Bedrängnisse um Christi willen (Kol 1,24-25)
Angesichts von all dem freue ich mich auch über die Nöte, die ich durchmachen muss, denn sie kommen euch zugute. Sie gehören zu den Bedrängnissen
um Christi willen, die nach Gottes Plan noch ausstehen, und was ich davon an meinem eigenen Körper erleide, nehme ich damit dem Leib von Christus ab,
der Gemeinde, zu deren Diener Gott mich gemacht hat. (Kol 1,24-25)
Hallo Du,
heute beschäftige ich mich ausführlich mit einem ungeliebten Thema, mit den Tiefen des Lebens, in die wir ohne eigenes Verschulden geraten.
Dazu gehören Bedrängnisse und unangenehmen Situationen, Bedrückung, Gedrängtheit, Not, Elend, Enge, Gram, Jammer, Kummer, Pein, Qual,
Schmerz und Unglück.
Ich tue das nicht, weil ich auf das Böse fixiert wäre, sondern weil ich immer das Gute hoffe und wünsche und weil das Schlechte auch Voraussetzung für
das Gute ist, für Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung, sowie auch für Lachen und
Leichtigkeit. Ich tue es, weil ich an die Auferstehung aus einem alten, belastenden Leben in ein neues, geführtes und gesegnetes Leben glaube und sie
selbst erlebe. Wir haben eine Wahl. Wir können uns entscheiden.
Weshalb gibt es Bedrängnis? Vielleicht wissen wir die angenehmen Höhen nicht zu schätzen, wenn uns die unangenehmen Tiefen unbekannt blieben.
Vielleicht würden wir bei ständigem Höhenflug überheblich, selbstbezogen, gleichgültig oder auch hilflos in Notlagen. Wir brauchen enge und dunkle Täler
zur Besinnung und Sinnfindung sowie zur Bestandsaufnahme und Neuorientierung. Wir gehen Irrwege, Umwege und Abwege auch, damit wir die dunklen
Seiten des Lebens kennenlernen, darin lernen mit ihnen umzugehen und darin zu bestehen bzw. sie zu meiden, um das schon gereinigte zu erhalten.
Höhen und Tiefen sind nötig und gottgegeben. In ihnen zeigt sich das Gute, das uns trägt und ermutigt oder das Böse, das auch um uns und in uns ist,
das uns zu beherrschen sucht und zu bösem Tun drängt. Beide Bereiche gehören zu Gottes genialem Plan der Befreiung, Errettung, Erlösung, Stärkung
und Vervollkommnung des Menschen. Wer leidet, ist eher bereit, sich und sein Umfeld zu verändern. Denn nichts ändert sich, wenn wir es nicht selbst
ändern, wenn wir Veränderung nicht wollen und für möglich halten.
Geistlich gesehen, ist das Gute der Bereich Gottes, des Befreiers vom Bösen - und das Böse, der Bereich Satans, des Verführers zum Bösen. Gott möchte,
dass wir voller Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung sind, vertrauensvoll aus seiner Gnade
und Güte leben sowie dankbar und treu bei ihm bleiben.
Satan dagegen möchte, dass wir besessen sind von Hass, Neid, Gier, Selbstsucht und Ungeduld, dass wir verbittert, unzufrieden, unfreundlich, abweisend,
hartherzig oder großtuerisch werden, dass wir uns nehmen was wir wollen, damit wir ihm verfallen bleiben, Gott nicht kennenlernen bzw. uns von ihm
abwenden.
Gut und Böse sind beide in uns. Und bei manchen Entscheidungen werden wir immer wieder schmerzvoll zwischen ihnen hin- und hergezogen.
Um nicht zerrissen zu werden, entscheiden wir uns für eine der beiden Seiten und das hat Konsequenzen. Das ist der ewige Kampf zwischen Gott und
Satan, zwischen Himmel und Hölle, zwischen Liebe und Hass, zwischen großzügiger Hilfsbereitschaft und kleinkariertem Egoismus, zwischen Engeln und
Dämonen, zwischen Engagement und Gleichgültigkeit.
Die Bibel sagt zu dieser Auseinandersetzung: Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose
Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben. (Eph 6,12)
Hiob - uns zum Beispiel
Im Buch Hiob werden uns diese Mächte und Gewalten anschaulich geschildert:
Eines Tages erschienen die Engel vor dem Herrn und mit ihnen kam auch der Satan.
»Woher kommst du?«, fragte der Herr den Satan. Der Satan antwortete dem Herrn: »Ich bin auf der ganzen Erde herumgezogen.«
Da fragte der Herr den Satan: »Hast du meinen Knecht Hiob gesehen? Er ist der beste Mensch, der auf der Erde lebt - er ist rechtschaffen, aufrichtig,
gottesfürchtig und verabscheut das Böse.«
Der Satan antwortete dem Herrn: »Ja, Hiob ist ein gottesfürchtiger Mann, aber er hat auch allen Grund dazu! Du hast ihn, seine Familie und seinen Besitz
stets vor Unglück bewahrt. Du lässt ihm alles gelingen, was er unternimmt, und sein Reichtum wächst immer weiter.
