Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen (Kol 3,16)
Hallo Du,
wie können Worte in uns wohnen?
Indem ich ihnen zuhöre,
indem ich sie aufsauge,
indem ich mich mit ihnen beschäftige,
indem ich sie zu verstehen suche,
indem ich ihren Sinn erkunde,
indem ich sie ausprobiere,
indem ich mich nach ihnen richte,
indem ich sie mir wiederhole oder auswendig lerne,
indem ich mich von ihnen durchdringen lasse,
indem sie mir so gegenwärtig sind, dass ich davon träume
oder dass sie mir zu passenden Gelegenheiten einfallen,
indem ich mich in ihnen auskenne wie in meiner Wohnung.
indem ich verstehe, was sie mir und anderen sagen wollen.
Das Wort des Christus ist die vorgelebte Liebe Gottes.
In allem weist er auf ihn hin.
In allem möchte er uns mit ihm bekannt machen und verbinden.
In allem möchte er uns aus Unfrieden und Ängsten befreien
und uns in das Vertrauen zu und die Zuversicht in ihn führen.
Er möchte uns zeigen,
wer unser Schöpfer und himmlischer Vater ist,
was es bedeutet, sein gewolltes Geschöpf zu sein,
was er für uns empfindet,
wie sehr er uns liebt und unsere Nähe sucht,
wie sehr er darunter leidet, dass wir ihn nicht mehr kennen
oder uns von ihm abgewendet haben,
wie gerne er uns wieder in seine Familie aufnehmen möchte,
wie sehr er sich freut,
wenn wir zu ihm zurückfinden,
wenn wir unsere Herzenstür für ihn öffnen,
wenn wir im Gebet mit ihm sprechen,
wenn wir ihn etwas für uns tun lassen,
wenn wir seinen Frieden in unseren Herzen regieren lassen,
wenn wir uns ihm überlassen,
wenn wir ihm für seine uns erwiesene Gnade danken
und ihm für seine weise, weitsichtige Führung loben,
wenn wir unsere Erkenntnisse über ihn und sein Wirken weitererzählen,
wenn wir von seiner Güte und Barmherzigkeit singen,
wenn wir nicht mehr anders können, als ihn zu lieben
und ihm in überfließenden Worten und Werken zu danken.
Der, der uns das vermittelt hat, der Christus, ist der Vermittler zwischen Gott und uns.
Er sitzt zur rechten Gottes,
ist seine rechte Hand, und setzt sich für uns bei ihm ein.
Er ist der, der uns kennt, weil er selbst Mensch war.
Er kennt unsere Abgründe, aber auch unsere guten Seiten.
Er kennt unsere Sehnsucht nach Ruhe, Frieden und Harmonie und Geborgenheit,
nach Ausgeglichenheit, Sorglosigkeit, Erfüllung und Wohlbefinden,
nach Führung, Erkenntnis, Ausrichtung und Sinnhaftigkeit,
nach Kraft und Verbindung mit ihm.
Er kennt unseren inneren Kampf mit uns selbst,
den Kampf um Gut und Böse, um Liebe und Ablehnung,
um Hoffnung und Enttäuschung, um Vertrauen und Misstrauen,
um Nähe und Abstand, um Verbundenheit und Unabhängigkeit,
um unseren freien Willen und die Selbstbeherrschung,
um unsere Ichbezogenheit und unserem Wunsch nach einem Wir,
nach der freiwilligen Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Familie, Gemeinschaft.
Er weiß, dass wir Hilfe brauchen und die gibt er uns
durch sein Vorbild und Beispiel,
durch seine Worte und sein Wirken,
durch sein Leiden und seinen Tod für uns,
durch die Kraft des Heiligen Geistes, die in uns bewirkt.
Er zeigt uns,
dass wir mit Gottes Hilfe alles Elend und Leid hinter uns lassen können,
indem wir zu Gott umkehren,
indem wir unser falsches Denken und Handeln bereuen und ändern,
indem wir ihn als neuen Herrn an die Stelle unseres Ichs setzen und ihm folgen,
indem wir befolgen, was er uns sagt und rät.
Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen,
Lasst das Wort Christi seinen ganzen Reichtum bei euch entfalten,
damit ihr die Liebe erkennt die in ihnen liegt,
damit ihr die Einfachheit und Vollkommenheit der Liebe entdeckt,
damit sie euch zum Maßstab wird,
in der Begegnung mit Gott, mit euch selbst und mit euren Nächsten.
Es darf, ja es muss, verschiedene Meinungen geben,
denn sie Beleuchten etwas von verschiedenen Seiten
und sie zeigen, dass kein Mensch Anspruch auf Absolutheit hat.
Sie sind eine Herausforderung für uns, denn sie führen uns zu der Erkenntnis,
dass wir in Offenheit und Liebe auch mit verschiedenen Meinungen leben können,
dass die verschiedenen Meinungen Ausdruck unserer Verschiedenheit,
unserer Unterschiedlichkeit in Person und Charakter sind,
und dass unsere Unterschiedlichkeit gottgewollt ist,
damit wir lernen, uns gegenseitig zu achten und zu ehren,
Gott zu beachten, zu achten und zu ehren.
Kol 3,14 - 17: Das Wichtigste ist die Liebe. Wenn ihr sie habt, wird euch nichts fehlen.
Und der Friede, den Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen.
Gott hat euch dazu berufen, als Gemeinde Jesu in diesem Frieden eins zu sein.
Dankt Gott dafür! Lasst das Wort Christi seinen ganzen Reichtum bei euch entfalten.
Achtet darauf, dass es bei euch richtig verkündigt und verstanden wird. Ermutigt und ermahnt
euch gegenseitig, und dankt Gott von ganzem Herzen mit Psalmen, Lobgesängen und Liedern,
die euch der Heilige Geist schenkt. Ihr habt doch Gottes Gnade erfahren!
Lasst all euer Tun - euer Reden wie euer Handeln - im Namen unseres Herrn Jesus geschehen.
So könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken.

