Eschborn, den 26.01.2021
Trauern (Ps 30,9-13 und Jer 31,13)
Hallo Du,
kennst du die Binsenwahrheit: ‚Das Leben beinhaltet Höhen und Tiefen‘. Nun, das stimmt.
Auf die schmerzenden und verunsichernden Tiefen würden wir gerne verzichten, doch gerade
die brechen etwas in uns auf. Sie können uns in mehr oder weniger starkes Trauern führen.
Aber auch zur Besinnung und Überprüfung unseres Seins und Geschehens, des eigenen
Verhaltens, der eigenen Wünsche und Hoffnungen, der eigenen Einstellungen, Erwartungen,
Ansprüche und Ziele, der gemachten Fehler und deren vermutlichen Ursachen und
Auswirkungen, dem möglichen Anteil, den wir bewusst oder unbewusst daran hatten.
Daraus lernen wir. Daraus entstehen einprägsame, verändernde Lebenserfahrungen.
Die ermöglichen, Altes loszulassen und Neues anzunehmen. Sie führen zu Veränderung im
Gewohnten oder Festgefahrenen. Sie bewirken wachsen und reifen. Sie sind nötig, um das
Weiterleben, das Überleben, zu garantieren. Sie stellen uns vor die Wahl: Entweder zu hoffen
und die Zukunft klüger zu gestalten oder zu resignieren und in Selbstmitleid zu versinken.
Was ist Trauer? Trauer drückt den seelischen Schmerz über einen Verlust aus. Trauern ist
intensives Empfinden von Verlassenheit und Ohnmacht. Trauern ist die Zeit, die die Liebe
braucht, um neue Wege zu den Betrauerten zu finden und mit sich selbst wieder klar zu
kommen.
Dazu vier Bibelzitate:
Gekrümmt und von Leid zermürbt schleppe ich mich in tiefer Trauer durch den Tag.
(Ps 38,7; HfA)
Schmerz und Trauer haben mich fast blind gemacht; ich bin nur noch ein Schatten meiner
selbst. (Hi 17,7; HfA)
Kummer ist besser als Lachen, Trauer verändert den Menschen zum Guten. (Pred 7,3; HfA)
Die Mädchen tanzen im Reigen, die jungen Männer und die Alten feiern miteinander. Denn ich
verwandle ihre Trauer in Freude, ich tröste sie und mache sie wieder froh nach all ihrem Leid.
(Jer 31,13; HfA)
Ich erkenne für das Trauern drei Ursachen:
- Wir erleben einen plötzlichen, einschneidenden und unverständlichen Verlust an Sicherheit
und Geborgenheit, oder an Heimat und Eigentum, oder an Ehre, Ansehen und Prestige. Darauf
reagieren wir emotional und seelisch.
- Ein uns vertrauter Mensch oder wir selbst werden plötzlich sehr krank und es drohen
Siechtum oder gar Tod.
- Wir haben einen vertrauten und geliebten Menschen durch Tod oder Trennung verloren.
Wir hadern dann mit dem eigenen Schicksal oder mit dem von uns nahestehenden Menschen.
Wir trauern aus Anteilnahme und Verbundenheit und zeigen darin Liebe und Treue. Wir
trauern aber auch wegen der schicksalhaft erzwungenen Veränderung des uns Gewohnten und
Bequemen, des Liebgewonnen, des mühsam Erreichten. Wir leiden unter dem plötzlichen
Zwang zur Umstellung.
Da das Leben aus Werden und Vergehen besteht, aus ständiger Anpassung und
Weiterentwicklung, aus stetiger Veränderung und Erneuerung, sind Freude und Trauer für
mitfühlende Menschen ständige Begleiter.
Wie erleben wir Trauer? Was geschieht dabei mit uns?
Zunächst sind wir schockiert. Wir wollen nicht wahrhaben, was geschehen ist.
Dem Schock folgen Traurigkeit und Schmerz, emotionale Niedergeschlagenheit und mangelnde
Lebensfreude. Irgendwie fühlen wir uns leer, verunsichert, gekränkt oder verletzt. Wir hadern
mit dem Schicksal, entwickeln Zukunftsängste und reagieren oft mit seelischem Rückzug.