Aber wende dich nur einmal gegen ihn und nimm ihm alles weg, was er besitzt - dann wird er sich auf jeden Fall von dir lossagen!« (Hiob 1,6-11)
Daraufhin ließ Gott zu, dass Satan Hiob bedrängte, in unsägliches Unglück stürzte und auch seine Frau entsetzlich leiden ließ. Er bringt Hiob in Bedrängnis,
Anfechtung und Versuchung, in Angriffe und Verfolgungen, in Trübsal und Krankheit, Leid und Seelenschmerz.
Weshalb tut Satan das? Er tut es, um Hiobs Glauben und Gottvertrauen zu zerrütten, um Hiob gegen Gott aufzubringen und von Gott abzubringen, um
ihn in seinen eigenen Machtbereich zu ziehen und ihn zu seinem Knecht und Sklaven zu machen, damit auch durch ihn das Böse verbreitet wird. Satan und
seine dämonischen Helfer säen in Hiob Gift, Zweifel, Verzagen, Misstrauen, Hader, Isolation, Lüge und Anklage, um seine Seelenheil zu zerstören und ihn
ganz vom Bösen abhängig zu machen.
Anfangs klagt und jammert Hiob vor Gott und seinen Mitmenschen noch. Seine 'Freunde' wollen ihm einreden, sein Leiden sei durch eigene Schuld
verursacht worden und er müsse diese Schuld herausfinden und unbedingt vor Gott bekennen. Seine Frau fordert ihn gar auf, Gott wegen des
anhaltenden Unglücks zu verfluchen.
Ein Anderer schildert ihm die Allmacht und Größe Gottes und weist ihn darauf hin, dass es ihm und den Menschen in keiner Weise gestattet ist, Gottes
weises Wirken zu beurteilen.
Letztlich spricht Gott selbst mit Hiob, macht ihn auf seine Güte und die Schönheit seiner Schöpfung aufmerksam und auch darauf, dass Gut und auch Böse
ausschließlich von ihm verfügt werde. Er alleine habe die Macht, das eine oder andere geschehen zu lassen.
Schließlich jammert Hiob nicht mehr. Er fügt sich in das Gottgegebene und prüft darin seine Beziehung zu Gott. Er stellt fest, dass es für ihn keine
Alternative zu Gott gibt. Ohne Gott wäre er verloren. Mit Gott hat er jedoch Hoffnung auf Besserung und sein fester Glaube an Gott gibt ihm Kraft und Halt.
Aus Liebe und Dankbarkeit für Gottes Gnade bleibt er auch in der Prüfung rechtschaffen, aufrichtig, gottesfürchtig und verabscheut das Böse. Und weil
Hiob trotz seines Leidens Gott treu bleibt, dessen Belehrungen demütig annimmt und Satan widersteht, wird er von Gott aus der Bedrängnis und dem Leid
erlöst und dafür vielfach entschädigt.
Hiob leidet um seiner Liebe und Treue zu Gott wegen. Er leidet auch unter seinen 'frommen' Ratgebern und der Ungewissheit seines Schicksals, doch er
bleibt Gott fest verbunden. Seine Hoffnung und sein Glaube tragen ihn in höchster Bedrängnis und schlimmstem Leiden.
Jesus, Mensch und Gott
Jesus, der gehorsame Sohn Gottes, wurde als Mensch geboren und ging wie wir durch die Höhen und Tiefen des irdischen Lebens. Auch er wurde in
Bedrängnisse gebracht. Satan versuchte ihn erfolglos in der Wüste und viele Menschen demütigten ihn, verleumdeten und verrieten ihn, ja sie kreuzigten
ihn sogar voller Häme und Hass.
Jesus, der Gutmensch, ausgestattet mit göttlicher Vollmacht und Weisheit, war immer ohne Sünde und stets eng mit Gott im Geist verbunden, ein wahres
Vorbild. Er, der Barmherzige, Gottes Sprachrohr, liebte die Menschen und half allen, die zu ihm kamen. Aber er benannte auch das Unrecht und die
Verfehlungen von scheinheiligen Pharisäern und Schriftgelehrten und machte sich dadurch bei ihnen unbeliebt.
Die religiöse Führungsschicht sah in ihm eine Gefahr für ihre Macht und ihren Einfluss und kämpfte deshalb mit allen Mitteln gegen ihn. Sie spionierte ihn aus,
verdrehte seine Worte, beschuldigte ihn, unterstellte ihm einen Pakt mit Satan, wiegelte andere gegen ihn auf, klagte ihn wegen angeblicher
Gesetzesübertretung und Gotteslästerung an und forderte schließlich seinen Tod. Sie ließ ihn verspotten, schlagen, bespucken, quälen und kreuzigen.
Selbstbezogene, auf den eigenen Vorteil bedachte Menschen lehnen ihn auch heute noch ab, misstrauen ihm, verkennen ihn, machen Stimmung gegen
ihn, verraten ihn, sehen ihn als weltfremden Spinner und selbsternannten Guru und kreuzigen ihn damit.
Wahrhaftig, Jesus musste seiner Liebe zu den Menschen wegen und in Erfüllung seines Auftrags der Errettung und Vergebung, seiner Treue wegen, viel
Bedrängnis und Leid aushalten, aber das war ihm ja schon ins Stammbuch geschrieben:
Der Herr ließ seinen Boten emporwachsen wie einen jungen Trieb aus trockenem Boden. Er war weder stattlich noch schön. Nein, wir fanden ihn
unansehnlich, er gefiel uns nicht! Er wurde verachtet, von allen gemieden. Von Krankheit und Schmerzen war er gezeichnet. Man konnte seinen Anblick
kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet. Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die
Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen.
