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Stirbst du noch oder liebst du schon? (Lk 10,27)

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Buch: Der Du in mir

 

Haben Sie auch Interesse an

meinem Buch?

 

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes

Tempel seid und der Geist

Gottes in euch wohnt?

(1.Kor 3,16)

In einem abenteuerlichen

Traum erkunde ich mein

Inneres auf der Suche nach

Gott und finde ihn tief in mir.


Der DU in mir

Laudatio Verlag,

Frankfurt am Main

ISBN 9783946590798



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    Eschborn, den 13.05.2017

 

Stirbst du noch oder liebst du schon?  (Lk 10,27)

 

Leitvers

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,

von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt,

und deinen Nächsten wie dich selbst. (Lk 10,27)

 

 

Anfangsgebet

 

Oh Gott,

ja, das Leben ist so anstrengend, dass ich das Gefühl habe,

immer weniger zu werden,

nach und nach ein bisschen mehr zu sterben,

mich immer mehr zu verlieren und von dir entfernt zu werden.

Und das schlimmste ist: Ich kann nichts dagegen tun.

 

Gott, ich brauche deine Hilfe! Wir brauchen deine Hilfe!

Nur du kannst unser Schicksal wenden.

Nur du kannst unser Leiden beenden.

Nur du kannst neue Hoffnung geben

   und uns führen zurück ins Leben.

 

Öffne uns die Augen, Ohren,

lasse uns nicht sein wie Toren,

sondern gebe uns neues Leben,

eines, in dem wir sind dir hingeben,

eines, in dem deine Liebe uns leitet

und uns Herz und Seele weitet.

Amen.

 

 

Input

Stirbst du noch oder liebst du schon?

Das ist eine Frage an jeden. Was beinhaltet sie?

Mit Joh 12,24 und Gal 5,22 steige ich in das Thema ein:

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht

in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt,

bringt es viel Frucht.

 

Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt,

besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit,

Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.

 

In meinem Buch ‚Der Du in mir‘, habe ich dem ‚In der Welt

immer wieder ein bisschen mehr sterben‘, ein ganzes Kapitel

gewidmet.

Dieses ‚Sterben‘ geschieht darin im Raum des Leidens. In einem

Lebensraum voller Schmerz, Angst, Leid, Überforderung und

Einsamkeit. In einem Raum voller schlimmer Erinnerungen, alter

Verletzungen, Hilflosigkeit und Verlassenheit.

In einem Raum, der uns befangen macht und gefangen hält, dem wir

entfliehen wollen, in dem wir ganz uns selbst überlassen sind. Solch

ein Raum ist die Hölle.

 

Es ist ein Raum ohne Liebe, ohne Freude, ohne Frieden, ohne

Gemeinschaft und ohne Gott.

Es ist unser Denk- und Handlungsraum, in dem wir Gott ferne sind.

Meist nicht, weil wir das bewusst so wollen, sondern,

- weil wir selbstbezogen und gedankenlos sind,

- weil uns Spaß und Lust und Erleben wichtiger ist,

- weil uns niemand von Gott erzählt hat und wir ihn deswegen nicht

  kennen,

- weil wir nicht gelernt haben, mit ihm zu reden und auf ihn zu hören,

- weil wir nicht glauben, dass es ihn wirklich gibt,

-weil wir uns Fehler ungern eingestehen und uns ungern etwas

  sagen lassen,

- weil wir nicht wissen, was Gott für uns will.

 

Es ist wie auf einer Rutschbahn: Ohne den Glaubensanker und ohne

einen festen Gottbezug, rutschen wir immer tiefer in die Gottesferne

hinein und das Absterben des Guten, des Liebevollen und Reinen in

uns hat kein Ende.

 

Sterbe ich noch? Sterben wir noch? Stirbst du noch?

 

Hier eine fast alltägliche, sehr menschliche Geschichte dazu:

„Heute Nacht habe ich schlecht geträumt. Ich war spazieren und es

fing an zu regnen. Kein Regenschirm. Ich eile zurück. Mist. Jemand

hat mir etwas auf die Hauswand gesprüht. Ich lese: „Du hast einen

Vogel!“

Nein, habe ich nicht! Mein Sohn hatte einen Wellensittich, als er noch

klein war. Aber der hatte zu viel Dreck gemacht.