Wir leiden unter Desorientierung, Schlafstörung, Vergesslichkeit, Appetitlosigkeit,
Gewichtsverlust, Konzentrationsmangel und Lethargie. Wir fühlen uns unwohl, müde,
niedergeschlagen, verlassen und irgendwie schuldig.
Und all das ist völlig normal. Es gehört zum Trauern, zu dem Prozess von Verarbeiten,
Bewältigen und Überwinden des Verlustes. Trauern dient dem Ablösen, dem ‚Sich neu finden‘,
dem ‚Wieder zu sich finden‘, dem Weiterleben.
Unsere inneren Wunden brauche Zeit, zu heilen. Die Seele, sich damit abzufinden. Das Herz,
sich mit dem Verlust zu versöhnen. Der Verstand, sich wieder dem Hier und Jetzt zuzuwenden
und den Blick darüber hinaus in die Zukunft zu richten, um sie mit wiedergefundenem
Gleichgewicht, mit Vertrauen, Freude und Lebensmut anzugehen.
Wie reagierst du auf Verlust?
Stürzt du dich in Aktivitäten, um dich abzulenken, um den Schmerz zu verdrängen und um zu
vergessen? Oder ziehst du dich zurück? Kreiseln Erinnerungen in deinem Kopf, die das
Verlorene oder die Verlorenen in Gedanken, Bildern und Gefühlen in Verbundenheit
zurückholen? Das ist vorübergehend Balsam für die geschundene Seele. Doch darin wird auch
bewusst, dass das Geschehene endgültig ist, dass die Realität jetzt anders ist, dass eine
Bindung zerschnitten wurde. Und diese Erkenntnis erschreckt, löst Bedrückung,
Ohnmachtsgefühle, Depression oder Wut aus und kann zu Suche nach Schuldigen, zu Klage,
Anklage und Selbstbeschuldigung führen.
Oder willst du dir deinen Kummer von der Leber reden? Suchst du das Gespräch mit
Familienmitgliedern, mit Freund*innen oder mit anderen Menschen deines Vertrauens, bei
denen du Verständnis, Zuwendung und Halt findest, bei denen du in deinem Schmerz und in
deinem Gram nicht alleine bist, bei denen du dein Leid (mit)teilen kannst.
Meide den Kontakt mit anderen nicht. Sie werden dich verstehen und in der Trauer deine
Ohnmacht, aber auch deine Liebe erkennen und dir beistehen, sofern du es zulässt.
Trauern ist ein Prozess, der im Kopf beginnt und bis in jede Körperzelle wirkt. Trauern ist
Inventur und Standortbestimmung. Trauern erfasst und prüft, verwirft oder ergänzt, ordnet
neu. Der Verstand will den Verlust nicht Wahrhaben und verleugnet ihn. Er reagiert mit: „Es
darf nicht wahr sein.“ oder mit: „Das ist nur ein böser Traum!“ Doch die Realität ist auf Dauer,
nicht zu täuschen. Sie ist kalt, ernüchternd und macht starr vor Entsetzen.
Danach, in Erkenntnis der eigenen Ohnmacht, brechen heftige Emotionen auf. Trauer, Wut,
Freude Zorn, Angst und Ruhelosigkeit beherrschen die Trauernden und rauben ihnen die Ruhe
und den Schlaf. Es werden Auswege gesucht, auch Schuldige. Im Hadern mit dem Schicksal
treten auch Schuldgefühle auf. Habe ich vielleicht zu dem Ereignis beigetragen? Was hätte ich
dagegen tun können oder tun müssen? Gab es vielleicht noch Probleme oder Streitigkeiten, die
vorher hätten geklärt und beigelegt werden müssen?
Gräme dich nicht! Das hilft nicht weiter. Bereinige, was noch zu bereinigen ist. Spreche
nachträglich mit der/dem Verstorbenen und erzähle ihr/ihm, was dich bedrückt oder quält,
was dir leidtut, was du nun anders machen würdest.
Unterdrücke deine Gefühle nicht. Weine über den Verlust. Freue dich über gemeinsam geteilte
Wonne. Erlebe deinen Schmerz und deine Aggressivität ganz bewusst, damit du nicht in
andauernden Depressionen versinkst.
