Essen verändert
Hallo Du,
essen ist für uns (leider) ein ganz normaler Vorgang geworden.
Es ist uns nicht mehr bewusst, was dabei geschieht.
Wir nehmen dabei etwas in uns auf,
im Vertrauen darauf, dass es uns bekommt und uns stärkt.
Wir essen, wenn wir Hunger haben.
Wir essen, was uns schmeckt.
Wir essen, um bei Kräften zu bleiben.
Wir haben Lieblingsspeisen und solche, die wir nicht mögen.
Wir sollten das Essen genießen,
uns Zeit dafür nehmen,
es bewusst auswählen,
Freude daran haben,
den Essensgeschmack intensiv empfinden,
die Speisen bewusst als Körpernahrung aufnehmen,
uns bewusst sein, dass es nicht selbstverständlich ist,
etwas zu essen zu haben,
und, ganz bewusst Gott, dem Schöpfer unserer Nahrung,
für unser tägliches Essen danken.
Wir haben Essensrituale, die uns beim Essen zur Ruhe kommen lassen
und wir essen ungern alleine, weil dann irgendetwas fehlt,
nämlich Gemeinschaft, Gespräch, Entspannung,
soziales Auftanken, Beziehung pflegen, sich wohlfühlen.
Alles was wir in uns aufnehmen und verdauen, nährt und verändert uns.
Niemand käme auf den Gedanken, freiwillig Dinge zu essen oder zu trinken,
die ihm nicht bekommen, die ihn krank machen oder vergiften könnten.
Und dennoch tun wir es immer wieder,
weil uns nicht bewusst ist, dass essen mehr ist
als körperliche Nahrungsaufnahme.
Alles was wir in uns aufnehmen,
alles was wir sehen, lesen, hören, erfühlen, riechen und schmecken
nährt und beeinflusst Körper, Geist oder Seele.
Alle Sinneseindrücke werden aufgenommen und sind Essen.
Alles, was sich in uns drängt, will uns beeinflussen, ausrichten, verändern.
Wie viel Gift und Mist essen wir auf diese Weise?
Wenn wir das falsche Essen, bekommen wir Verdauungsprobleme.
Das stimmt auch für das Gedächtnis und den Verstand
Und auch für den Geist und die Seele.
Zum Verdauen brauchen wir Zeit und Muße, es ist Besinnung.
Und auch zum Ausscheiden bzw. Vergessen brauchen wir Zeit.
Leichter und besser ist es, die Aufnahme sorgfältig zu filtern.
Wir lassen uns von allem möglichen berieseln.
Wir lesen von Mord und Totschlag und bemerken nicht,
wie uns diese Nahrung unterbewusst schwächt, verängstigt, hemmt.
Wir lassen uns im Fernsehen eine künstliche Welt vorgaukeln
und halten sie irgendwann für wirklich.
Wir lassen uns durch falsche Versprechungen täuschen
und geben hoffend unseren Begierden nach.
Wir lassen zu,
dass wir durch Unbekömmliches innerlich beschmutzt werden
und erkennen kaum noch, wie es uns negativ belastet und ausrichtet.
Wir machen uns Gedanken über Dinge, Zusammenhänge und Ziele,
die eigentlich überflüssig sind, die nutzloser Ballast sind
und niemandem weiterhelfen.
Was wirklich zählt, ist unsere Beziehung zu Gott, zu uns selbst
und zu unseren Mitmenschen.
Wir haben eine Gier auf Neues, auf das ‚ganz Besondere’ entwickelt,
die nicht nur überheblich, sondern auch zutiefst ungesund ist.
Viele suchen immer wieder den ultimativen Kick,
der dann natürlich, der Gier entsprechend, immer ultimativer sein muss.
Wir befinden uns im Sog des ‚immer besser, schneller und reicher’
und haben einen unstillbaren Hunger nach Ruhe, Entspannung und innerem Frieden.
Wir essen und essen, schlucken runter, was die Welt uns bietet
und stellen erstaunt fest, dass wir nicht zufriedener,
sondern unruhiger, ruheloser und kranker werden.
Wir wissen nicht mehr, was uns bekommt uns schmeckt.
Wir wissen nicht mehr, dass Fasten und Enthaltsamkeit gesund machen.
Wir wissen nicht mehr, dass es im Leben gar nicht um uns geht,
sondern alleine um Gott und die Liebe,
um seine Gnade an uns, um seine Liebe für uns und zwischen uns.
Wir essen nicht mehr Gottes Wort, sondern Teufels-Werk.
Wir genießen nicht mehr die geschenkte Liebe,
sondern jagen nach der käuflichen Liebe, die wir uns selbst schenken wollen.
Das hat noch nie funktioniert.
Selbstbefriedigung ist lieblos, gefühllos, seelenlos.
Das, was wir essen, kräftigt nicht mehr, sondern es schwächt immer mehr.
Es ist wertlos, fruchtlos, bodenlos, schamlos.
Wir genießen nicht mehr, sondern wir verschlingen.
Wir verdauen nicht mehr, sondern verstopfen.
Wir scheiden nicht mehr aus, sondern behalten.
Wir konsumieren unbewusst und handeln wie ein Roboter,
herzlos, bindungslos, gewissenlos.
Was soll ich noch sagen?
Ich bin froh, dass ich das so deutlich sehen
und mich immer wieder davon abgrenzen kann.
Das kostet Kraft, die ich aus dem Wort und Geist Gottes erhalte,
die ich aus guter, geistlicher und körperlicher Nahrung erhalte.
Ich weiß, dass mein Körper nicht nur meine Wohnung ist,
sondern auch die Wohnung Gottes, der in mir und an mir wirken möchte,
der seine Wohnung instand halten möchte und es tatsächlich auch tut.
Deshalb achte ich genau darauf, was ich aufnehme, zulasse, esse.
Ich bin darin nur seinem Anliegen gegenüber gehorsam, den Rest überlasse ich ihm.
Ich wünsche auch dir,
dass du nur noch Gutes aufnimmst und dich nur noch Gutem zuwendest,
damit es dich durchdringt und verändert,
damit es dich reinigt und läutert,
damit du Gott in dir hörst und mit ihm verbunden bleibst.