Wir aber dachten, diese Leiden seien Gottes gerechte Strafe für ihn. Wir glaubten, dass Gott ihn schlug und leiden ließ, weil er es verdient hatte.
Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir Gott die Treue gebrochen hatten; wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Er wurde für uns bestraft -
und wir?
Wir haben nun Frieden mit Gott! Durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir alle irrten umher wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen
Weg. Der Herr aber lud alle unsere Schuld auf ihn. Er wurde misshandelt, aber er duldete es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur
Schlachtung führt. Und wie ein Schaf, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles widerspruchslos ertragen. Man hörte von ihm keine Klage.
Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. Niemand glaubte, dass er noch eine Zukunft haben würde. Man hat sein Leben auf
dieser Erde ausgelöscht. Wegen der Sünden meines Volkes wurde er zu Tode gequält!
Man begrub ihn bei Gottlosen, im Grab eines reichen Mannes, obwohl er sein Leben lang kein Unrecht getan hatte. Nie kam ein betrügerisches Wort über
seine Lippen.
Doch es war der Wille des Herrn: Er musste leiden und blutig geschlagen werden. Wenn er mit seinem Leben für die Schuld der anderen bezahlt hat, wird
er Nachkommen haben. Er wird weiterleben und den Plan des Herrn ausführen. Wenn er dieses schwere Leid durchgestanden hat, sieht er wieder das Licht
und wird für sein Leiden belohnt. Der Herr sagt: "Mein Bote kennt meinen Willen, er ist schuldlos und gerecht. Aber er lässt sich für die Sünden vieler
bestrafen, um sie von ihrer Schuld zu befreien. (Jes 53, 2- 11)
Als Maria und Josef ihren kleinen Sohn Jesus zur Weihe in den Tempel brachten, weissagte Simeon, ein gerechter, gottesfürchtiger und vom Heiligen Geist
erfüllter alter Mann, der sehnsüchtig auf die Ankunft des Christus wartete:
Dieses Kind ist von Gott dazu bestimmt, viele in Israel zu Fall zu bringen und viele aufzurichten. Es wird ein Zeichen Gottes sein, gegen das sich viele
auflehnen werden. So sollen ihre innersten Gedanken an den Tag kommen. (Lk 2, 34-35)
Und in Lk 12,49-53 sagt Jesus:
Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer anzuzünden; ich wünschte, es würde schon brennen! Aber vor mir steht eine Taufe, mit der ich noch
getauft werden muss, und wie schwer ist mir das Herz, bis sie vollzogen ist! Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich
euch, nicht Frieden, sondern Entzweiung.
Von jetzt an wird es so sein: Wenn fünf Menschen unter einem Dach leben, werden sich drei gegen zwei stellen und zwei gegen drei. Der Vater wird sich
gegen den Sohn stellen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die
Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.
Als Lehrer und Rabbi hielt Jesus den Menschen einen Spiegel vor und forderte sie damit zur Prüfung ihrer Einstellung zu Gott auf. Das tut er auch heute
noch.
Viele nahmen und nehmen diese Herausforderung an, kehren zu Gott um und sind ihm für die folgenden positiven Veränderungen dankbar, für die
Führung in seine Nachfolge und für das neue, bereicherte Leben als Christen.
Doch viele fühlten und fühlen sich von ihm vor den Kopf gestoßen, angegriffen, entlarvt und bloßgestellt. Sie distanzieren sich von ihm und bekämpfen
ihn; sie wollen mit ihm nichts zu tun haben.
Trotzdem ist er ihre einzige Hoffnung, denn: Die ´gottfeindlichen` Mächte und Gewalten hat er entwaffnet und ´ihre Ohnmacht` vor aller Welt zur Schau
gestellt; durch Christus hat er einen triumphalen Sieg über sie errungen. (Kol 2,15)
Leider aber wissen sie das noch nicht. Sie wissen nicht, dass das Gute stärker ist als das Böse, dass Liebe Bitternis, Hass und Gleichgültigkeit zu überwinden vermag.
Paulus, Mensch und Diener Jesu Christi
Saulus war auf dem Weg nach Damaskus, um in seinem grenzenlosem Hass auch dort alle, die an Jesus als ihren Erlöser glaubten, gefangen zu nehmen
und hinrichten zu lassen. Er hielt zu den Mächtigen und wollte die vernichten, die seine Überzeugungen gefährdeten. Doch dann kam alles anders:
Kurz vor Damaskus umgab Saulus plötzlich ein blendendes Licht vom Himmel. Er stürzte zu Boden und hörte eine Stimme: "Saul, Saul, warum verfolgst du
mich?" "Wer bist du, Herr?", fragte Saulus. "Ich bin Jesus, den du verfolgst!", antwortete die Stimme. "Steh auf und geh in die Stadt. Dort wird man dir
sagen, was du tun sollst." (Apg 9, 3-6)
In Damaskus erschien Jesus seinem dortigen Jünger Hananias und schickte ihn zu dem gefürchteten Christenverfolger Saulus: Der Herr sprach zu
Hananias: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel.
Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen. (Apg 9,15-16)
So wurde aus dem verblendeten Christusgegner Saulus der glühende Jesusverehrer Paulus, ein Kämpfer für den Herrn, ein durchgeistigter und
reflektierender Denker, ein Lehrer und Vorbild im Glauben für alle, die Jesus kennenlernen und ihm nachfolgen wollen. Er beschreibt seine Bedrängnisse
und Nöte um Christi willen in den folgenden Bibelversen selbst:
Ich habe Christus weit mehr gedient und viel mehr auf mich genommen als sie (die Irrlehrer).
Ich bin öfter im Gefängnis gewesen und häufiger ausgepeitscht worden. Unzählige Male hatte ich den Tod vor Augen. Fünfmal habe ich von den Juden die
neununddreißig Schläge erhalten. Dreimal wurde ich von den Römern ausgepeitscht, und einmal hat man mich gesteinigt. Dreimal habe ich Schiffbruch
erlitten; einmal trieb ich sogar einen Tag und eine ganze Nacht hilflos auf dem Meer.
Auf meinen vielen Reisen bin ich immer wieder in Gefahr geraten durch reißende Flüsse und durch Räuber. Gefahr drohte mir von meinem eigenen Volk
ebenso wie von den Nichtjuden. In den Städten wurde ich verfolgt, in der Wüste und auf dem Meer bangte ich um mein Leben. Und wie oft wollten mich
falsche Brüder verraten! Mein Leben bestand aus Mühe und Plage, aus durchwachten Nächten, aus Hunger und Durst. Ich habe oft gefastet und war
schutzlos der Kälte ausgesetzt.
Aber das ist noch längst nicht alles. Tag für Tag lässt mich die Sorge um alle Gemeinden nicht los. Wenn einer schwach ist, dann trage ich ihn mit; wird
jemand zum Bösen verführt, versuche ich ihm unter Einsatz aller meiner Kraft zu helfen. (2.Kor 11,24-29)
Mehr noch: Wir rühmen uns sogar der Leiden, die wir für Christus auf uns nehmen müssen. Denn wir wissen: Durch Leiden lernen wir Geduld, durch
Geduld kommt es zur Bewährung, durch Bewährung festigt sich die Hoffnung.
Unsere Hoffnung aber wird uns nicht enttäuschen. Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss. Seine Liebe ist ja in unsere Herzen ausgegossen
durch den Heiligen Geist, den er uns geschenkt hat. Diese Liebe zeigt sich darin, dass Christus sein Leben für uns hingegeben hat. Zur rechten Zeit, als wir
noch in der Gewalt der Sünde waren, ist er für uns gottlose Menschen gestorben. (Röm 5,3-6)
Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen.
Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.
Ich leide mit Christus und in seinem Dienst in reichem Maß. Aber ebenso reich sind der Trost und die Ermutigung, die mir durch ihn geschenkt werden.
(2.Kor 1,4-5)
Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss, wiegen nicht schwer und gehen vorüber. Sie werden mir eine Herrlichkeit bringen, die alle Vorstellungen übersteigt
und kein Ende hat. (2.Kor 4,17)
Wie wir mit Christus leiden, sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen. (Röm 8,17)
Wenn wir mit ihm geduldig leiden, werden wir auch mit ihm herrschen. (2.Tim 2,12)
Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten
schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Aber er hat zu mir gesagt: "Meine
Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir." Darum will ich mich am allerliebsten
rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. (2.Kor 12,7-9)
In allem empfehlen wir uns als Gottes Mitarbeiter: Wir bleiben standhaft in Bedrängnissen, in Not und Angst, auch wenn man uns schlägt und einsperrt,
wenn wir aufgehetzten Menschen ausgeliefert sind, bis zur Erschöpfung arbeiten, uns kaum Schlaf gönnen und auf Nahrung verzichten. Wir lassen uns
nichts zuschulden kommen und erkennen Gottes Willen; wir sind geduldig und freundlich, Gottes Heiliger Geist wirkt durch uns, und wir lieben jeden
Menschen aufrichtig. Wir verkünden Gottes Wahrheit und leben aus seiner Kraft. Zum Angriff wie zur Verteidigung gebrauchen wir die Waffen Gottes:
das richtige Verhalten vor Gott und den Menschen. (2.Kor 6,4-7)
Paulus erlitt um Christi willen Gefängnis, Leid, Schläge, Verachtung, Armut, Verfolgung, Verspottung, Geißelung, Todesgefahr und Trübsal. Nicht weil er
Strafe verdient hätte, sondern weil er Jesus liebte und trotz Verbot der Herrschenden unbeirrt das Evangelium der Liebe und Barmherzigkeit Jesu Christi
verkündete.
Christen, Menschen und Jünger Jesu
Christen sind ganz normale, fehlbare Menschen, die erkannt haben, dass ihr Leben ohne Gott erbärmlich ist. Sie haben sich für Jesus als ihren Herrn und
Fürsprecher entschieden, weil ihre Eltern oder Freunde es ihnen nahelegten oder weil sie in ihrem alten Leben nicht mehr klar kamen und nicht weiter vor
sich hin wursteln wollten. Sie haben ihre Hilfsbedürftigkeit und Ohnmacht erkannt und von Jesus Hilfe zur Veränderung in ein neues Leben angenommen.
Sie sind auf dem Weg der Veränderung zum Guten, auf einem Weg mit Gott.
Christen erscheinen ungläubigen Menschen oft seltsam andersartig und doch irgendwie anziehend. Sie fühlen sich ihm Herzen zu ihnen hingezogen, doch
deren Denken erscheint ihnen als naive Torheit. Trotzdem sehen manche von ihnen mit Achtung zu ihnen auf.