Die perspektivlose Aufgewühltheit ist der unangenehmste Teil des Trauerns. Im Rückzug und in
mühsam aufrechterhaltener Selbstkontrolle gleitet man leicht in Hilflosigkeit und Isolation ab.
Dann werden Zuwendung und Hilfe von Freunden oder Verwandten manchmal abgewiesen,
obwohl man sich die gerade wünscht. Man empfindet sie als zu aufwühlend.
Diese Phase führt aber auch dazu, dass man nach innerer Klärung, nach seelischem
Gleichgewicht, nach Neuanfang und erneutem Frieden sucht.
Die Auseinandersetzung mit dem ‚Schlimmen‘ ist nun nicht mehr chaotisch. Die Vergangenheit
wird in Träumen oder Gesprächen, in wiederholt durchlebten Situationen oder Gefühlen,
anhand von Bildern, Erinnerungen und Gegenständen abgearbeitet, dann ins eigene Erleben
einsortiert und als Lebenserfahrung für künftiges Geschehen abgespeichert. Das bewirkt
Lösung von den aktuellen Bedrängnissen.
In der Erinnerung wird der geliebte, gegangene Mensch zu einem Vertrauten, zu einem inneren
Begleiter und Berater, mit dem man dann in Beziehung tritt und der möchte, dass du lebst,
erlebst und liebst, dass du dich weiterentwickelst und in den Krisen wächst. Ihre/Seine Liebe
für dich bleibt bestehen. Sie/Er möchten immer noch das Beste für dich. Du kannst jetzt
loslassen! Das Vergangene ist dir jederzeit zugänglich, aber es beherrscht und überfällt dich
nicht mehr. Dein Leben geht weiter. Du hast den Verlust akzeptiert. Die Trauer vergeht.
Langsam kehrst du zurück ins Leben und bist bereit, neue Aufgaben, neue Beziehungen, neue
Rollen, neue Verhaltensmöglichkeiten und neue Lebensstile anzunehmen. Dir ist bewusst
geworden, dass jede Beziehung vergänglich ist, dass das Leben den Tod einschließt, dass
Verluste zwar schwer zu ertragen, aber auch überwindbar sind und dass sie auch Neues
ermöglichen. Und auch, dass der Augenblick, das ‚Jetzt‘ eine hohe Bedeutung hat und
ausgekostet werden sollte. Carpe Diem.
Aus christlicher Sicht kann Trauer in neue Vorstellungsdimensionen führen. Der Tod ist nur ein
Übergang in das ewige Leben bei Gott, in ein Leben ohne Mühsal und Schmerz, in ein Erleben
voller Liebe, Verständnis, Barmherzigkeit, Vergebung und Gnade. Und wenn du es zulässt,
beginnt dieses ewige Leben bereits im Diesseits. Im Jenseits wird es fortgesetzt.
Psalm 30, 2-13
Ich will dich preisen, Herr, denn du hast mich aus einem tiefen Abgrund heraufgezogen und
meinen Feinden keinen Triumph über mich gegönnt. Herr, mein Gott, im Gebet schrie ich zu dir,
und du hast mich geheilt.
Herr, du hast mich aus dem Totenreich zurückgeholt und mir das Leben wieder neu geschenkt.
Vor dem sicheren Tod hast du mich bewahrt. Singt und musiziert für den Herrn, alle, die ihr ihm
die Treue haltet! Preist ihn, den ihr als den heiligen Gott kennt. Denn nur einen Augenblick
dauert sein Zorn, aber ein Leben lang seine Güte. Noch am Abend weinen wir – doch am
Morgen kehrt wieder Jubel ein.
Als es mir gut ging, war ich sorglos und dachte: »Niemals werde ich zu Fall kommen!« Herr, du
warst sehr gnädig zu mir. Du gabst mir Schutz wie eine sichere Festung auf einem hohen Berg.
Doch als du dich vor mir verbargst, da war ich ohne jeden Halt. In meiner Not schrie ich zu dir,
Herr, ich rief zu dir um Hilfe:
»Willst du, dass mein Leben zu Ende geht und dass man mich zu Grabe trägt? Welchen Wert
hätte das für dich? Kann ein zu Staub zerfallener Mensch dich preisen und deine Treue
verkünden?
