Eine wiedergefundene Perle
Innere Bilder werden Wirklichkeit (Teil II) - Jesus lebt in uns (Joh 17,22-23)
Hallo Du,
wir Menschen speichern in unserem Gedächtnis alle Ereignisse und Bilder, die von den
Sinnen wahrgenommenen werden. Sowohl Bilder vom Wirklichen, vom Erlebten, vom
Gesehenen, Gehörten, Gerochenen, Geschmeckten, Gefühlten, Gedachtem, Geträumtem
und den jeweiligen Empfindungen, als auch Bilder von nicht selbst Wahrgenommenem, von
den Sinneseindrücken und Erlebnissen anderer, die uns erzählt werden, von denen wir im
Radio hören oder im Fernsehen sehen oder in Büchern lesen. Aber erstaunlicherweise auch
von Nichtwirklichem, von Erdachtem, Erfundenem, Künstlichem und Erlogenem. Unser Gehirn
kann das nicht unterscheiden. Alle gespeicherten Informationen, positive wie negative,
werden uns zu Denk- und Handlungsgrundlagen, zu Leitbildern und Sichtweisen!
Aus diesen Informationen entsteht eine ganz eigene, innere Bilderwelt, die sich aus den
unterschiedlichsten Eindrücken zusammensetzt und mit der man dann die äußere Welt
subjektiv gefiltert wahrnimmt. Daraus ergeben sich oft Diskrepanzen und Spannungen.
Und aus denen, eventuelle Anpassungsnotwendigkeiten. Aber auch da sind wir sehr
unterschiedlich. Manche verharren lieber im Bisherigen, im bisher Bewährten, im ‚Weiter
wie gehabt‘, andere aber sind aufgeschlossen, lern- und veränderungsbereit. Viele pendeln
zwischen diesen Polen.
Nun noch eine Ergänzung zu unseren Träumen: Das Unterbewusstsein projiziert real
erscheinende Bilder und Bildfolgen ins Traumbewusstsein, besonders intensive dann auch
ins Wachbewusstsein. Denen wir geben oft eine große Bedeutung. Wir sehen sie als
Hinweise oder Omen, als neue Erkenntnis zur Gestaltung des weiteren Lebens und
Verhaltens.
Und jetzt kommt das Besondere dieser Bildsammelveranlagung: Die innere Bildwelt
ist bewusst und gezielt durch die eigene, phantasievolle Vorstellungskraft erweiterbar!
Diese ‚sich‘ gedachten Bilder vollbringen in uns wahre Wunder. Sie können Heilung,
Leistungssteigerung und Neuausrichtung bewirken. Sie verändern uns ganzheitlich,
körperlich, seelisch und geistig! Sie erweitern unser Potenzial und unsere Möglichkeiten!
Durch die Vorstellung etwas zu essen, wird der Hunger reduziert.
Durch die Vorstellung von Muskeltraining wird der Muskel verstärkt.
Durch die Vorstellung von verbessernden Arbeitsabläufen wird die Effektivität erhöht.
Durch die Vorstellung von idealen Bewegungsabläufen wird die Koordination verbessert.
Durch die Vorstellung von inneren Heilungsabläufen werden die Heilung gefördert und
beschleunigt oder sogar tödlichen Krankheiten besiegt.
Die Auswirkungen dieser Imagination, dieser inneren, bildhaften Vorstellung, dieses
erweiternde anschauliche Denken, dieser Einbildungskraft, basieren nicht auf Verstand und
Logik (die können das nicht erklären), sondern auf Hoffnungen und einem Glauben, der
Gedachtes 'für möglich hält'. Dazu helfen Denkleitsätze und Denkbilder wie:
- Ich bin sensibel für mein Körpergeschehen.
- Ich bin offen für Fremdes, Neues und Unverständliches und lasse mich ganz darauf ein.
- Ich habe die Intuition, eine Eingebung , eine hoffende Ahnung, dass Veränderung,
- Besserung, Heilung, möglich sind.
- Etwas in mir sagt mir, dass das Erhoffte und Ersehnte wahr wird.
- Ich baue dabei auf den allmächtigen Gott und seine vielfältigen Möglichkeiten, auf
seine Liebe und sein Erbarmen für mich und darauf, dass er mir nur das gibt, was ich
wirklich brauche und was mir und anderen nicht schadet.
Die Kraft der Imagination zeigt sich besonders in Verbindung von intensiven Gefühls-
erlebnissen und gleichzeitiger Entspannung durch Loslassen. Beispielsweise hatte ich
früher dauerhaft stark schmerzende Unterleibsbeschwerden. In einem Heilungsgottes-
dienst, (ich bin davon überzeugt, dass Gott hilft und heilt), beim inbrünstigen,
hingegebenen Singen, geschah es ganz plötzlich. Ich spürte eine Kraft, die mich im
Unterleib mild durchdrang. Danach waren die Schmerzen schlagartig verschwunden.
