Deprecated: str_replace(): Passing null to parameter #1 ($search) of type array|string is deprecated in /www/htdocs/w0102ae4/himmelsbriefe-j4/libraries/src/User/UserHelper.php on line 565
Schubladendenken (1.Petr 5,7)

Deprecated: htmlspecialchars(): Passing null to parameter #1 ($string) of type string is deprecated in /www/htdocs/w0102ae4/himmelsbriefe-j4/layouts/chromes/html5.php on line 26

Deprecated: htmlspecialchars(): Passing null to parameter #1 ($string) of type string is deprecated in /www/htdocs/w0102ae4/himmelsbriefe-j4/layouts/chromes/html5.php on line 26

Buch: Der Du in mir

 

Haben Sie auch Interesse an

meinem Buch?

 

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes

Tempel seid und der Geist

Gottes in euch wohnt?

(1.Kor 3,16)

In einem abenteuerlichen

Traum erkunde ich mein

Inneres auf der Suche nach

Gott und finde ihn tief in mir.


Der DU in mir

Laudatio Verlag,

Frankfurt am Main

ISBN 9783946590798



Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates




Schubladendenken
(1.Petr 5,7)

 

Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch. (1. Petr 5,7)

 

Hallo Du,

mein Großvater war der Gründer der Schlangenapotheke in Schlangenbad. Bei meinem letzten

Besuch in der Apotheke hat mich die ursprüngliche Einrichtung mit vielen, vielen Schubladen

sehr beeindruckt. Sie sind mir im übertragenen Sinn eine Betrachtung wert.

Eine Lade ist ein Behälter, den man mit Inhalt füllt, mit Waren, Gegenständen, mit Frachten oder

Lasten oder irgendwelchem Kram, im erweiterten Sinne auch Wissen, Annahmen, Gefühlen,

Befürchtungen, Hoffnungen etc. die hineingegeben werden, den man darin ablädt, den man in sie

einfüllt, einsortiert, aufbewahrt, verwahrt oder auch versteckt.

Eine Schublade ist sehr praktisch. Sie lässt sich leicht in einen Schrank oder in eine Kommode in

unserer Wohnung hineinschieben. Der Inhalt verschwindet aus unseren Augen (und manchmal

auch aus dem Sinn) und äußerlich sieht alles ordentlich aus. Die Schublade lässt sich aber auch

schnell wieder öffnen, um etwas herauszunehmen, zu betrachten oder zurückzulegen.

 

Manche Schubladen sind wohlgeordnete und übersichtliche Ablagen wie in einer Apotheke,

andere sind chaotische Sammelsurien. Manche werden regelmäßig benutzt, andere nur selten

geöffnet. Alle sind irgendwie hilfreich, aber nicht alle sind effektiv.. Sie helfen zu systematisieren,

zu kategorisieren, zu klassifizieren, das Denken zu ordnen, aber nur, wenn die Inhalte in Bezug auf

die zugeordnete Bedeutung tatsächlich wahr und genau sind.. In jedem Fall charakterisieren sie

ihre Besitzer und ihr Auffassung..

 

Da Chaos im Kopf wie auch im Denken und Fühlen und Empfinden anstrengend und verwirrend ist,

nutzen wir gedankliche Schubladen, um in uns Struktur und Ordnung zu schaffen und damit das

Leben zu erleichtern. So entstehen aus Denkschubladen Denkmuster, vorgeordnete und

vorgedachte Entscheidungshilfen sowie individuelle Bewertungen.

Beispielsweise: Männer sind unreinlich, gewalttätig oder unsensibel. Frauen sind emotional, reden

zu viel oder sind unsicher. Kinder sind ungehorsam, bösartig oder unfähig. Oder, was in meinen

Schubladen ist, ist geprüft und richtig. Wenn andere etwas anderen behaupten, dann ist das falsch.

Oder mein Weltbild ist durch Erfahrung gesichert. Es muss richtig sein. Oder: Ich weiß es besser,

weil … usw..

 

Einige unserer Schubladen sind leichtgängig. Auf ihnen steht beispielsweise: ‚Glücksmomente‘,

‚Siege und Erfolge‘, ‚Sehnsüchte und Hoffnungen‘ oder ‚Vorhaben‘ und sie werden oft benutzt.

Andere sind unbeliebter. Auf ihnen steht vielleicht: ‚Niederlagen‘, ,Schmerz und Leid‘, ‚Gefällt mir

nicht‘ oder ‚Feinde‘, oder allgemeiner: ‚schwarz‘, ‚weiß‘, ‚bunt‘, ‚groß‘, ‚klein‘, ‚dick‘, ‚dünn‘, ‚gut‘

oder ‚schlecht‘. Einige Schubladen haben wir sogar fest verschlossen und dazu noch verschraubt

und vernagelt und sicherheitshalber auch nicht etikettiert. Sie enthalten unsere verborgensten

Geheimnisse. Niemand soll sie je erfahren.

