Alles hallt in uns nach! (2.Tim 2,16; Ps 51,12)
Hallo Du,
am 12.11.2016 schrieb ich in einem Beitrag mit dem Titel ‚Bewahre dein Herz‘ u.a.:
„Im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, braucht das Herz Frieden, Führung und
Bewahrung, Erlösung vom Chaos, Freiheit durch die Gebundenheit an Gott.
Es braucht eine Aufsicht, die über die eigene Sicht hinausgeht. Es braucht Licht in der
eigenen Befangenheit und Dunkelheit. Es braucht Übersicht und ordnende Klarheit.
Es braucht Gemütsruhe und Ausgeglichenheit in Stürmen. Es braucht Geborgenheit und
Ruhen in Gott, Versöhnt sein und Verbunden sein mit ihm.“
Heute, ein Stückchen weiter in geistlicher Erkenntnis, darf ich darüber schreiben, wie das,
was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, in uns nachhallt, nachklingt und was es mit uns
macht. Ja, die Bibel hat recht, wenn sie sagt: Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus
quillt das Leben. (Spr 4,23; L)
Nahezu jeder kennt das Phänomen des ‚Ohrwurms‘. Man hört ein Lied, das sich im Kopf
verankert, das uns anspricht, das uns nachgeht, das man nicht mehr aus dem Kopf kriegt.
Es klingt nach. Es hallt nach. Es prägt sich dadurch immer fester ein.
Nun habe ich erkannt, dass alles, was wir mit unseren Sinnen aufnehmen, irgendwie in uns
nachhallt, nachklingt und nachwirkt. Ganz gleich, ob uns das bewusst ist oder wird.
Wir nehmen auf, was uns umgibt. Es wird im Gedächtnis zunächst zwischengespeichert,
anschließend vom Gehirn geprüft, ob und wie es in unser Lebensbild passt. Das, was
verständlich ist und passt, wird relativ schnell mit den Vorhandenen verknüpft. Wir haben
etwas dazugelernt. Doch all das, was noch unverständlich ist und deswegen noch nicht passt,
was uns noch unbekannt und fremd ist, wird nicht, wie viele glauben, eliminiert und
vergessen, sondern wandert ins Unterbewusstsein und wird dort verarbeitet, irgendwann.
Entweder irgendwie in unseren Träumen, in denen das Gehirn versucht, die neuen
Bruchstücke mit gespeicherten oder erfundenen so zu ergänzen, dass sie für uns einen Sinn
ergeben oder irgendwann später, wenn das Gehirn/Gedächtnis Informationen bekommt, der
zu dem zwischengespeicherten Bruchstück passen könnte.
Es kommt also wesentlich darauf an, was wir sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken, was
wir aufnehmen, was wir erleben, womit wir uns beschäftigen, was uns berührt, was auf
unser Seelengleichgewicht einwirkt. Denn daraus formen sich unsere Sichtweisen, unser
Weltbild, unsere Einstellungen, Werte, Ansichten und Haltungen, unser Denken, Fühlen,
Verhalten und Handeln.
Unsere Umgebung und die Menschen um uns herum und unser Wissen haben einen starken
Einfluss auf uns. Wir können wählen. Wir können bestimmen, wer und was uns umgibt. Wir
können entscheiden, womit wir uns beschäftigen, was uns beeinflusst, wie unser Leben
weitergehen wird.
Doch, wir neigen dazu, Unbekanntes und Neues zu ignorieren und abzulehnen. Wie neigen
dazu, so zu bleiben wir sind, denn Gewohnheit und Kontinuität geben uns Sicherheit. Doch
im Inseldasein verlieren wir den Anschluss an die sich ständig verändernde Realität, an die
Wahrheit, an das pulsierende Leben. Die vermeintliche Sicherheit wird zum Trugbild, zum
Hemmschuh, zur Isolation.
Wir kommen mit dem Leben nicht mehr klar, weil es unserem Wissensstand nicht mehr
entspricht, weil wir nicht offen waren für Neues und Unbekanntes, für nützliches
Ergänzendes, für Abwägungen zwischen geeignet, noch ungeeignet und gar nicht geeignet.
Erstarrt in Besserwisserei und Ängsten, in Gleichgültigkeit und Unaufmerksamkeit und
verblendet durch Einbildung, Stolz oder Hochmut, verpassen wir den Sinn unseres Lebens,
unsere eigene Weiterentwicklung und damit verbunden, Lebensfreude, Bedeutung und
Erfüllung.
Gut ist schon einmal, darüber nachzudenken, ob wir glücklich oder nicht; ob wir so
weiterleben wollen oder nicht; ob wir bereit sind, das abzuwehren, was uns schadet und das
aufzunehmen, was uns nutzt; zu ergründen, was uns guttut oder was uns schadet.
Und wenn wir dabei erkennen, dass wir (vielleicht durch Neugier oder auf der Suche nach
Ablenkung oder Belebung) ungefiltert viel zu viel aufnehmen, viel mehr, als wir verarbeiten
können, dann ist das schon der erste Schritt zu innerem Frieden, zu Zufriedenheit und
Ausgeglichenheit, zu einem liebevollen Umgang mit uns selbst.
Und wenn wir dann auch noch erkennen, dass uns Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung
schwerfallen und dass wir auf dem Weg zu Lebensglück und neuem Bewusstsein Hilfe
brauchen, dann werden wir bereit, nach Hilfreichem zu suchen und Hilfe anzunehmen.
Wir öffnen uns für Hoffnung und Liebe, für eine bessere Zukunft, vielleicht sogar für die
Führung durch Gott und sein Wort, für die in der Bibel enthaltenen Weisheiten, Erkenntnisse
und Sichtweisen, die schon viele Leben bereicherten, die Persönlichkeit ausformen und
jeden einzelnen in bisher unerreichbare Möglichkeiten führen. Nicht umsonst heißt es:
Glaube versetzt Berge!
Die Gläubige sind nicht mehr nur auf sich gestellt. Im Glauben finden sie Führung und
Bewahrung, Erlösung vom eigenen inneren Chaos und Befreiung aus dem ungezügelten
und ungefilterten Wollen.
Jesus schenkt ihnen eine ganz andere Sichtweise. Er bringt Licht in ihre Befangenheit und
Dunkelheit. Er ordnet die Informationsflut, schafft ordnend Übersicht und gedanklich
Klarheit. Durch Vertrauen ermöglicht er Ausgeglichenheit in den Stürmen des Lebens.
Durch Zuversicht in Gott und das Gute, durch die ständige Verbundenheit mit ihm, ist er
sicher, ist er gehalten und geborgen. Er weiß, dass alles hallt in ihm nachhallt und
interessiert sich immer weniger für das, was ihm schadet, was ihn beschmutzt und belastet.
Deswegen:
Geh dem ehrfurchtslosen Geschwätz jener Leute aus dem Weg, die alles Heilige in den
Schmutz ziehen. Solche Menschen werden immer tiefer in der Gottlosigkeit versinken.
(2.Tim 2,16; NGÜ)
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
(Ps 51,12; L)