Und doch sind Christen immer noch Menschen und Sünder wie alle anderen auch. Sie sind nicht besser und nicht schlechter. Sie gehen nur einen anderen
Lebensweg und haben andere Ziele, Überzeugungen und Werte. Sie sind keine fehlerfreien Heiligen, sondern von Gott geheiligte und angenommene, zu
ihm gezogene, weil sie sich für den Lebensweg der Liebe mit ihm entschieden haben. Sie sind Liebe übende, Lernende und Lehrlinge Jesu.
Sie lernen das liebevolle Wesen Gottes an Jesus und in seinem biblischen Wort kennen, bemerken seine gütige Zuwendung, seine hilfreiche Unterstützung
und weise Führung und sie bauen immer stärker auf die Weisheit seiner Ansichten, Gebote und ausgewogenen Ordnung.
Gott ist der Schöpfer des Universums. Er weiß, was die Welt bewegt, wie seine Schöpfung tickt, was sie braucht und zusammenhält und auch, was ihr
schadet. Er ist der Bewahrer des Lebens, unser aller himmlischer Vater, der uns seinen Sohn Jesus geschickt hat als ein Abbild seiner selbst, damit wir durch
dessen Lehren und Handeln ein sichtbares und begreifbares Vorbild haben.
Und Gott geht noch weiter: Er verbindet uns immer stärker mit seinem Geist, damit wir dem Zeitgeist und dem Ungeist nicht mehr hilflos ausgeliefert sind,
damit wir die Fallen und Sticke Satans frühzeitig erkennen und die Strapazen, Herausforderungen und Bedrängnisse des Lebens meistern.
Christus also hat gelitten, und zwar körperlich. Darum rüstet auch ihr euch mit seiner Gesinnung aus, wenn ihr seinetwegen leiden müsst! Denn wer einmal
wegen Christus körperlich zu leiden hatte, in dem ist die Sünde abgestorben, und er wird sich für den Rest seines Lebens in dieser Welt nicht mehr von
menschlichen Leidenschaften fortreißen lassen, sondern nur noch tun, was Gott will. (1.Petr 4,1-2)
Wenn die Welt euch hasst, dann denkt daran, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Sie würde euch lieben, wenn ihr zu ihr gehören würdet,
denn die Welt liebt Ihresgleichen. Doch ihr gehört nicht zur Welt; ich habe euch aus der Welt heraus erwählt. Das ist der Grund, warum sie euch hasst.
(Joh 15,18-19)
Meine Lieben, wundert euch nicht über die harte Probe, die wie ein Feuersturm über euch gekommen ist. Sie kann euch nicht unerwartet treffen; denn ihr
leidet ja nur etwas von dem mit, was Christus gelitten hat. Freut euch vielmehr darüber, denn wenn er in seiner Herrlichkeit erscheint, werdet ihr erst recht
von Freude und Jubel erfüllt sein. (1. Petr 4,12-13)
Darum sollen alle, die nach dem Willen Gottes zu leiden haben, sich ganz ihrem Schöpfer anvertrauen und nicht davon ablassen, das Rechte zu tun.
(1.Petr 4,19)
Jesus nachzufolgen, Unverständige trotz Misstrauen und Ablehnung zu lieben, dabei vielleicht verkannt, missachtet und ausgenutzt zu werden oder
geliebte Mitmenschen leiden zu sehen, ist kein Zuckerschlecken. Das sind Bedrängnisse, Leiden und Herausforderungen um Christi willen.
Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt – wenn Gott es so will – für kurze Zeit leiden müsst und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet
. Das geschieht nur, damit euer Glaube sich bewähren kann, als festes Vertrauen auf das, was Gott euch geschenkt und noch versprochen hat. Wie das
vergängliche Gold im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird, so wird euer Glaube, der viel kostbarer ist als Gold, im Feuer des Leidens geprüft. Wenn er sich
als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit offenbart. (1.Petr 1, 6-7)
Es ist eine Gnade Gottes, wenn jemand ohne Schuld nur deshalb Kränkungen erfährt und leiden muss, weil er im Gewissen an Gott gebunden ist.
(1.Petr 2,19)
Ihr müsst jetzt für eine kurze Zeit leiden. Aber Gott hat euch in seiner großen Gnade dazu berufen, in Gemeinschaft mit Jesus Christus für immer in seiner
Herrlichkeit zu leben. Er wird euch Kraft geben, sodass euer Glaube stark und fest bleibt und ihr nicht zu Fall kommt. (1.Petr 5,10)
Ist es da nicht leichter, kein Christ zu sein?
Kann Gott seinen Dienern nicht Not, Kränkungen und Zurückweisungen ersparen?
Sind Ehre und Herrlichkeit eine hinreichend ausgleichende Belohnung?
Gott hat euch die Gnade erwiesen, dass ihr etwas für Christus tun dürft - nicht nur ihm vertrauen, sondern auch für ihn leiden. (Phil 1,29)
Aus Liebe zu leiden, für Jesus zu leiden, mit anderen Menschen Mitgefühl zu haben, sich für sie einzusetzen und Bedürftige zu unterstützen, das sind
Möglichkeiten, die eigene Liebe auszudrücken. Könnten wir das nicht, würden wir seelisch verkümmern. Wir hätten kein Ziel und keine Aufgabe, die über
uns hinausgeht und , unser Leben hätte keinen Sinn.