 

Weil aber das Leben und Erleben aber sehr differenziert ist, müssen wir bei der Zuordnung in

einzelne Laden pauschalisieren, denn zu viele Schubladen würden verwirren.

 

Dazu kommt noch, dass uns manche Ereignisse unklar bleiben. Über andere wissen wir zu wenig

und noch andere haben wir ungeprüft, aber im Vertrauen übernommen. Haben wir bei einigen zu

wenig Belege, dann vermuten wir einfach, denn das ist ja besser als gar nichts.

Das bedeutet: Wir können gar nicht objektiv sein. Unser Ordnungssystem wird z.B. unterwandert

durch Subjektivität und Kurzsichtigkeit und überlagert von Furcht oder Hochmut, von Äußerlichkeit

und Oberflächlichkeit. Im Laufe der Zeit landet vieles in falschen Schubladen wird zu gefährlichen

Entscheidungsmustern. Das heißt: Wir erkennen falsch. Wir bewerten falsch. Wir machen Fehler.

Wir tun unrecht. Wir irren uns, weil wir uns, also unsere Schubladenablage und unser Denken und

Empfinden als richtig ansehen.

 

Das wird auch im Bereich der Religion sichtbar. Es erstaunt mich, dass manche Christen in

Glaubensfragen ihr Herz ausschalten und sich in persönlichen Verstandesüberzeugungen

hineinsteigern.

Da geht es nicht mehr um Jesus, sondern ums Ego. Es geht nicht mehr darum, dass Jesus das Haupt

und Zentrum der aller Christen ist, sondern darum, wer den rechten Glauben hat, die rechte

Glaubensausprägung, der richtigen Gemeinde angehört. Wer was richtig oder falsch macht. Das ist

modernes Pharisäertum. Da übertrumpfen sich Denominationen, stellen andere in Frage und

werben sich gegenseitig Gläubige ab.

 

Es ist schon seltsam, was Schubladendenken bewirkt. Da überheben sich landeskirchliche

Lutheraner selbstgerecht über landeskirchliche Reformierte oder Unierte, Katholiken über

Protestanten oder umgekehrt, Freikirchliche über Landeskirchliche oder umgekehrt. Da gibt es

neben den Mennoniten, Baptisten, Pietisten, Methodisten, Evangelikalen, Adventisten,

Brüderbewegungen und Pfingstlern noch über 1000 christliche Glaubensrichtungen in

Deutschland. Nicht alle gehen tolerant mit der ‚Konkurrenz‘ um.

 

Aus meiner Sicht haben die vielschichtige Gemeindeangebote vielleicht unterschiedliche

Ausprägungen. Sie sollten und müssten aber alle das gleiche Ziel haben, nämlich Menschen in die

Nachfolge Jesu zu bringen.. Es gibt nur einen Christus und damit nur eine christliche Wahrheit.

Alle Denominationen basieren auf der gleichen Bibelquelle.

Solange Jesus Christus das Zentrum des Glaubens und das Haupt der Gemeinde ist und bleibt,

finde ich das vielfältige Angebot nicht widersprüchlich.

 

Da halte ich es ganz mit Paulus:

Bei manchen sind zwar Neid und Streitsucht mit im Spiel, wenn sie die Botschaft von Christus

verkünden. Doch es gibt auch solche, die es in der richtigen Haltung tun.

Sie handeln aus Liebe ´zu mir`, denn sie wissen, dass ich mit dem Auftrag hier bin, für das

Evangelium einzutreten.

Die anderen hingegen verkünden Christus aus selbstsüchtigen Motiven. Sie meinen es nicht ehrlich,

sondern hoffen, mir in meiner Gefangenschaft noch zusätzliche Schwierigkeiten zu bereiten.

Aber was macht das schon? Ob es nun mit Hintergedanken geschieht oder in aller Aufrichtigkeit -

entscheidend ist, dass im einen wie im anderen Fall die Botschaft von Christus verkündet wird,

und darüber freue ich mich. (Phil 1,15-18)

 

Aber die Bibel warnt uns auch:

Falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele irreführen. (Mt 24,1)

 

Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen im Schafskleid zu euch, in Wirklichkeit

aber sind sie reißende Wölfe. (Mt 7,15)

 

Die falschen Propheten stammen von der Welt; deshalb hat auch das, was sie lehren, seinen

Ursprung in dieser Welt und wird von der Welt mit Zustimmung aufgenommen. (1.Joh 4,5)

 

Eine Diakonisse hat mich vor Jahren einmal zu einem umstrittenen Pfarrer gefragt den ich kannte:

„Liebt der Jesus oder ist er in sich selbst verliebt.“

 

Diese zentrale Frage habe ich mir seitdem zu Eigen gemacht, in meiner Selbstbetrachtung wie

auch bei der Einschätzung anderer. Und dabei mir ist immer bewusst, dass ich mich irren kann.