Eschborn, den 28.04 2019
Aufbruch in ein neues Sein (Ps 66,3-5)
In die Langeweile des banalen Alltags
und die eingenisteten Gewohnheiten
möge, wie Sturm und Regen, hereinbrechen
aufrüttelndes, bestürmendes, aufregendes,
anregendes und begeisterndes Leben,
das den schleichenden Tod verbannt,
das die Schwermut vertreibt, die innere Leere,
und dem mühevollen Sein ein Lächeln abringt,
ein trotziges Aufmerken, einen Hoffnungsfunken.
Ich bin! Trotzdem! Es ist noch nicht vorbei.
Ich bin vielleicht träge, bequem oder lustlos,
vielleicht verletzt, enttäuscht oder verbittert
aber, noch nicht ganz tot. Noch lebe ich!
Ich bäume mich auf. Woher kommt die Kraft dazu?
Woher die jähe Erkenntnis meiner Armseligkeit?
Tief in mir höre ich immer wieder die gleichen Worte:
‚Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe!‘
Ist das Hohn? Ist das Spott? Ist das gemeine Ironie?
Nein, es ist Liebe, barmherzige Liebe, ermutigende Liebe,
freundliche, aufrüttelnde, wohlwollende und heilende Liebe.
Es ist die Liebe, die wiederbelebt, die hält, trägt und hofft.
Es ist die Liebe, die zu dem befähigt, was noch verborgen ist
und zu dem, was tiefe, dankbare Ergriffenheit vermag,
die neue Hoffnung und begeistertes Gottvertrauen weckt,
die Lähme wieder gehen und Blinde wieder sehen lässt,
die sogar Tote auferweckt. Herr, dein Wille geschehe!
Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist
in seinem Tun an den Menschenkindern. (Ps 66,3-5; L)