Trotz allem ist es leichter, Christ zu sein, als ungläubig. Ein Christ weiß, wo er hingehört und kommt mit sich ins Reine. Er hat Lebensmut und Hoffnung,
er glaubt an Besserung und ist lernbereit. Er vertraut auf die angemessene und rechtzeitige Unterstützung Gottes und nimmt sie gerne an. Er lässt sich
dankbar mit Liebe beschenken und ist jederzeit bereit, sie auf seine Art weiterzugeben. Er weiß, dass er im weltlichen Leben auf Gottes neue Welt
vorbereitet wird, auf sein Reich, in dem dann nur noch Liebe, Einheit und Frieden herrschen. Er erfährt Reinigung und Veredlung und Vervollkommnung
sowie Vereinfachung seines Lebens und Denkens. Er erhält Gemeinschaft, Zuwendung, Halt, Kraft, Führung, Schutz und Bewahrung sowie tiefe Einsicht in
die Zusammenhänge von Gottes Ordnung und Schöpfung. Er wird in der gefallenen Welt geführt und bewahrt und vom weltlichen Geist befreit.
Sein Leben wird erfüllt, sinnvoll und zielgerichtet auf Jesus hin und darauf, mit ihm die Zukunft und Ewigkeit in Glück und Freude und Leichtigkeit und
Herrlichkeit zu verbringen. Sein vergangenes Leiden und seine ertragenen Nöte werden vergessen und über alle Maße ausgeglichen sein.
Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener
zukünftigen Stadt, ´zu der wir unterwegs sind`. (Hebr. 13,14)
Würde Gott seinen Kindern die Schwierigkeiten und Bedrängnisse ersparen, könnten sie sich nicht weiterentwickeln. Stillstand und Degeneration wären
wahrscheinlich die Folge. Das große Plus der Menschen, ihre größte Gabe, ist ihre Anpassungsfähigkeit und Wandelbarkeit. Deshalb ist es eine große Gnade
und Auszeichnung, von Gott verwandelt zu werden, sich für Jesus einsetzen zu dürfen, dabei aus Liebe für ihn leiden zu können und in allem nicht alleine zu
sein.
Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen,
die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben.
(Eph 6,10-12)
Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen das sie beherrschende und in ihnen versteckte Böse, gegen die Dämonen, die uns benutzen wollen.
Wir kämpfen liebevoll gegen Unwissenheit und Gottlosigkeit. Wir kämpfen mit Verständnis und Überzeugung, denn wir kennen die dunkle Seite und haben
sie überwunden. Wir kämpfen beharrlich mit
Wenn Gott für uns ist, wer kann dann noch gegen uns sein? (Röm 8,31)
Der natürliche Mensch ohne Gott
Menschen, die Gott noch nicht kennen, glauben an sich selbst und ihre eigene Kraft. Sie spielen sich gerne wie ein Gott auf und sie sind davon überzeugt,
dass ihre Erfolge alleine auf ihr eigenes Wissen und Können zurückzuführen ist. Sie werden geleitet von ihren Gefühlen, ihrem Wollen und ihrer Lust. Sie
entscheiden aus beschränktem Wissen und eingeschränkter Sicht nach dem Prinzip 'Versuch und Irrtum' und denken doch, sie seien klug und weise.
Vieles misslingt ihnen und das wenige was gelingt, bestätigt und bestärkt sie in ihrer Überheblichkeit.
Wer allein vom Zufall bestimmt wird, flattert wie ein Fähnlein, das vom Wind abhängig ist. Bei Windstille ist dann Resignation angesagt resignieren oder aber
sie blasen sich auf und machen selbst solange viel Wind um etwas, bis ihnen die Puste ausgeht oder bis sie endlich mit Gewalt erreicht haben, was sie wollen.
Der natürliche Mensch richtet sich nach den Maßstäben der Welt. Er ist auf Wohlstand und Besitz aus, auf Macht, Einfluss, Geltung, Durchsetzung, Vorteil,
Spaß oder Sicherheit. Oft ist er selbstbezogen, lieblos, freudlos, ungeduldig, herzlos, unfreundlich, ungerecht, unbeherrscht, intolerant und respektlos, ein
Kämpfer gegen sich selbst und andere. Er hört und sieht nicht, weil er verhärtet und verblendet ist. Er betäubt seinen Geist immer wieder mit Drogen, die
beispielsweise Aktionismus, Gleichgültigkeit, Spaß oder Faulheit heißen. Doch die können seine Gottlosigkeit, seine innere Leere und Langweile nicht
beseitigen.
Das Erstaunliche daran ist, dass diese Menschen zwar manchmal merken, dass sie irgendwie gefangen sind, dass sie dabei aber nicht wirklich unglücklich
sind.
Sie nehmen sich keine Zeit zur Besinnung, sie machen sich keine Gedanken über Veränderung, sie Strampeln in ihrem Hamsterrad bis zum Umfallen und
kommen dennoch nicht voran. Ihre eingesetzten Energien verpuffen. Sie fangen immer wieder von vorne an. Sie ertragen das scheinbar Gegebene, weil sie
anderes nicht kennen. Es ergeht ihnen wie Sisyphos in der griechischen Sage, der zur Strafe und Last seinen Felsblock ewig auf einen Berg hinauf wälzen
muss, weil der, fast am Gipfel angekommen, jedes Mal wieder ins Tal rollt. Sein Tun ist sinnlos und ohne Perspektive.
