Zurückschauen, der Zukunft misstrauen
Hallo Du,
es gibt Menschen, die sind richtig zwiegespalten.
Ihr Körper lebt im Heute, aber ihr Geist verharrt im Gestern.
Wenn sie sich doch wenigstens an das Schöne
in der Vergangenheit erinnern würden,
aber nein,
meist denken sie an das persönlich erlebte Unrecht,
das ihnen widerfahren ist,
zu dessen Opfer sie geworden sind,
oder sie denken an eigene Fehler,
unter denen sie immer noch leiden,
die Ihr Schicksal angeblich negativ beeinflusst haben,
die sie nicht loslassen können oder wollen.
Diese Menschen sind verbittert und unausgeglichen,
sie jammern, schimpfen und beschuldigen,
sie lästern und zerreden sich das Maul,
sie reden, reden und reden, aber sie tun sonst nichts.
Sie reagieren sich ab durch reden
und regen sich dadurch immer wieder neu auf.
Sie brauchen diese Aufregung,
um in sich eine Regung zu spüren,
um zu spüren, dass auch sie noch leben.
Diese Menschen halten sich an ihrem Groll,
an ihren Schuldgefühlen, Befürchtungen und Ängsten fest,
damit sie auch jemand sind,
damit sie etwas sagen können,
damit sie Aufmerksamkeit erregen,
damit sie eine Entschuldigung für ihr Nichtstun haben.
Sie sind gerne in der Vergangenheit, die sie kennen
und die ihnen trotz schlechter Erlebnisse vertraut ist,
weil sie vor der harten Wahrheit der Gegenwart fliehen
und der ungewissen Zukunft misstrauen.
Ihre negativen Empfindungen und Einstellungen,
ihr ständiges Zurückschauen
macht sie immer wieder zum hilflosen Opfer
und die anderen zu schuldigen Tätern.
Da sie sich selbst nicht vertrauen, misstrauen sie allem und jedem.
Sie sehen die Welt lieber schwarz-weiß als bunt.
Aber auf die Idee,
dass ihr Unglück durch sie selbst verursacht wird,
dass sie ihr eigenes Glück verhindern,
kommen sie nicht.
Sie wollen wirklichkeitsblind und befangen sein,
denn das ist viel leichter und bequemer
und es enthebt sie der Erkenntnis,
dass sie selbst unfähig sind und manipulieren.
Gott schenke diesen Menschen das Erlebnis der Liebe,
die sie bedenkenlos annimmt und in die Gegenwart führt,
die ihnen Gelegenheit gibt, sich ohne Misstrauen zu öffnen,
die sie drängt, Neues zu erleben und aufzunehmen,
die sie mit Hoffnung und Freude auf den nächsten Tag warten lässt,
die sie zurückholt ins Leben.