Mein Arzt kontrollierte danach die Veränderung mit Ultraschall und stellte fest, dass die
Entzündung gänzlich verschwunden und eine merkwürdige Einkapselung geschehen
war. Er konnte sich diese Veränderung und Heilung nicht erklären.
Ein weiteres Beispiel:
Im Hausgesprächskreis hatte ich bemerkt, dass
Menschen beim Erinnern und Erzählen von schmerzlichen Erlebnissen stimmlich, seelisch
und körperlich in das alte Leid und ihr damaliges Empfinden zurückfallen. Um sie zu
beruhigen gab ich ihnen dann oft meine Hand und holte sie so zurück aus dem Rückfall in
ihre Vergangenheit, aus ihrem Schmerz und Leid und ihrem Gefühl, hilflos und verloren zu
sein. Und durch die berührende Ablenkung und die gegebene Zuwendung wurden sie
wieder ruhig.
Ein Weg, um ohne fremde Hilfe den eingeprägten negativen Bildern zu entkommen, ist die
positive Visualisierung, das ist die ablenkende und überdeckende, bildliche Erinnerung an
schöne Lebenssituationen und Ereignisse. Auch darauf reagieren Körper und Seele sofort
und werden wieder ruhig.
Es ist gut zu wissen, dass wir irrealer oder real empfundener Angst und Pein nicht
ausgeliefert sind. Auch nicht den verdrängt und verborgen Belastungen, die noch im
Unterbewusstsein schlummern. Sie können durch Erinnern an freudige Ereignisse und an
innere Bilder von Leichtigkeit und Gelassenheit ersetzt werden.
Glaubt jemand, er/sie sei schwach, dann möge er/sie sich an die vielen Momente erinnern,
in denen er/sie stark war. Glauben manche, unbegabt zu sein, dann mögen sie daran
denken, was sie gerne machen, was ihnen leichtfällt und was sie glücklich macht und es
gedanklich ausmalen und tun.
Niemand ist unbegabt! Jeder hat ganz eigene Fähigkeiten und Begabungen, nur, manchmal
sind sie noch nicht entdeckt oder entwickelt. Oder, sie wurden bisher nicht gewürdigt.
Ich bin davon überzeugt: Gott gibt jedem Menschen besondere, auch unterschiedliche
Gaben.
Wenn ich mich schwach, kränklich ungeliebt oder verzweifelt fühle, dann gehe ich
gedanklich zu Gott, lasse mich von ihm umarmen und empfinde dabei zurückkehrende
Ruhe, zusätzlich Geborgenheit, Schutz und Sicherheit wie auch Trost und Ermutigung.
Auch bekomme ich neue Kraft für die Rückkehr in die als schwer empfundene Realität.
Oder ich erinnere mich an die vielen Situationen, in denen Gott oder seine Engel mir ganz
nahe waren, mich vor Schlimmem bewahrten und mir weitergeholfen haben.
Ich habe entdeckt, dass es im Leben eine Kontinuität gibt, eine Stetigkeit in der Fortdauer
des Seins, eine oft verborgene Leitlinie, der wir langfristig folgen, die aber kurzfristig immer
wieder durch Umwege oder Abwege überdeckt wird. Wenn ich mich und meine innere Linie
verloren zu haben glaube, dann gehe ich in mich, um wieder darauf zurückzufinden.
Ich bin und werde, was mir vorbestimmt ist. Ich bin und werde aus dem, was ich aufnehme
und annehme. Ich bin und werde, was ich zulasse, was ich neu denke und mir neu vorstelle.
Meine Vorstellung beeinflusst mich. Sie lenkt mein Denken und Fühlen, mein Sein und
Werden, mein Leben und meine Zukunft.
Meine beschädigte, schwächende und schädigende Denk-Software kann überschrieben
werden. Gott kann das alte Programm löschen und ein neues installieren. Ich kann es
beschleunigen, indem ich ihm vertraue. Sein Rufen annehme und ihn machen lasse.
Das hört sich nach einem Trick an, mit dem ich mich selbst überliste. Und bei ‚Trick‘
mutmaßen wir schnell eine bewusste Täuschung. Und wir sagen: ‚Das geht doch gar nicht!‘
‚Das kann nicht sein!‘ ‚Das kann nicht funktionieren!‘ ‚Das kann nicht dauerhaft verändern!‘
Und unser Verstand bestätigt: Wunder sind nicht möglich! Aber:
Unser Verstand ist begrenzt. Er hat keine Ahnung, was alles möglich ist. Die Welt, die Natur,
das Leben, Gott, das alles ist viel mehr, als wir mit dem Verstand fassen können, was wir
verstehen können.
Beispielsweise haben wir keinen Wahrnehmungssinn für physikalische Kraftfelder. Sie
umgeben uns und sind Realität, doch wir bemerken sie nicht. Wir halten nicht für möglich
und wahr, was wir nicht bemerken, erkennen, wahr-nehmen können oder wollen.