Wie ein vernichtendes Feuer wird sein Urteil alle treffen, die von Gott nichts wissen wollen und die rettende Botschaft von Jesus, unserem Herrn, ablehnen.
Sie werden dem ewigen Verderben ausgeliefert sein; für immer von unserem Herrn getrennt, ausgeschlossen aus seinem herrlichen Reich. (2.Thess 1,8-9)
Wer so in der Tretmühle seines Lebens gefangen ist, fühlt sich zu kurz gekommen und ungeliebt. Er ist enttäuscht, unzufrieden, wird leicht verbittert und
launisch, aggressiv und selbstsüchtig. Er 'rächt' sich an denen, denen es scheinbar besser geht und reitet sich damit immer tiefer in sein Unglück.
Er kommt aus seinem Teufelskreis aus Wollen, Ablehnung, Unzufriedenheit und Isolation nicht mehr heraus.
Solche Menschen bereiten anderen gerne deshalb Leiden, damit die es auch nicht mehr gut haben und/oder damit sie selbst jemand sind, den man
beachten muss. Letztlich aber bekämpfen und zerstören sie sich gegenseitig. Die Bibel schreibt dazu:
Denn es entspricht der Gerechtigkeit Gottes, dass er die, die euch Leiden bereiten, selbst leiden lässt. (2.Thess 1,6)
Woher kommen denn die Kämpfe und Streitigkeiten zwischen euch? Doch nur aus den Leidenschaften, die ständig in eurem Innern toben! (Jak 4,1)
Wir wollen nicht vergessen, dass wir selbst früher unverständig und ungehorsam waren. Wir waren vom rechten Weg abgeirrt und wurden von allen
möglichen Wünschen und Leidenschaften beherrscht. Wir lebten in Bosheit und Neid, waren hassenswert und hassten uns gegenseitig. (Tit 3,3)
Muss das so bleiben? - Nein!
Der natürliche, weltbezogene und in sich gefangene Mensch kann aus seinem Gefängnis der Abhängigkeiten befreit werden. Er kann lernen, dass es höhere
Werte und Ziele gibt, dass er nicht für alles verantwortlich ist, dass Mächte und Gewalten gegen ihn, um ihn und um seine Mitmenschen kämpfen und dass
es einen Erretter aus dem Elend der Gottlosigkeit gibt, der ihn in ein neues, geistliches Leben führen möchte, in dem er gereinigt, geläutert und reichlich
entschädigt wird, dass Jesus Christus auf ihn wartet.
Es ist die Aufgabe von Christen, ihnen von Jesus zu erzählen, damit sie deine Liebe, Güte und Barmherzigkeit suchen und seine Zuwendung, Hilfe und Vergebung am eigenen Leib erfahren.
Menschen, die dann immer noch Gott ablehnen, kreuzigen Jesus, indem sie seine Nachfolger bespucken, quälen, verfolgen, bekämpfen, benachteiligen,
belügen und berauben. Und wenn sie mit Lug und Trug und Tücke und List und Bosheit die Guten zum Bösen verführt bzw. von Gott abgebracht haben,
empfinden sie Triumph, Häme und Genugtuung sowie eine kurzfristige Entlastung für ihr anklagendes und gepeinigtes Gewissen.
Der Sinn von Bedrängnis und Leid
Die Welt wird also von Satan und seinen Dämonen regiert und die meisten Menschen sind ihnen hörig. Sie werden von ihnen beherrscht, manipuliert und
missbraucht und gehen schließlich irgendwann daran zugrunde.
Sein Ziel ist, Gott und das Gute zu bekämpfen und alles zu zerstören, was er macht und was ihm gehört. Deshalb bedrängt er die besonders stark, die sich
für Gott entschieden haben und die Jesus bereits nachfolgen. Er will sie davon abbringen und zu sich zurückholen.
Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben. Dazu gehört, dass er sie auch ihre eigenwilligen Wege gehen lässt. Gott lässt Satans Intrigen und
Abwerbungsversuche zu, damit er selbst uns durch Bedrängnisse und Nöte tragen kann, damit wir das bemerken und damit sich unser Glaube an ihn darin
bewährt. Aus Dankbarkeit für sein gnädiges Erbarmen stellen wir uns ihm dann gerne, freiwillig, dauerhaft, also mit Leib und Seele zur Verfügung. Das
verherrlicht ihn und festigt uns. Wir siegen durch Niederlagen.
Diese göttliche, uns fremde Logik zeigt sich zum Beispiel bei allen Christenverfolgung. Erstaunlicherweise werden Menschen dadurch nicht von Gott
ferngehalten, sondern umso stärker zu ihm hingezogen.
Das kommt daher, dass sich Unbeteiligte mit den Verfolgten solidarisch erklären. Das Schlechte wird so zum Steigbügelhalter für Gott. Das Schlechte
ermöglicht die Wende zu Gott hin.
Das Geheimnis von Märtyrern ist, von Menschen die für ihre selbstlosen Überzeugungen getötet wurden, dass deren Kraft und Standhaftigkeit andere
beeindruckt und dass die an ihnen verübte Gewalt und Ungerechtigkeit sie tief berührt und gegen die Mächtigen aufbringt. Sie ahnen, dass die Mächtigen
mit Verfolgung, Unterdrückung und Gewalt etwas verstecken, unterdrücken und verhindern wollen, was auch ihnen schadet und dass Gewalt, Machtgier
und Verfolgung auch vor ihnen nicht Halt machen werden.
