In peitschendem Sturm und tobenden Wellen
(Ps 89,10)
Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest
seine Wellen, wenn sie sich erheben. (Ps 89,10)
Hallo Du,
geweckt von innerer Verunsicherung lag ich heute
Nachtwach im Bett und konnte nicht mehr einschlafen.
Nach einem Gebet führte mich der Herr im Geist
in einen peitschenden Sturm auf hoher See.
Um mich herum tobten haushohe Wellen und die schäumende Gicht
prasselte mir stechend ins angsterfüllte Gesicht.
Zum Glück lag ich in einem kleinen Rettungsboot, aber das drohte
immer wieder zu kentern.
Als dich die Wasserfluten sahen, begannen sie zu brodeln, sogar die Tiefen des Meeres
erzitterten. Aus den Wolken goss strömender Regen, gewaltige Donnerschläge krachten,
und deine Blitze durchzuckten die Luft. Ja, im Sturm donnerte deine Stimme; grelle Blitze
erhellten die Erde, sie zitterte und bebte. Du bahntest dir einen Weg mitten durch das Meer.
Dein Pfad führte durch mächtige Fluten, doch deine Spuren konnte niemand erkennen.
(Ps 77,17-20)
Werde ich das überleben? Wohin treibt mich der Sturm?
Was gäbe ich darum, um endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben?
Und in meiner Angst und Not fragte ich den Herrn: "Herr, was willst du mir zeigen?"
Und er antwortete mir: "Siehe, so ist das Leben. Es gibt immer wieder heftige Stürme,
die dich irgendwo hintreiben und Monsterwellen, die dich verschlingen wollen.
Der peitschende Sturm steht für die sich immer wieder verändernde Naturgewalt,
die hohe See für dein Alleinsein in dieser Welt,
die haushohen Wellen und die stechende Gicht, das sind die Menschen um dich herum,
die dich mit ihrem Wollen, ihren Forderungen und ihrem Verhalten peinigen.
Doch fürchte dich nicht! Das Rettungsboot ist meine bergende Hand und der Sturm bläst
dich dorthin, wohin ich es möchte."
Und ich entdeckte im Fühlen das Stürmen und Schwanken und Toben in mir
und auch die Angst und Unruhe, aber auch die Hoffnung auf Besserung und Änderung
der Lebensumstände.
Dann versetzte der Herr mich plötzlich an den ruhigen Strand einer Insel.
Völlig erschöpft schwankte ich auf fremde Menschen zu, die mir entgegenliefen.
Sie stützten mich und brachten mich an ein prasselndes und heimeliges Lagerfeuer,
über dem ein Lamm briet.
Sie gaben mir köstliches, klares Wasser zu trinken und dann auch von dem Fleisch zu essen
und meine Lebenskräfte kehrten allmählich zurück.
Ich war in Sicherheit geborgen und die Angst verschwand.
Der Herr hatte mich gerettet.
Und in meinem unfassbaren Glück und meiner tiefen Dankbarkeit pries ich den Herrn
und fragte ihn: "Herr, was willst du mir jetzt zeigen?"
Und er antwortete mir: "Siehe, ich bin immer bei dir!
Auf Sturm folgt Ruhe. Deine Errettung gibt dir ein neues Leben.
Die Insel, die dir Halt unter die Füße und Geborgenheit für deine geschundene Seele gibt,
die bin ich. Das ist meine und deine neue Welt.
Aber ich gebe dir nicht nur Halt in mir und inneren Frieden, sondern auch eine
neue, liebevolle Familie, die einander nicht manipuliert, bedrängt, bedroht oder ausnutzt.
Hier gehörst du hin. Das ist ein neues Zuhause.
Auf meiner Insel ist jeder auf jeden angewiesen
und jeder mit seinem Sein und Wesen für die anderen eine gute Ergänzung.
Du hast uns gefehlt. Nun verbindet euch Gemeinschaft.
Ich bin immer bei euch. In allem und in allen findet ihr mich.
Ich gebe euch, was ihr braucht. Ich bin da! In euch, um euch und mit euch.
Alles, was ihr zu euch nehmt, an Nahrung und Wahrnehmung in euch aufnehmt,
kommt von mir.
Ich gebe euch erfrischendes, lebendiges Wasser, -
das ist unsere Verbindung im Geist und in der Liebe.
