Aus Überzeugung (Hebr 11,1)
Was ist nun also der Glaube? Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich
erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert. (Hebr 11,1)
Hallo Du,
ist dir alles egal oder hast du eine eigene Meinung? Was denkst du? Wer bist du?
Welche Ansichten und Standpunkte vertrittst du? Welcher Auffassung bist du?
Welche Weltanschauung hast du? Welche Einstellungen bestimmen dich?
Woran glaubst du? Wovon bist du fest überzeugt? Wofür setzt du dich aktiv ein?
Deine Überzeugungen, also die von jemandem übernommene oder durch eigene Prüfung oder
Erfahrungen gewonnene Gewissheit, prägt deine Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit. Wenn du
andere mit Argumenten überzeugen möchtest, musst du nicht nur wissen, wovon du sprichst,
sondern sie müssen dir auch glauben, dass es wahr und not-wendig ist. Sie müssen über etwas
Ungewisses, ihnen noch Unklares, Gewissheit erlangen. Und das nicht, indem du sie überredest,
sondern indem du sie mit guten Argumenten und dein Vorbild überzeugst.
Überzeugend bist du,
wenn du deine Überzeugungen lebst und danach handelst, wenn dein Vorbild makellos ist,
wenn deine Leistungen den Hoffnungen und Erwartungen der anderen entsprechen,
wenn du vertrauenswürdig, ehrlich, echt und glaubhaft bist,
wenn du Ansichten anderer nicht nur nachplapperst oder blind übernimmst, sondern sie
vorher prüfst und dich ihrer Richtigkeit vergewisserst,
wenn du das Erkannte probeweise einsetzt, eigene Erfahrungen damit sammelst und das Gute
und Hilfreiche als Leitlinie verinnerlichst.
Innere Überzeugung mit Gewissheit erwächst aus eigener Erfahrung. Erfahrung sammeln wir im
Tun und Erleben und emotionalen Durchleben, also auch aus Filmen, die wir sehen, aus Büchern,
die wir lesen, aus dem Zuspruch anderer und aus Vorstellungen, die wir uns selbst machen.
Und je besser äußere Impulse durch Erfahrungen untermauert sind, desto mehr sind wir von ihrer
Richtigkeit überzeugt.
Auch Glaube lebt aus Vorstellungsfähigkeit und Vorstellungskraft, aus der Fähigkeit zu Fantasie
und abstraktem, gedanklichem Durchleben. So nehmen wir vorweg, was wir erhoffen. Damit
beeinflusst Glaube, Vorwegnehmen, unser Denken und Fühlen genauso wie Situationen, die wir
tatsächlich durchlebt haben.
Sind nun die Sachverhalte oder Begebenheiten, die wir aufnehmen oder uns im Kopf vorstellen,
positiv, bejahend, zustimmend und zuordnend, dann wirken sie auf uns beteuernd und
versichernd und vertrauenswürdig und dann übernehmen wir sie gerne und richten uns
daran aus. Leider gilt das aber auch für negative Impulse. Deshalb ist es so entscheidend,
welche Freunde oder Idole wir haben, womit wir uns beschäftigen, was wir in uns einlassen
und aufnehmen, welchen Ereignissen, Erfahrungen oder Impulsen wir emotionale Aufmerk-
samkeit und Intensität schenken, was und wem wir glauben.
Im Leitvers bringt auch Paulus Überzeugung mit Glaube und Vertrauen in Verbindung.
Für ihn ist sein Glaube, seine religiöse Überzeugung, sein persönliches Bekenntnis zu Gott,
eine nicht von Umständen oder Beweisen abhängige Gewissheit. Er ist von Jesus überzeugt.
Ihn hält er für wahr, gut und erneuernd. Er hat es selbst erlebt. Auf ihn baut er. Er ist sich sicher:
der Geist Gottes und seine Liebe und Güte wirken an ihm und wirken durch ihn. So erfüllt er
seinen Auftrag.
Paulus hat sich fest für Jesus als seinen Herrn entschieden. Er hat keinen Wischiwaschi-Glauben,
keine ‚Sich nach dem Wind drehen‘-Überzeugung. Ihm ist die innere Glaubensüberzeugung
wichtiger, als äußere Vorteile. Er lebt aus dem festen Glauben an Jesus Christus und ist der
festen Überzeugung, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, unser Erlöser aus Sünde und
schlechten Bindungen, unser Retter aus Seelennot und Gottesferne. Dafür ist er bereit, zu leiden,
sogar ins Gefängnis zu gehen. Dafür ist er bereit, sein Leben zu opfern. Das gehört dazu. Für die
Weitergabe der guten Nachricht von der Liebe und Güte und Gnade und Vergebung, wagt er vieles.
Er ist der festen Überzeugung, dass sich Gottes biblische Zusagen erfüllen, dass uns durch Jesu
Opfertod am Kreuz Sündenvergebung zuteil wird, dass Jesus uns wieder mit Gott verbindet und
wir zu Gotteskindern, zu Vollmitgliedern der himmlischen Familie werden. Paulus ist von Gott und
Jesus überzeugt. Er ist der innerster Überzeugung, dass Lebenssinn, Sinnerfüllung und innerer
Frieden nur aus der festen Glaubensverbindung mit Gott erstehen, nur dann, wenn wir Jesus
nachfolgen und seiner Lehre gehorchen, die uns als hilfreicher Maßstab fürs Leben gegeben ist.
Er vertraut darauf, dass der Mensch vor Gott gerecht wird allein durch Glauben und nicht durch
irgendwelches gottgefällige Tun.
Lieben wir denn unsere Kinder nicht auch nur deswegen, weil sie unsere Kinder sind und nicht
deswegen, weil sie tun, was wir wollen?
Ein Mensch ohne Überzeugungen, ist wie ein Fähnchen im Wind, wie Suppe ohne Salz, wie ein
Baum ohne Wurzeln. Jeder sollte Überzeugungen haben und danach leben, doch ihre Über-
zeugungen sollten auch vor Gott bestehen können. Sind sie in ihm gegründet? Nur dann können
wir entschieden bei unseren Überzeugungen bleiben und unbedenklich zu dem stehen, was wir
denken und sagen und tun. Denn dann wirkt durch uns und aus uns heraus der Geist der Liebe,
der Geist Gottes, ein Heiliger Geist.
In seinem Brief an die Thessalonicher schreibt Paulus:
Denn wir haben euch die rettende Botschaft verkündet, nicht allein mit Worten, sondern Gottes
Macht wirkte durch uns. Sein Heiliger Geist stand uns bei, und so hatten wir große Über-
zeugungskraft. Ihr wisst selbst, wie wir uns verhielten, während wir bei euch waren: Alles, was
wir getan haben, geschah für euch. (1.Thess 1,5)

