Schau her Gott, hier bin ich, Deine fleißige Dienerin.“
Sie verstand ihre Arbeit als Gebet und jede andere Nonne war froh,
dass sie so viel und nimmermüde arbeitete.
Eines Tages geschah es, dass diese fleißige Nonne anfing zu weinen.
Wer sie deswegen ansprach, hörte erstaunt:
„Ich weine, weil ich so glücklich bin und arbeiten darf!“
Ihr Weinen wurde stärker und stärker, sie aber nicht glücklicher.
Bald konnte sie auch bei der Arbeit nicht mehr klar sehen und ihre
Handgriffe und Handlungen wurden immer unsicherer.
Das steigerte ihr Weinen noch weiter.
In Ihrer Not ging sie zur Äbtissin und bat um Hilfe:
„Sage mir bitte, was ich tun kann, um wieder fleißig sein und Gott
dienen zu können.“
Die Meisterin sah sie verständnisvoll an und sagte:
„Tue nichts und gehe in Frieden.“

