Eine gute Erziehung
Als ich eure Vorfahren aus Ägypten herausführte, habe ich ihnen nicht befohlen, mir Brand- oder
Mahlopfer darzubringen. Aber das habe ich zu ihnen gesagt: ›Gehorcht mir und lebt nach den Geboten,
die ich euch gebe. Dann wird es euch gut gehen: Ich will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein.‹
(Jer 7,22-23; GNB)
Hallo Du,
in diesem Bibelvers steckt eine tiefe Weisheit: Gott möchte nicht dass wir ihm für unsere Verfehlungen
reumütig irgendwelche Opfer bringen, sondern er möchte, dass wir gleich gehorsam sind und nach
seinen Geboten leben!
Gehorsam sein, das lernt man in früher Kindheit. Man wird gehorsam, weil die Eltern es einfordern,
um uns vor Schlechtem und vor eigenen Dummheiten zu bewahren. Und wir gehorchen, weil wir sie
lieben und ihnen vertrauen und auch, weil sonst Strafe droht.
Und sie sind streng, weil sie uns lieben, das Beste für uns wollen und uns auf ein gelingendes Leben
vorbereiten. Da muss man Vorgaben einhalten und sich eingliedern können.
Im Gehorsam lernen wir angenehme Seiten: Wir ecken nicht ständig an und werden nicht immer wieder
ermahnt. Es geht uns gut.
Es geht uns solange gut, bis unser Vertrauen in die Eltern wankt, bis wir das Gute der Verbote
hinterfragen, bis wir aus der Erziehung ausbrechen, evtl. aufsässig werden und herausfinden
wollen was geschieht, wenn wir bewusst ungehorsam sind. Dann leben wir gefährlich.
Dann erproben wir unseren eigenen, noch unerfahrenen Willen, dann rebellieren wir gegen die Eltern.
Da ist es selbstverständlich, dass wir die unangenehmen Folgen für unser ungehorsames und
evtl. schädliches bzw. schädigendes Verhalten selbst verantworten müssen.
Wem als Kind keine Grenzen aufgezeigt wurden oder wer nicht gelernt hat, sie einzuhalten,
bei dem sind Stolz, Hochmut und Trotz so weit gewachsen, dass er sich nicht mehr eingliedern
kann und sich anderen nicht mehr beugen will, ja dass er sich sogar von Gott nichts mehr sagen lassen will.
Dieser Mensch hat dann lebenslang ein Problem. Er wurde zu einem schwierigen Außenseiter.
Er eckt immer wieder an und sein Misstrauen zu anderen wächst.
Der jedoch, der eine gute und liebevolle Erziehung genießt, dem Verbote und Gebote erklärt werden und
der frühzeitig lernt, gehorsam und einsichtig zu sein, bei dem entstehen solche Schwierigkeiten kaum.
Und wer dazu noch bei seinen Eltern sieht, wie sie Gott gehorchen, auf ihn hören und sich von ihm leiten
lassen, der kann selbst zum positiven Vorbild werden.
Solche Eltern leben aus der Liebe Gottes und geben sie auch weiter. Sie sind in ständiger Verbindung mit
ihm und ihr Gehorsam ist selbstverständlich. Sie haben kein Autoritätsproblem und keinen
Vertrauensschwund und kein Misstrauen, sondern sie stehen fest im Glauben und haben ein
unverbrüchliches Vertrauen. Ihre Zuversicht gründet sich auf die Gewissheit der Güte und Liebe
und wohlwollenden Führung des göttlichen Geistes.
Wohl dem, der solche Vorbilder hatte und sich nicht dagegen auflehnte, denn der wandelt wie
selbstverständlich im heiligen Segen und dem bleiben viele schwere Umwege erspart.

