Habt Selbstachtung und achtet einander (Röm 12,10)
Hallo Du,
hast du Achtung vor dir selbst? Liebst du dich?
Wenn ja, dann hast du dich so angenommen wie du bist, nicht nur deine guten Seiten,
sondern auch deine Schwächen und Macken, auch dein unvollkommen und nicht perfekt
sein. Mit der Selbstannahme erlaubst dir, Mensch zu sein, menschlich zu sein, für alles
offen und locker zu sein und zu bleiben, das Leben zu genießen. Dadurch kannst du dich
nach und nach weiterentwickeln zu der Person, die in dich gelegt ist, zu einer Persönlichkeit
mit Anstand, Erfolg, Schönheit und Würde.
Wenn nein, dann heißt das wohl: Du betrachtest dich mit Verachtung, mit Geringschätzung
und Misstrauen. Du hältst nichts von dir. Du bist mit dir unzufrieden. Du bist mit deinen
Maßstäben überkritisch. (Woher hast du sie?) Dann lebst du nicht, sondern wirst von Zwietracht
getrieben. Du hängst in einem Zwiespalt fest und kommst von zu hohen Ansprüchen an dich
selbst nicht los. Deswegen bist du voller Unfrieden, bist nicht du selbst. Möchtest vielleicht
eine Andere / ein Anderer sein. Du bist nicht nur unzufrieden mit dir, sondern auch mit anderen
und sogar mit Gott, deinem Schöpfer, der dich ja so geschaffen hat, wie du bist. Wahrscheinlich
bist du auch verklemmt und verbittert. Wahrscheinlich bist du auch enttäuscht. Wahrscheinlich
hast du auch nur geringes (Selbst-)Vertrauen.
Je schöner, besser, fehlerfreier, zuverlässiger oder vollkommener du sein möchtest, desto weniger
bist du es! Du läufst hinter Unerreichbarem, Irrrealem her.
Wie kommt man zu mehr Selbstachtung?
- Ändere deine Einstellung. Nehme dich so an, wie du bist.
- Werde dir bewusst, wie negativ du mit dir umgehst und redest. Was du dir einredest.
- Vermeide harsche, schädliche Selbstkritik und Selbsterniedrigung.
- Überfordere dich nicht. Sei geduldig mit dir. Lobe dich mehr.
- Sehe das Positive. Lächle dein Spiegelbild an.
- Sei natürlich, zuversichtlich und unvoreingenommen wie ein unbeschwertes Kind.
- Danke Gott immer wieder für das, was er dir gegeben hat und weiterhin gibt. Er ist gut.
Vertraue ihm, hoffe auf ihn und höre auf ihn. Glaube an seine Liebe und Güte für dich.
Selbstachtung entsteht, wenn man seinem ursprünglichen, gottgegebenen und liebevollen
Wesen Raum gibt und sich bösartige Abwertungen anderer nicht allzusehr zu Herzen nimmt,
wenn man nicht ständig an sich zweifelt.
Selbstachtung wächst in kleinen Schritten; mit kleinen Erfolgen, die Freude, Bestätigung und
Zufriedenheit auslösen. Sie wächst aber auch mit der zunehmenden Größe, Kritik zu prüfen
und evtl. anzunehmen. Sie wächst im Miteinander.
Selbstachtung verwurzelt sich immer tiefer, wenn man sich in den Stürmen des Lebens treu
bleibt und dem eigenen Wesen sowie Gott vertraut.
Selbstachtung zeigt sich darin, einen realistischen Maßstab zu finden, sich abgrenzen zu
können, anderen klare Antworten zu geben aber auch im richtigen Moment schweigen zu
können. Sie zeigt sich auch darin, in jeder Situation warmherzig und humorvoll zu bleiben.
Selbstachtung ist Voraussetzung für liebevolles Verhalten, für Herzlichkeit, Geduld und
Mitgefühl, für Akzeptanz von sich selbst und Toleranz gegenüber jeglicher Andersartigkeit.
Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen.
Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen. (Röm 12,10; NGÜ)