Müde, verwirrt und genervt wache ich auf. Ich fühle mich mies. Es ist

schon hell. Schlaftrunken setze ich mich auf, um ins Bad zu gehen.

Mist! Mein linker Fuß hat den Boden zuerst berührt. Ich verspüre ein

inneres Ziehen. Na, das kann ja heute heiter werden.

Ganz vorsichtig wanke ich ins Bad, stoße mir unterwegs ein Knie an

der Tür an (Mist!) und brauche so, statt 11 Schritte, heute 13. Mist!

 

Ich schaue in den Spiegel, ob ich einen Vogel sehe, sehe aber

hauptsächlich Flecke auf dem Spiegel. Ursache: Wasser, Seife,

Zahnpasta. Dazwischen keinen komischen Vogel, nur mich. Ich will

die unschönen Flecke entfernen, greife zur Schublade, um ein Tuch

herauszuholen und verstauche mir dabei einen Finger. Mist!

 

Trocken wische ich fest über den Spiegel, aber die Spritzer bleiben.

Mist! Ich reibe fester und verstauche mir das Handgelenk. Mist! Nun

putze ich mir mit meiner tollen Elektrozahnbürste die Zähne. Plötzlich

ist der Akku leer. Mist!

Dann wasche ich mein Gesicht und Seifenlauge läuft mir ins Auge.

Ich taste nach dem Handtuch. Dabeistoße ich den Zahnputzbecher um. Mist!

Er fällt auf den Boden. Mist!!

Zum Glück ist er ist aus Plastik. Wo ist das Handtuch? Ich taste

vorsichtig danach, fasse es, trockne das Gesicht ab, wässere

anschließend die Augen und kann wieder sehen. Alles ist nass.

Der Boden ist glatt. Bleib stehen. Mist!!!

 

Hole aus einem Unterschrank den Putzlappen und stoße mir dabei

am Waschbecken den Kopf an. Mist. Gehe benommen auf die Knie.

Wische mit der rechten Hand das Wasser auf. Die linke Hand halte

ich abwehrend über mich. Es würde mich nicht wundern, wenn mir

auch noch der Himmel auf den Kopf fällt.

Endlich geschafft. Langsam wanke ich zurück ins Schlafzimmer,

mache einen Bogen um die blöde Tür und ziehe mir enttäuscht die

Jesus-Latschen von den Füßen.

Die haben auch nicht geholfen. Langsam, niedergeschlagen und

deprimiert, verkrieche ich mich unter die Decke zurück ins Bett.

Mist, es ist kalt.

Mal wieder kein guter Tag. Mir fällt ein: Heute ist der 13 te.

Kein Wunder!

Das Joggen verschieb ich lieber auf Morgen.

Kann es noch schlimmer werden?

 

Mist!!! Morgen ist Muttertag. Mama besuchen, freundlich tun, lächeln,

Gerede, Gedrückt und abgeküsst werden. Besser, ich geh nicht hin.

Bleibe wieder im Bett. Wer nichts macht, macht ja auch nichts

verkehrt – oder so.

Natürlich kann ich nicht schlafen. Der seltsame Vogeltraum geht mir

nicht aus dem Kopf. Was wollte er mir zeigen?

 

Um mich abzulenken, greife ich zum bisher ungelesenen Leihbuch

neben mir. Es hat den auffordernden Titel: Symplify your life –

Vereinfache dein Leben. Ich schlage es irgendwo auf und lese: Reg

dich nicht auf! Ein Zettel fällt aus dem Buch.

Auf der einen Seite steht in schönster Handschrift: Seid allezeit

fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn

das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1. Thess 5,16-18) 

Ha! Ha!

 

Auf der anderen Seite steht:

Biblische Sprüche.

  • Ein Betrübter hat nie einen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein
    tägliches Fest.

  • Der Weg des Faulen ist wie eine Dornenhecke; aber der Weg
    der Aufrechten ist wohlgebahnt.

  • Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn
    das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut.

 

Also gut, morgen werde ich fröhlich zur Arbeit gehen, fleißig sein und

gute Werke tun. Ich werde meinen immer schlecht gelaunten

Kollegen Fischer freundlich begrüßen.

Ich werde Frau Müller diesmal nicht aus dem Weg gehen, dem Chef

ein Kompliment machen und freiwillig für alle Kaffee kochen.