Höre mich doch, Herr, und sei mir gnädig! Herr, sei mein Helfer!«
Ja, du hast mein Klagelied in einen Reigentanz verwandelt! Den Trauermantel hast du mir
ausgezogen und mich in ein Festgewand gekleidet. So singe ich von ganzem Herzen zu deiner
Ehre – nie werde ich schweigen. Herr, mein Gott, für immer und ewig will ich dich preisen!
In Joh 16,4-14 bereitet Jesus seine Jünger schonend auf seinen Tod und ihre Trauer vor. Er
möchte, dass sie darüber hinausblicken, dass sie das Gute darin erkennen und dafür offen
bleiben, darauf hoffen und nicht verzagen und es dann auch annehmen.
"Ich sage euch das, damit ihr nicht überrascht seid, wenn dies alles eintrifft. Bisher war es nicht
nötig, davon zu reden, weil ich ja bei euch war. Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt
hat. Keiner von euch fragt mich, wohin ich gehe, denn ihr seid voller Trauer über das, was ich
euch gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist besser für euch, wenn ich gehe.
Sonst käme der nicht, der euch an meiner Stelle helfen soll. Wenn ich nicht mehr bei euch bin,
werde ich ihn zu euch senden. Und ist er erst gekommen, wird er den Menschen die Augen für
ihre Sünde öffnen, für Gottes Gerechtigkeit und sein Gericht. Ihre Sünde ist, dass sie nicht an
mich glauben. Gottes Gerechtigkeit zeigt sich darin, dass er sich zu mir bekennt und ich zum
Vater gehe, wenn ihr mich dann auch nicht mehr sehen werdet. Und Gottes Gericht werden die
Menschen daran erkennen, dass der Teufel, der Herrscher dieser Welt, bereits verurteilt ist.
Ich hätte euch noch viel mehr zu sagen, aber jetzt würde es euch überfordern. Wenn aber der
Geist der Wahrheit kommt, hilft er euch dabei, die Wahrheit vollständig zu erfassen. Denn er
redet nicht in seinem eigenen Auftrag, sondern wird nur das sagen, was er gehört hat. Auch
was euch in Zukunft erwartet, wird er euch verkünden. So wird er meine Herrlichkeit sichtbar
machen; denn alles, was er euch zeigt, kommt von mir.
Dazu drei Gedichte:
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Trennung - Es ist vorbei Ich habe dich geliebt, leidenschaftlich, aufmerksam, zärtlich, hingebungsvoll und jetzt - Leere.
Ist es mit uns aus und vorbei? Wirklich? Endgültig? Für immer und ewig? Einfach so? Warum? Bin ich für dich gestorben?
Ich will es nicht wahrhaben. Hat es etwas mit mir zu tun? Was habe ich falsch gemacht? Es schmerzt. Es ist nicht leicht. Ich kann dich nicht vergessen. Es dauert.
Tränen. Fasten. Tränen. Rückzug. Tränen. Tränen.
Nun, ich akzeptiere. Endlich. Du warst. Es hat nicht sollen sein. Je ne regret de rien. Rien de vaplui.
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Auch mein Leben geht weiter. Ich lasse los. Lasse dich deinen Weg gehen. Muss meinen wiederfinden. Brauche wieder Gleichgewicht. Es ist vorbei. Endgültig!
Wie geht es weiter? Es geht weiter. Leidenschaft schafft Leiden. Ich habe dich schätzen gelernt. Das Schöne werde ich nicht vergessen. Das andere schon. Ich muss!
Alles Gute für dich. Vergesse deine Liebe nicht.
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Tod
Verzeih mir.
Ich muss gehen.
Werde hier abberufen.
Muss dich zurücklassen.
Kann nicht bei dir bleiben.
Es ist mein Schicksal.
Gott will es so.
Es ist gut so!
Ich liebe dich,
habe dich immer sehr geliebt
werde dich auch weiterhin lieben
und möchte,
dass du weiterlebst,
dass du einen neuen Weg ohne mich findest,
dass du deine Lebensaufgabe zu Ende führst,
wieder Gemeinschaft hast,
wieder liebst,
wieder glücklich bist.
Wir vergessen uns nicht.
Wir sind uns weiterhin nahe,
in Vertrautheit verbunden,
denken aneinander,
sprechen miteinander.
Ich baue darauf:
Wir sehen uns wieder!
