hin und her gerissen werden (Jes 56,2)
Glück und Frieden werden alle erleben, die meine Gebote befolgen. (Jes 56,2)
Hallo Du,
ich höre immer wieder:
„Das Leben ist erbarmungslos hart,
denn es reißt mich ständig hin und her,
das ist furchtbar, es zerreißt mich nahezu.
Warum nur? Weshalb ich?“
Das Leben ist, wie es ist,
aber Du bist nicht so, wie Du sein solltest.
Du bist nicht im Gleichgewicht mit dem Leben.
Du lässt Dich hin und her zerren.
Du steht nicht mit beiden Beinen fest auf dem Boden.
Du hast Dich in wesentlichen Lebensfragen nicht klar entschieden.
Du wirst gelebt und andere(s) bestimmen über Dich.
Du hast Dich von Fremdem gefangen nehmen lassen,
es aus Bequemlichkeit oder der Vorteile wegen akzeptiert
und Dich damit davon abhängig gemacht,
indem Du es in Deinen Gedanken, Worten und Taten zulässt
und Dich immer wieder damit beschäftigst.
Sage doch einfach „Ja“ oder „Nein“;
entscheide Dich doch einfach für eine Seite
und das Hin- und Hergeziehe verschwindet.
„Für welche Seite?“
Oh, Du willst keinen Fehler machen.
Du weißt nicht, was richtig und falsch ist.
Du hast keinen Maßstab und keine Orientierung.
Du scheust die möglichen Konsequenzen?
Du wirst Deinen Weg nie herausfinden,
wenn Du im „Jein“ bleibst;
wenn Du Dich nicht entscheidest und weiterhin auf der Stelle trittst;
wenn Du dadurch meist nur kurz auf einem wackeligen Bein stehst
und nicht einfach mutig losgehst, um Richtiges herauszufinden.
Du wirst schnell merken, ob der eingeschlagene Weg richtig war.
Du kannst auch wieder ein Stück zurückgehen und dann den anderen Weg nehmen.
Das macht jeder. Das nennt man Erfahrung sammeln und lernen.
Das ist Furcht, Angst und Stolz überwinden.
Das ist Erkenntnis.
Das ist Persönlichkeitsentwicklung und Charakterformung.
Das ist der Sinn des Lebens!
Daraus entsteht zuverlässige, langfristige Zielorientierung!
Nicht die Orientierung an eigenen wendigen Gefühlen und Wünschen
ist zuverlässig und tragend,
sondern nur eine sturmfeste Leuchtturmorientierung
am Guten, Wahren und Wirklichen,
am liebevollen und verständnisvollen Umgang mit sich und anderen,
an Jesus Christus und seinen Worten und Werten,
die für uns Licht und Leuchtturm sind,
der für uns Licht, Leuchtturm und Maßstab ist.
Solange Du Dir (d)eine eigene (heile) Welt aufbaust,
wird die wirkliche Welt sie immer wieder einreißen,
wird die Wahrheit sie immer wieder niederreißen und Dich ent-täuschen.
Solange Du mit Deinem Willen Dich und die Welt im Griff haben willst,
sie fixieren und sie Dir gefügig machen willst, um Sicherheit zu haben,
solange wird die Welt Dir zeigen,
dass sie nicht in Deinem Griff sein möchte,
dass sie Deinen Zugriff nicht akzeptiert,
dass sie stärker ist als Du, sich weiterbewegen muss, fließen muss.
Sie wird Dich so lange hin und her werfen,
bis Du Deine bestimmendes Wollen aufgibst;
bis Du Dich so annimmst, wie Du bist;
bis Du mitfließt;
bis Du im Strom des Lebens mitschwimmst
und entschieden, mit Hilfe Deine Begabungen und Fähigkeiten,
Deinen Kopf über Wasser hältst;
bis Du Dich freiwillig vom Licht des Leuchtturms führen lässt;
bis Du es Dich als zuverlässigen Wegweiser vertrauensvoll leiten lässt;
bis Du in festem Vertrauen und in sicherer Gewissheit glaubst,
dass es Dich an Land führen wird,
dass es Dir Orientierung geben wird,
dass es Dir wieder festen Boden unter die Füße bringen wird.
Indem Du darauf vertraust,
dass der Leuchtturm auf festem Boden steht
und Du aktiv auf ihn zu schwimmst, langsam und beständig,
wirst Du ihn erreichen, denn er zieht Dich kraftvoll an.
Dort kannst Du in Ruhe Deine Erlebnisse ordnen und neu bewerten;
dort wirst Du durch Deine Erfahrungen wachsen
und über Dein altes, ängstliches oder selbstsüchtiges Ich hinauswachsen;
dort wirst Du selbst zum Licht und Leuchtturm für andere!

