Der Racheengel
Hallo Du,
ich kenne eine Frau, die verdreht die Wahrheit hartnäckig und will nicht wahrhaben,
dass ihre Sicht der Dinge Schönfärberei und Selbsttäuschung ist.
Sie hat die Wahrheit gegen eine selbstgerechte Einbildung getauscht, gegen ein
phantasievolles, selbstbestätigendes Luftschloss.
Sie unterdrückt die Fakten und glaubt lieber das, was ihre eigene Sichtweise
und ihren egoistischen Lebensstil bestätigt.
Sie malt einen Teufel an die Wand, den es gar nicht gibt,
außer, in ihrem Kopf und Herzen.
Ihre Verdrehungen und Unwahrheiten verbreitet sie überall geschickt als Tatsachen,
um Menschen für sich einzunehmen und gegen andere aufzubringen.
Sie baut auf deren Mitgefühl und Großherzigkeit und nutzt sie für ihr Interesse aus.
Sie verstreut Gift, mit dem sie sich letztlich selbst vergiftet.
Solches Verhalten macht Gott zornig. Die Bibel sagt:
Doch vom Himmel her wird Gottes Zorn sichtbar über alle
Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit ablehnen. (Röm 1,18)
Gott möchte die Sünde beseitigen und die Sünder heilen, doch das geht nicht,
solange die Sünder die Wahrheit hartnäckig verdrehen, nicht wahr haben wollen,
ablehnen oder gar auf der Sünde beharren.
Dazu müssten sie reumütig in sich gehen, eigenes Fehlverhalten erkennen,
es akzeptieren und wenn möglich, den angerichteten Schaden wiedergutmachen.
Und dabei würden sie ihre Schlechtigkeit, Gemeinheit, Enge und Armseligkeit erkennen.
Aber, wer will und kann das schon?
Kenne Sie die Geschichte von der Frau, die den neuen Pfarrer verleumdete,
um sich selbst interessant zu machen? Als der Pfarrer davon hörte, stellte er sie zur Rede.
Und nach etlichen Ausflüchten beugte sie sich zerknirscht den Beweisen. Sie versprach,
es wiedergutzumachen. Der Pfarrer bat sie dazu um zwei Aufgaben. Die Erste war:
Sie solle ihr Daunenkopfkissen nehmen, die Daunen vom Kirchturm aus verstreuen,
wie sie es mit ihren Lügen gemacht hatte. Das tat sie.Danach bekam sie ihre zweite Aufgabe:
Sie sollte alle Federn wieder einsammeln, was ihr aber nicht möglich war.
Ich habe um diese Frau angst.
Mit ihren Verdrehungen und Verleumdungen stellt sie sich gegen Gott und die Menschen.
Gegen die, die sie benutzt und gegen die, die sie mobbt.
Ihre Bosheit macht sie blind und ihre Selbstgerechtigkeit taub für Gottes rufen.
Gott kann sie nicht mehr erreichen und sie begibt sich bewusst
in eine Abwärtsspirale der Sünde.
Zuerst lehnt sie die Wahrheit und damit Gott ab.
Danach entwickelt sie eigenen Vorstellungen darüber, wie Gott sein und handeln sollte
und was er für sie zu tun habe.
Dann verfällt sie verschiedenen Arten von Bosheit, wie beispielsweise:
Wut, Streit, Schlechtigkeit, Unrecht, Habgier, Neid, Betrug, Hinterlist und Rache.
Und zum Schluss hasst sie dann auch Gott, der nicht das tat, was sie wollte
und für richtig hielt.
Doch nicht Gott führt in diesen Abstieg. Es ist der Mensch selbst,
der mit seinem Denken, Sagen, Verhalten und Tun Gott und die Wahrheit ablehnt.
Gott lässt ihm die Freiheit so zu leben, wie er sich entscheidet.
Gott überlässt ihn seinem eigenen Willen, damit er die Konsequenzen seines Handelns
am eigenen Leib erfährt, durch Erleben von Schmerz und Leid und göttliche Einsicht.
Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert
und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter
der Gedanken und Sinne des Herzens. (Hebr 4,12)