Ich gebe euch vom Lamm zu essen, -
das stärkt euch mit Wahrheit, Kraft und Barmherzigkeit.
Und mein Feuer der Liebe erfüllt euch mit Wärme und Herzlichkeit."
Und im Fühlen entdeckte ich ein tiefes, wärmendes Vertrauen
und eine ungeahnte Zuneigung zum Herrn, meinem, unserem himmlischen Vater.
Die Gefahren des alten Lebens und meine lähmende Furcht waren verschwunden.
Ich war angekommen, endlich Zuhause.
Liebe und Frieden um mich herum und in mir, öffneten mich für das Neue
und ermöglichten Änderung und Eingliederung.
Und der Herr zeigte mir, dass alles, was wir im Leben mit unseren Sinnen aufnehmen,
uns unbewusst beeinflusst und ausrichtet, das Gute wie das Schlechte.
Und er zeigte mir auch, dass wir Einfluss darauf haben, was wir aufnehmen und zulassen.
Wir entscheiden darüber. Wir wollen es, lassen es zu oder vermeiden es.
Begeben wir uns auf das wilde Meer, in den feindseligen Lebensraum der
tobenden und fordernden Begierden, dann werden wir geschüttelt und verängstigt,
davon vergiftet und dagegen abgestumpft
und möglicherweise sogar schutzlos und haltlos vernichtet.
Das Böse wird für uns normal.
Begeben wir uns aber auf die Insel der liebevollen, göttlichen Geborgenheit
und leben wir dort die Verbindung mit 'Abba', unserem Vater, in einem Geist,
so leben wir und unser Wesen und unser Selbst auf.
Lassen wir uns weiterhin auf gierige Menschen ein und singen wir ihr Lied mit,
lassen wir uns von gewaltvollen Nachrichten, Filmen oder Spielen verängstigen,
lassen wir uns von eigener Geltungssucht oder Minderwertigkeit,
von Hochmut oder Neid leiten oder beherrschen oder entziehen wir uns diesem Gift?
Suchen wir ständig das Wohltuende, Angenehme und Erfüllende;
die Nähe von freundlichen, gütigen und geduldigen Bekannten und Freunden,
die Gemeinschaft und Verbindung in Wort und Gebet mit Gott?
Schauen wir auf das Gute und Beispielhafte um uns herum und in uns?
Leben wir es und finden wir darin zu Ausgeglichenheit und unserer Mitte?
Der Herr ist mein Halt und meine Burg, die Verbindung mit ihm mein Fundament.
Sein Wort ist mein Geleit in Furcht, Hoffnung und Zuversicht.
Seine Liebe ist die Kraft, aus der ich lebe. Seine Gnade wirke in meine Ohnmacht.
Und so führte mich der Geist Gottes zu ermutigender Wahrheit und den festen Zusagen
in Gottes Wort:
Du (Herr) herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich
erheben. (Ps 89,10)
Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer
sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge
einfielen. (Ps 46, 2-4)
Herr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasser-
ströme heben empor die Wellen; die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig;
der Herr aber ist noch größer in der Höhe. (Ps 93,3-4)
Der Herr ist mein Hirte, darum leide ich keinen Mangel. Er bringt mich auf Weideplätze mit
saftigem Gras und führt mich zu Wasserstellen, an denen ich ausruhen kann. Er stärkt und
erfrischt meine Seele. Er führt mich auf rechten Wegen und verbürgt sich dafür mit seinem
Namen.
Selbst wenn ich durch ein finsteres Tal gehen muss, wo Todesschatten mich umgeben,
fürchte ich mich vor keinem Unglück, denn du, ´Herr`, bist bei mir! Dein Stock und dein
Hirtenstab geben mir Trost. Du ´lädst mich ein und` deckst mir den Tisch selbst vor den
Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, ´um mich zu ehren`, und füllst meinen
Becher bis zum Überfließen. Nur Güte und Gnade werden mich umgeben alle Tage meines
Lebens, und ich werde wohnen im Haus des Herrn für alle Zeit. (Ps 23)
Singet dem Herrn ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde, die ihr auf
dem Meer fahrt, und was im Meer ist, ihr Inseln und die darauf wohnen! (Jes 42,10)

