Ostermontag
Liebe sollte erkannt werden! (1.Joh 3,16)
Hallo Du,
gestern war ich als Gast bei einer Familie eingeladen. Und als Gast wird man ja nicht nur
gastlich, freundlich und ehrenvoll aufgenommen und behandelt, sondern man bringt ja
auch etwas mit, neben dem Dank für die Einladung auch ein schönes Geschenk und auch
Wertschätzung für die Einladenden, dazu auch noch eine andere Sozialisation und
Sichtweise. Und die bewirken, dass man bei den Personen Verhaltungsweisen und
Einstellungen erkennt, die entweder sehr schön oder die eher befremdlich sind.
Dann glaubt man schnell, etwas Positives oder Negatives zu erkennen, z.B.:
1. Ich nehme mit meinen Augen und Ohren etwas Besonderes deutlich wahr.
Ich bemerke und identifiziere es.
2. Oder, ich erkenne durch Beobachtung etwas. Ich stelle aufgrund von Äußerungen,
Verhaltensweisen oder bestimmten Merkmale etwas fest und mir wird etwas über
jemanden klar. Ich begreife, entdecke, durchschaue und ermesse das Gehörte und
Gesehene. Ich überschaue und verstehe Zusammenhänge und mir wird etwas klar.
3. Aber das birgt eine Gefahr: Ich sollte kein vorschnelles Urteil fällen, jemandem meine
Wertschätzung nicht entziehen, sondern sie weiterhin zuerkennen.
Was habe ich in dieser Familie erkannt?
Elementares! Etwas was ich auch aus anderen Familien kenne. Etwas, was ich auch aus der
eigenen Familie kenne und worunter ich früher sehr gelitten habe. Es ist deine scheinbare
Lieblosigkeit., die aus Gewöhnung und unaufmerksamer Sichtweise kommt und die
erhaltene Liebe als ganz selbstverständlich annimmt und erwartet.
Es ist auch die allzu menschliche Selbstsicht, die Blindheit für das Normale und Vertraute
sowie für die uns ganz nahen Mitmenschen. Es ist die erstarrte Routine in der eigenen
Umgangsweise und Haltung, die die Liebe einfriert. Dadurch kommen alle zu kurz, denn
gegenseitige Liebe wird nicht mehr gezeigt, gesehen, gewürdigt und gelebt! Liebe wird
nicht mehr erkannt und anerkannt. Der/Die Liebende wird nicht mehr erkannt und
anerkannt. Das ist traurig und schmerzlich. Das ist auf Dauer zersetzend. Liebe sollte immer
erkannt werden, denn sie erkennt und anerkennt nicht nur den Liebenden, sondern auch
die eigene Liebenswürdigkeit.
Aufmerksame und gezeigte Liebe bestärken und bestätigen, ermutigen und erkennen an.
Bestätigung und Anerkennung brauchen wir alle, immer wieder. Sie geben uns Wegweisung
und Orientierung. Auch Kraft und Halt. Auch Sicherheit und Geborgenheit im ach so
anstrengenden Alltag, in gefühlten Tiefen, in empfundener Leere und in erlebten
Niederlagen.
Anerkennende Liebe beschenkt mit Freude, Bestätigung, Selbstvertrauen und Stabilität.
Anerkennende Bewunderung ist Seelennahrung, Kraftquelle und Motivationserneuerung.
Anerkennende Bewunderung beinhaltet Freude an den Nächsten, empfindet Dank für
deren Wesen und ihr Handeln sowie auch Freude mit sich und für sich selbst.
Anerkennende Bewunderung schenkt Stärke, Ausgeglichenheit und Gelassenheit!
Gemeinsam sind wir deswegen stark, weil wir uns gegenseitig in den Bereichen
unterstützen, in denen wir Zuwendung und Unterstützung brauchen. Welche?
Das wird durch liebevolle Aufmerksamkeit erkannt.
Jeder Mensch möchte in seinem Wesen, in seiner Einmaligkeit und in seiner Liebe erkannt
werden, denn diese Erkenntnis schafft zwischenmenschliche Würdigung und Verbindung.
Sie schafft gelingende Familie und Gemeinschaft. Sie findet neue Wege und führt
zuversichtlich in die ungewisse Zukunft.
1.Kor 8,2 Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man
erkennen soll. (NGÜ)
1.Joh 3,16 Was Liebe ist, haben wir an dem erkannt, ´was Jesus getan hat`:
Er hat sein Leben für uns hergegeben. Daher müssen auch wir ´bereit sein`, unser
Leben für unsere Geschwister (Familienmitglieder) herzugeben. (NGÜ)
Ps 139,14 Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht
hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich! (HfA)

