Abschied
Irgendwann muss jeder sich fragen:
„Ist es nicht Zeit, Neues zu wagen?
Ist es nicht besser, neu zu beginnen,
neue Freude am Tun zu gewinnen?“
Irgendwann muss jeder einsehen,
dass es Zeit wird, allmählich zu gehen;
dass die Kräfte langsam schwinden,
dass die Arbeit wird zum Schinden.
Irgendwann erkennt man gelassen,
dass Jüngere drängen, um anzufassen,
dass sie die Verantwortung brauchen,
um vor sich selber abzutauchen.
Doch irgendwann weiß man gelassen:
Auch sie müssen lernen loszulassen,
auch sie sollen bei der Arbeit erkennen:
Vor sich selbst kann man nicht wegrennen.
Und so schließt sich der Kreislauf des Lebens,
es ist der des Nehmens und Gebens,
es ist der, sich selbst zu finden,
um seine Denken und Handeln an Gott zu binden.
Es ist der, Verständnis zu haben,
sich an den kleinen Freuden zu laben,
menschlich mit anderen umzugehen
und über deren Schwächen hinwegzusehen.
Es ist der, für andere zu sein,
sie so zu fördern, dass sie gedeihen,
sie im Werden zu unterstützen,
sie vor Angriffen zu schützen.
Irgendwann dürft auch ihr loslassen -,
hoffentlich zufrieden und ohne zu hassen,
hoffentlich erkannt und gewürdigt in eurem Streben,
auf eure Weise Liebe zu geben.
Irgendwann werden wir uns wiedersehen -
und dann werden wir uns noch viel besser verstehen.

