Hast du deine Freude verloren?
Ich sage euch die Wahrheit: Ihr werdet weinen und klagen, und die Menschen in dieser Welt
werden sich darüber freuen. Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll sich in Freude
verwandeln! (Joh 16,20)
Hallo Du,
bist du lebensfroh, unbesorgt, zuversichtlich, gelöst und dankbar, also voller innerer Freude -
oder bist du ängstlich, besorgt, zweifelnd, Traurig, gehemmt, unzufrieden, eingeschüchtert oder
gar verbittert, also freudlos und verloren?
Was davon du auch bist, es hat Ursachen wie gute oder schlechte Lebenserfahrungen, doch
diese entscheidenden Ursachen werden von und unterschiedlich bewertet. Welche
Grundeinstellung und Sichtweise haben wir? Welche Erwartungen, Hoffnungen oder
Befürchtungen? Sind wir eher optimistisch oder eher pessimistisch? Suchen wir nach Schuldigen
dafür?
Unsere Umwelt redet uns ein, dass jeder seines Glückes Schmied sei und für sein Schicksal
selbst verantwortlich. Wer es nicht packt, ist selbst dran schuld. Und dem kann auch nicht
geholfen werden. Dieses Argument klingt plausibel und es ist bequem. Es unterstützt unseren
Egoismus und ist ein Feigenblatt für Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit.
Doch, es ist schlichtweg falsch. Ist der Behinderte an seiner Behinderung Schuld oder das Kind,
das in einem chaotischen oder suchtbeladenen Elternhaus aufwächst oder der Gelähmte, dem
ein leichtsinniger Raser die Wirbelsäule gebrochen hat? Du meinst das sind Extrembeispiele?
Wie ist das bei dir? Auch du trägst schwere Lasten aus der Vergangenheit. Wie gehst du damit um?
Belasten sie dich immer wieder oder sind sie überwunden und vergessen, gänzlich aufgelöst und
verschwunden. Hast du dir deine Lasten, Verletzungen und bewusst selbst aufgeladen, um zu
leiden oder sind sie dir aus unglücklichen Situationen und Umstanden entstanden? Selbst wenn
du dich das eine oder andere Mal tatsächlich dumm oder schlecht verhalten haben solltest, du
hast es aus der Situation heraus getan und du hast getan, was aus deinem damaligen
Ermessensstand richtig oder wichtig war und auch der hat Gründe. Alles was wir tun, tun wir aus
dem letzten Stand der Erkenntnis und die kann nie vollkommen sein. Es ist der letzte Stand des
Irrtums. Du bist nicht schuld!
Die Frage nach der Schuld ist irrelevant. Sie will uns in eine Gesetzlichkeit einbinden, die sich
anmaßt zu wissen, was richtig oder falsch ist. Sie will uns messen und bewerten und
klassifizieren und in Schubladen ablegen. Sie will uns handhabbar machen und zu seelenlosen
Wesen abstempeln.
In diese Denkweise dürfen wir nicht hineinziehen lassen. Sie ist pures Gift!
Sie raubt uns Freude und Hoffnung. Sie vermittelt uns Scham und Schuldgefühle.
Sie verursacht das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Ja sie bewirkt sogar Selbstablehnung und
Selbsthass.
Wir können uns selbst nicht leiden und gehen deshalb nicht gut mit uns (und anderen) um.
Sie verhindert Natürlichkeit, Echtheit und Gelassenheit.
Sie verhindert, dass wir vertrauensvoll beten, uns Gott anvertrauen und ihn um Hilfe bitten.
Sie stempelt uns zu hoffnungslosen Versagern ab und blockiert den Mut zum Neuanfang.
Wer die Schuldfrage zulässt und für richtig hält, der setzt die Leistung zum absoluten Maßstab
und entscheidet sich damit gegen Mitmenschlichkeit, Mitgefühl, Vergebung, Barmherzigkeit und
Gemeinschaft. Wir alle machen immer wieder Fehler und es gäbe keine dauerhafte Beziehungen,
wenn jede Schuld erst bestraft und gesühnt werden muss. Das ist unmenschlich und grausam.
Die Schuldfrage richtet unseren Blick immer wieder auf unsere unzulänglichen Schwächen und
Mängel, sie überbewertet sie und raubt uns das Vertrauen in uns selbst und in Gott, der uns ja
so gemacht hat, wie wir sind. Sie verhindert, dass wir unser Wachstum und unsere positiven
Veränderung erkennen und davon ermutigt werden. Die Schuldfrage dient denen, die etwas von
uns wollen, die uns gefügig machen und ausnehmen wollen. Die Schuldfrage will uns von Gott
fernhalten.
Weil Ursache und Wirkung individuell oft nicht zwingend direkt miteinander verbunden sind, gibt
es keinen Anlass, sie zur unumstößlichen Doktrin zu erheben. Sie würde dem Einzelnen nicht
gerecht. Die Forderung nach Gerechtigkeit würde sich selbst nicht gerecht und sie bricht damit in sich zusammen.
Richtig ist, dass wir eine verlässliche Orientierungsgrundlage brauchen. Eine Welt ohne
Orientierung wäre eine verlorene Welt mit verlorenen Geschöpfen.
Jeder hat ein Lebensrecht und die Pflicht, sich mit seinen Fähigkeiten zum Wohle aller
einzubringen.
Wir brauchen Gemeinschaft miteinander als Lebensversicherung und zum Sichern des
Fortbestandes.
Wir brauchen Gleichberechtigung untereinander in gegenseitiger Toleranz und Achtung.
Wir brauchen ständige Vergebung, Befreiung, Unterstützung und Ermutigung.
Wir brauchen Mitmenschlichkeit, Mitgefühl, Vergebung und Barmherzigkeit füreinander.
Wir brauchen die Führung Gottes, das Vorbild Jesu und die geistige Durchdringung mit dem Geist
der gegenseitigen Liebe und Verantwortung.
Wir brauchen die ständige Unterweisung in seinem Wort und im Gebet und die Kraft aus seiner
Nähe und Anwesenheit. Gott ist immer mit uns und er wohnt in uns. Wir sind aus ihm!
Wir brauchen die feste Freude, die aus der tiefen Verbundenheit mit ihm kommt.
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude ...
Gott sei Dank für deine Güte und Gnade.
Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben;
dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben!
Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Jesus ist kommen, sagt’s aller Welt Enden.
Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier!
Schwöret die Treue mit Herzen und Händen.
Sprechet: wir leben und sterben mit dir.
Amen, o Jesu, du wollst uns vollenden.
Jesus ist kommen, sagt’s aller Welt Enden.

