Trauern - Traurigkeit (Joh 5,6-9)
Hallo Du,
warum bist du so traurig?
Was ist bei dir schief gelaufen?
Wen oder was hast du verloren?
Wonach sehnst du dich zurück?
Ist denn der oder das wirklich verloren?
Ist es nicht in deinen Erinnerungen mit dir eng verbunden?
Macht es im Alltag nicht Platz für Neues? Das Neue kann ebenfalls sehr gut
werden.
Auch wenn du im Moment in einem Jammertal bist,
deinen Kopf hängen lässt, mutlos und traurig bist, weil es dir nicht gut geht
und du dich nicht stark genug fühlst, den Kampf ums Dasein zu bestehen,
bist du nicht verlassen und auch nicht alleine.
Gott hält und trägt dich, wenn du es zulässt und ihm vertraust.
Du solltest dich nicht dauerhaft in Traurigkeit zurückziehen und in
Selbstmitleid verschließen, denn dadurch wird alles schlimmer.
Nach und nach würdest du deine Selbständigkeit verlieren und immer stärker
auf Hilfe von außen hoffen, doch dein Verhalten weist sie zurück.
Helfen kannst nur du dir selbst. Öffne dich wieder.
Du darfst deinen selbstgewählten Käfig wieder verlassen, denn in der Trauer
zeigtest du Treue zum Verlorenen.
Du musst deine Tür nicht von innen verschließen.
Deine Liebe bleibt, auch wenn das Leben weitergeht.
Lüfte also deine Gedanken und bewege dich wieder.
Nehme erneut am Leben teil.
Lasse dich auf andere ein. Sie warten auf dich und sie brauchen dich.
Oder willst du leiden? Weshalb? Wozu?
Mache dir doch keine Vorwürfe und bestrafe dich nicht selbst.
Ja, vielleicht hast du Fehler gemacht, doch niemand ist perfekt, unfehlbar.
Du bist jetzt enttäuscht und ergrimmt, du fühlst dich hilflos und ohnmächtig,
du reagierst gereizt und bist gekränkt, du benimmst dich unbeholfen,
vielleicht auch trotzig oder kindlich. Vielleicht bist du sogar wütend.
Aber, das hilft niemandem, schon gar nicht dir.
Damit veränderst oder erzwingst du nichts außer, dass dein Leben
baden geht.
Die Trauer, bedrückt und quält dich. Sie zwingt zum Umdenken,
zu Veränderung.
Sie kann dich erkennen lassen, was Gott für dich möchte.
Er möchte, dass du Widriges überwindest, dass du wieder lebst, erlebst und
bewirkst,
dass du weitergehst, an deinen Erfahrungen reifst und zum Vorbild für andere
wirst.
Er möchte, dass du ihm vertraust und im Geschehenen nicht Bestrafung,
sondern Chancen siehst und in den neuen Ereignissen seine Weisheit
und Güte erkennst.
Er nimmt, um anderes zu geben. Vielleicht wirst du von Abwegen
zurückgeführt.
Verlust löst Trauer aus und die zeigt dir deine Liebe und deinen Anstand und
deine Treue.
Verlust führt dich auf das Elementare zurück, bereitet dich auf einen
Neubeginn vor, verändert deine Perspektive und lässt dich neue Chancen
erkennen.
Deshalb, nehme deinen Platz im Leben wieder ein, aber mache nicht so
weiter wie bisher.
Gehe neue Wege und gehe sie nicht alleine. Lasse Gott dein Begleiter sein.
Er weiß, was du brauchst und was dir gut tut, was dich vollendet.
Lasse dich von ihm in ein neues Leben mit neuen Werten und Zielen führen.
Beschäftige dich mit dem, was dir täglich begegnet, setze dich damit
auseinander und bedenke, dass alles irgendwann enden wird.
Gebe deine neu erkannte und gereifte Liebe weiter, denn sie überwindet,
sie zeigt, dass Gott mit dir ist, dass er dich liebt, dir vergeben und dich
erneuert hat.
Und erkenne das Schöne und Gute, seine Gegenwart. Er gibt oder nimmt zu
deinem Wohl, für deine Weiterentwicklung und denkt dabei immer an die
ewige Gemeinschaft mit dir.
Entziehe dich bitte anhaltender Trauer und quäle dich nicht mit nutzlosem
Grübeln!
Freude und Fröhlichkeit verlängern das Leben und machen es lebenswert.
Überrede dich selbst zur Freude und spreche dir Mut zu.
Gehe wieder unter die Leute und vertreibe deinen Trübsinn,
denn der hat noch niemandem geholfen - aber schon viele gequält
und umgebracht.
Traurigkeit kann dich aus Sackgassen und Fallen befreien.
Deshalb: Bemerke sie, reife in ihr und überwinde sie,
denn Gott braucht dich, das Gute in dir.
Er hat neue Aufgaben für dich,
Aufgaben, die dich stärken und wieder fröhlich machen.
Jesus fragte einen Leidenden am Teich Betesda: "Willst du gesund werden?
Der aber jammerte ihm hilflos, hoffnungslos und voller Selbstmitleid
etwas vor.
Da forderte ihn esus auf: "Steh auf, roll deine Matte zusammen und geh!"
Im selben Augenblick war der Mann geheilt. Er nahm seine Matte und ging
(wieder) seines Weges. (Joh 5,6-9)