Wie kann man sich gegen den Terror des Bösen wehren? Mit Solidarität, gewaltfreier Auflehnung und anhaltend ziviler Gehorsamsverweigerung, mit
Wahrheit und Wahrhaftigkeit, durch Entzug der Unterwerfung, um die übergriffige und willkürliche Macht auszutrocknen und ein endlich einen
Systemwechsel zum Guten herbeizuführen.
Bedrängnisse sind also not-wendig, weil wir darin Nöten und Leiden und deren Ursachen leichter auf den Grund gehen, weil wir Besserung und Veränderung
wollen. Durch Bedrängnisse werden wir vorbereitet, Zweifelhaftes aufzugeben, Belastendes zu überdenken und Bindendes loszulassen und unsere Werte,
Ziele und Gottesbeziehung zu überprüfen. Dann suchen wir Antworten auf elementare Fragen wie:
Gibt es Gott überhaupt? Was weiß ich von ihm? Lasse ich mich von ihm leiten?
Was will und kann er für mich tun? Was ist ihm wichtig? Kann man ihm vertrauen?
Hilft er auch mir? Was glaube ich?
Glaube ich, dass er viel gescheiter und weiser ist als ich und dass er deshalb viel besser weiß, was das Beste für mich ist? Kann ich seinen Willen für mein
Leben annehmen oder soll er es vielleicht nach meinen Vorstellungen und nach meinem Willen formen? Erkenne ich meine eigene Beschränktheit,
Hilflosigkeit und Ohnmacht und auch, dass ich auf seine Liebe, Führung, Bewahrung und Gnade angewiesen bin, dass auf Glück kein Verlass ist, auf ihn aber
schon?
Gerade in den Tiefen unseres Lebens suchen, ergründen und lernen wir dazu. Jesus ist das Lichtlein in der Dunkelheit, das erkennen lässt. In den Höhen
glänzen wir dann mit dem Neugefundenen und Neugelernten, mit dem uns von Gott in geistiger Verbindung Gegebenen.
Wir leiden auch um Christi willen, wenn wir erkennen, wie sich andere noch auf ihrem Lebensweg quälen, wie sie noch an zweifelhaften Ziele festhalten,
weil sie noch leichtsinnig, kurzsichtig und unverantwortlich sind, weil noch Unfriede in ihnen ist, weil sie Gott und Jesus und ihre Liebe noch nicht kennen.
Wir leiden um Christi willen auch als seine von Nächstenliebe erfüllten Nachfolger und weil wir für die Unerlösten hoffen und beten, damit sie zu Gott finden,
in seine Familie aufgenommen werden und darin Schutz, Geborgenheit, Zuwendung, Ausgeglichenheit, inneren Frieden und ewiges Leben finden.
Doch wegen dieses Leidens aus Liebe haben wir auch Grund zu Freude und Jubel!
Ihr habt also allen Grund, euch zu freuen und zu jubeln, auch wenn ihr jetzt ´nach Gottes Plan` für eine kurze Zeit Prüfungen verschiedenster Art
durchmachen müsst und manches Schwere erleidet. Denn diese Prüfungen geben euch Gelegenheit, euch in eurem Glauben zu bewähren. Genauso, wie
das vergängliche Gold im Feuer des Schmelzofens gereinigt wird, muss auch euer Glaube, der ja unvergleichlich viel wertvoller ist, auf seine Echtheit geprüft
werden. Und wenn dann Jesus Christus ´in seiner Herrlichkeit` erscheint, wird ´eure Standhaftigkeit` euch Lob, Ruhm und Ehre einbringen. (1. Petr 1,6-7)
Wundert euch nicht über die heftigen Anfeindungen, die ihr jetzt erfahrt. Sie sollen euren Glauben prüfen und festigen und sind nichts Außergewöhnliches.
Freut euch vielmehr darüber, dass ihr mit Christus leidet; dann werdet ihr auch jubeln und euch mit ihm freuen, wenn er in all seiner Herrlichkeit erscheint.
Ihr dürft euch glücklich nennen, wenn man euch angreift und verhöhnt, nur weil ihr Christen seid. Daran zeigt sich nämlich, dass der Geist Gottes, der Geist
seiner Herrlichkeit, bei euch ist. (1. Petr 4, 12-14)
Fürchtet euch nicht!
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Denn ich bin gewiss,
dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Röm 8,35,38-39)
Freut euch und jubelt!
Freut euch, von Gott erwählt zu sein als seine Kinder, als seine Söhne und Töchter, als seine Beauftragten. Freut euch über alle Bedrängnisse, mit denen
Gott euch wachsen und reifen lässt. Freut euch über seinen Beistand und eure Bewährung und Bewahrung darin. Freut euch über seine Liebe und
Führung. Freut euch über jede positive Veränderung in eurem Denken, Fühlen, Verhalten, Reden und Tun, denn das ist eine Bestätigung seiner Liebe zu
euch und eurer Liebe zu ihm.
Dem, der siegreich aus dem Kampf hervorgeht, werde ich das Recht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich den Sieg errungen habe
und jetzt mit meinem Vater auf seinem Thron sitze. (Offb 3,21)