Ein anderes Beispiel: Worte bestehen aus einzelnen Buchstaben in festgelegter
Reihenfolge. Der einzelne Buchstabe hat keine Bedeutung. Die Bedeutung entsteht erst
durch die Verbindung von Buchstaben. Nehmen wir das Wort ‚Apfel‘. Wir hören oder lesen
es und wissen, was gemeint ist. Doch der Begriff ‚Apfel‘ beinhaltet viel mehr: Ist er reif oder
unreif, süß oder sauer, frisch, saftig und schmackhaft oder alt und fad. Wir ergänzen das
aus der Erinnerung und legen eine eigene, erweiternde Deutung hinein. Wir machen den
Begriff für uns bedeutsam. Wir erweitern das ‚Wort-Bild‘ für uns.
Das Gleiche können wir auch mit anderen Worten tun. Wir können sie in Gedanken mit
vertrautem hinterlegen, sie uns ausmalen und sie dadurch stärker auf uns wirken lassen.
Dadurch wird Abstraktes konkret, Unverständliches verständlicher.
Ich habe viele biblische Begriffe mit dieser Erweiterung verbildlicht und verinnerlicht.
Zum Beispiel die Worte: Glaube, Liebe und Hoffnung, oder die Worte: Gnade, Güte,
Barmherzigkeit, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Treue, Rücksichtnahme und
Selbstbeherrschung, die als Früchte bezeichnet werden, die der Geist Gottes hervorbringt.
Dadurch kann ich sie besser verstehen und würdigen.
Ein weiteres Beispiel: Der Arzt verschreibt uns ein Medikament und sagt dazu, dass es
wirklich sehr gut sei. Und weil wir ihn schätzen, ihm vertrauen und glauben, halten wir das
für wahr. Wir wollen ja schließlich gesundwerden. Wir nehmen an, dass es wirklich hilft.
Und das Medikament hilft tatsächlich, selbst wenn es nur ein Placebo aus Traubenzucker
war. Es hilft, weil wir glauben, dass es hilft!
Imagination, verbildlichte Vorstellung, geht noch weiter. Sie ist eine selbstindizierte
Möglichkeit, Heilung zu ermöglichen und zu unterstützen. Sie stellt sich vor, wo und wie ein
Medikament im Körper hilft und malt sich aus, was anschließend wieder möglich ist. Sie
schaut sozusagen zu und bestätigt dessen Wirken. Dadurch verstärken wir die
Heilungsabsicht des Arztes und werden schneller gesund. Auch deswegen, weil wir gesund
werden wollen und darauf vertrauten, dass es tatsächlich geschieht.
Ich möchte den Ärzten nicht zu nahe treten. Viele haben mir schon oft geholfen. Ein
ehrlicher Krankenhausarzt hat mir einmal privat, bei einer Tasse Tee gesagt: ‚Wir Ärzte
können Leiden nur lindern. Heilen kann sie nur Gott!‘ Das hat meinen damaligen
Denkrahmen gesprengt und mir einen völlig neuen Weg gewiesen:
Gott hat eine starke Regenerations- und Heilungskraft in seine Schöpfung und in seine
Geschöpfe gelegt, auch in unseren Körper, in unsere Seele und in unseren Geist. In der
Verbindung mit ihm und im Vertrauen auf ihn werden diese Selbstheilungskräfte aktiviert.
Christen sind sein Tempel, sein Zuhause. Wir tragen seine Liebe im Herzen und sind uns
ihrer gewiss. Sein Geist wirkt in uns. Seine Heilungskraft wirkt in jeder einzelnen Zelle.
Jesus lebt in uns!
Die Bibel schenkt uns viele schöne, heilende und orientierende Identitätsbilder, innere
Bilder, die uns berühren, trösten, besänftigen, ermutigen und leiten, die uns Sinn und
inneren Frieden geben, die Wirklichkeit werden. Sie alle nutzen die heilende Kraft von Liebe
und Gemeinschaft. In Johannes 17,22-23 sagt Jesus: Ich habe ihnen (den Menschen, die du
Vater mir anvertraut hast) die gleiche Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit
sie eins sind, so wie du und ich. Ich lebe in ihnen und du lebst in mir; so sollen auch sie
vollkommen eins sein, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass du sie,
die zu mir gehören, ebenso liebst wie mich. (GNB)
Gott ist reine Liebe und Jesus ist mit ihm eins. Diese Liebe zeigt sich uns im Leben, Wirken
und Sterben Jesu, in der Vergebung und Befreiung aus unguten Bindungen durch ihn.
Jesus hilft, vergibt und heilt, weil wir vertrauen. Sein Heilungswunder geschieht in uns
selbst. Immer wieder betont er: ‚Dein Glaube hat dich gerettet‘. Unser Vertrauen in ihn
ermöglicht/bewirkt das Wunder. Ihm dürfen wir dabei gedanklich zusehen. Wir hoffen und
denken das Positive und ermöglichen, dass es wird. Glaube versetzt Berge!

