Gutes durch Sünde
Hallo Du,
ich, die Sünde,
werde immer wieder verkannt und verteufelt,
verdrängt, versteckt und unterdrückt,
aber Du kannst mich so nicht loswerden.
Ich bin ein Teil der Schöpfung,
ein Teil der Menschen und ein Teil von Dir.
Ich komme zu Dir durch Versuchung
und prüfe Deinen Geist.
Stolz, Hochmut, Eitelkeit, Habsucht,
Unzucht, Völlerei, Traurigkeit, Zorn,
Ruhmsucht und Neid sind meine Helfer.
Ich habe eine große Aufgabe,
denn ich soll Dir immer wieder bewusst machen,
wie es um Dich steht,
wie weit Du Dich von Dir selbst
und von Gott entfernt hast.
Immer wenn Du sündigst,
gegen Dich selbst, gegen andere oder gegen Gott,
verletzt Du Deine Seele, das Göttliche in Dir
und fügst Du Dir bleibende Narben der Erinnerung zu.
Genauso ist es, wenn Dich jemand verletzt.
Er tut dies nur,
weil er in seiner Sünde blind und befangen ist, gefangen ist,
weil er selbst so verletzt wurde, dass er glaubt,
sein Leid nicht aushalten zu können; es weitergeben zu müssen,
damit es anderen genauso geht wie ihm;
es weitergeben zu müssen, damit er nicht alleine leidet und sündigt.
Je größer der innere Schmerz, desto größer ist oft die Sünde,
der innere Zwang, ständig über andere zu urteilen und sie zu richten.
Du aber,
sei Dir Deiner eigenen Sündhaftigkeit bewusst,
Deinen kleinen Sünden und Boshaftigkeiten,
Deiner Gemeinheiten und Deiner Bitterkeit.
Wenn Du sie ehrlich wahrnimmst und erkennst,
dass Du dadurch an Deinem Lebensziel
und an Dir selbst vorbeilebst;
wenn Du auf Dein Gewissen hörst,
dann hast Du den ersten Schritt getan:
Du kannst mich bekennen,
zunächst vor Dir selbst, dann vor anderen.
Indem Du mich, Deine Sünde, bekennst,
teilst Du mich und gibst mich ab,
vergibst Du anderen und Dir selbst,
lässt Du Reinigung und Heilung zu,
findest Du wieder auf Deinen eigenen Lebensweg zurück,
auf den Weg, den Gott für Dich bestimmt hat.
Mit der Erkenntnis aus eigener Sünde,
wird Dein neuer Weg schöner, bunter, lebendiger.
Also:
Schaue in demütiger Selbsterkenntnis auf Deine eigenen Sünden
und übergebe sie der Gnade und Vergebung Gottes,
damit er Dich von Deiner Sucht
zur eigenmächtigen Sünde,
zur Selbstbestrafung und
zur Verletzung und Demütigung anderer befreit
und damit aus Sünde Gutes wachsen kann.