Der Tod ist nicht das Ende.
Er ist ein Übergang,
den unsere Liebe überwindet.
Im Jenseits, bei Gott,
in seinem Reich
werden wir wieder vereint.
Bitte nutze deine verbleibende Zeit.
Lebe, liebe, vertraue und vergebe!
Traurigkeit
Hallo Du,
warum bist du so traurig?
Was ist bei dir schiefgelaufen?
Wen oder was hast du verloren?
Wonach sehnst du dich zurück?
Woher willst du wissen, dass das Verlorene verloren ist,
dass das Vergangene besser war, als das, was noch kommt?
Auch wenn du im Moment in einem Jammertal kauerst,
deinen Kopf hängen lässt, mutlos und traurig bist, weil es Dir nicht gut geht
und du dich nicht stark genug fühlst, den Kampf ums Dasein zu bestehen,
bedenke: Gott hält und trägt dich, wenn du es zulässt.
Du bist nicht verlassen und auch nicht alleine.
Du solltest Dich nicht in Traurigkeit und Selbstmitleid zurückziehen,
denn dadurch wird alles schlimmer.
Du verlierst Deine Selbständigkeit immer mehr und hoffst immer stärker
auf Hilfe von außen, aber helfen kannst nur Du dir selbst.
Du darfst Deinen selbst gewählten Käfig verlassen, denn du hast Treue gezeigt.
Du musst deine Tür nicht von innen verschließen oder zuhalten. Deine Liebe bleibt.
Lüfte Deine Gedanken und bewege Dich. Nehme wieder am Leben teil.
Lasse dich auf andere ein. Sie warten auf dich. Sie brauchen dich.
Willst du etwa leiden? Weshalb?
Mache dir doch keine Vorwürfe und bestrafe dich nicht selbst.
Ja, du bist enttäuscht und ergrimmt, du fühlst dich hilflos und ohnmächtig,
du reagierst gereizt und bist gekränkt, du benimmst dich unbeholfen,
vielleicht auch trotzig oder kindlich.
Aber das hilft niemandem, schon gar nicht dir!
Damit veränderst du nichts, außer, dass dein Leben baden geht.
Ich, die Trauer, bedrücke und quäle Dich, damit du erkennst, was Gott für dich möchte.
Er möchte, dass du Widriges überwindest, dass du wieder lebst, erlebst und bewirkst,
dass du weitergehst und Freude findest, dass du, an deinen Erfahrungen gereift,
zum Vorbild für andere wirst.
Er möchte, dass du ihm vertraust,
dass du im Geschehenen nicht Strafe, sondern Chance siehst,
dass du darin auch Seine Weisheit und Güte für dich erkennst.
Er nimmt, um anderes zu geben,
vielleicht, um von Abwegen zurückzuführen
oder um aus Sackgassen und Fallen zu befreien.
Er braucht dich noch, all das Gute in dir.
Er hat noch schöne Aufgaben für dich.
Ein Verlust ist nicht Strafe,
sondern er zeigt dir im Trauern deine Liebe
und deinen Anstand und deine Treue.
Er lässt dich neue Chancen erkennen
Und bereitet dich auf einen Neubeginn vor.
Deshalb steige wieder ins Leben ein,
in ein neues Leben mit neuen Zielen,
mit neuen Sichtweisen und Werten,
mit Jesus als neuem Zentrum.
Beschäftige dich mit dem, was dir täglich begegnet,
setze dich damit auseinander und bedenke,
dass alles endlich ist,
dass nur die Liebe überwindet.
Die Liebe, die Gott dir in Güte schenkt
und die Liebe, die du dir selbst und anderen zeigst.
Bedenke, dass Gott nur Gutes tut.
Er gibt oder nimmt
zur Weiterentwicklung und zu deinem Wohl.
Er denkt an die ewige Gemeinschaft mit dir.
Entziehe dich bitte nicht der anhaltenden Trauer
und quäle dich nicht mit nutzlosem Grübeln!
Freude und Fröhlichkeit verlängern das Leben
und machen es lebenswert.
Überrede dich selbst zur Freude und spreche dir Mut zu.
Gehe wieder unter die Leute und vertreibe deinen Trübsinn,
denn der hat noch niemandem geholfen, -
aber schon viele gequält und umgebracht.