Ich werde einen Tag lang nicht über andere lästern und wieder mal

großzügig über meine Mängel hinwegsehen. Und ich verspreche hoch

und heilig: An Pfingsten gehe ich vielleicht mal wieder in die Kirche.

Und – heute sage ich nicht mehr ‚Mist‘.

 

Ich bin gespannt, was jetzt passiert. Vielleicht reißt ja meine

Pechsträhne. Vielleicht kann ich ja das Schicksal erweichen.

 

Auf dem stillen Örtchen erkenne ich:

So kann es nicht weitergehen! Mein Leben ist keins. Es kommt mir

vor, als würde ich jeden Tag ein bisschen mehr sterben, als würde

ich nach und nach dem Leben absterben, entgleiten. Mis….!

Ich spreche es nicht aus. Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf:

Ohne Liebe ist alles nichts!

 

Zurück am Arbeitsplatz: Ich finde ich ein Memo von Christel.

Sie schreibt mir:

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke

verkündigen. Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich

dem Tode nicht preis. (Ps 118,17-18)

 

Ja, ja, die Christel. Sie hat eine ganz andere Lebenseinstellung.

Sie sieht immer alles positiv. Sie hält alles für bedeutsam, für

helfende Hinweise. Sie ist eben eine liebenswürdige und

einfühlsame Kollegin. Weshalb denkt sie so oft an andere?

 

Bestimmen vielleicht mein Denken und meine Lebenseinstellung

mein Leben?“

 

Habt ihr mein Sterben erkannt?

 

Zurück zur Ausgangsfrage:

Stirbst du noch oder liebst du schon?‘

Meine Antwort darauf ist: Wenn ich genauer darüber nachdenke,

gibt es für mich kein entweder – oder. Manchmal sterbe ich noch

und immer öfter liebe ich schon. Immerhin!

 

Ich schlage die Bibel auf und finde drei Aussagen zum Thema:

Röm 8,13 Wenn ihr euer Leben von eurer eigenen Natur

bestimmen lasst, müsst ihr sterben. Doch wenn ihr in der Kraft von

Gottes Geist die alten Verhaltensweisen tötet, werdet ihr leben.

 

Joh 12,25 Wem sein eigenes Leben über alles geht, der verliert es.

Wer aber in dieser Welt sein Leben loslässt, der wird es für das

ewige Leben in Sicherheit bringen.

 

Joh 13,34 Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt

einander lieben, wie ich euch geliebt habe.

 

Und ich erkenne: Ich bin enttäuscht. Ich bin verbittert. Ich bin

ängstlich. Wohin bin ich geraten? Ich liebe weder das Leben noch

mich richtig!

Ich brauche wieder Hoffnung und eine positive Lebenseinstellung.

Ich brauche Hilfe von außen, von oben! Ich möchte wieder lieben

können! Bitte, Gott, helfe mir!

Mein neues Gottvertrauen lässt mich immer mehr Altes loslassen

und immer mehr Neues in mir entstehen. Und das ist schön!

So kann es weitergehen!

Ja, wer nicht liebt, der stirbt und wer liebt, der lebt immer besser.

 

Danke Gott.

 

 

Fürbittgebet

Großer Gott wir loben dich,

deiner Lieb und Gnade wegen.

Dein Geist möge regen sich,

uns zur Nächstenlieb bewegen.

Jesus, schenk uns Zuversicht,

verzag an unsren Schwächen nicht.

 

Herr wir bitten:

Schenke den Regierenden

Weisheit und Liebe,

für das Volk.

 

Schenke den Geistlichen

führende und tröstende Worte

für die Gläubigen.

 

Schenke den Reichen

helfende Hände

für die Armen.

 

Schenke den Gesunden

Beistand und Mitfühlen

für die Kranken.

 

Schenke den Jungen

Geduld und ein offenes Ohr

für die Alten.

 

Schenke den Mühseligen und Beladenen

Vertrauen und ein weites Herz

für Jesus.

 

Schenke du uns allen,

ein neues Leben deiner Fülle,

ein Ergriffensein von deiner Güte

und Dankbarkeit für deine weise Fügung.

 

Herr, wir lieben dich von ganzen Herzen,

von ganzer Seele, mit all unserer Kraft

und mit ganzen Gemüt.

 

Im Namen unseres Herr Jesus Christus bitten wir:

Helfe uns allen immer wieder,

unsere Nächsten so zu lieben wie uns selbst.

Amen.