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Buch: Der Du in mir

 

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Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes

Tempel seid und der Geist

Gottes in euch wohnt?

(1.Kor 3,16)

In einem abenteuerlichen

Traum erkunde ich mein

Inneres auf der Suche nach

Gott und finde ihn tief in mir.


Der DU in mir

Laudatio Verlag,

Frankfurt am Main

ISBN 9783946590798



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Es war einmal...ein Paradies

 

Hallo Du!

Es war einmal ein mächtiges, gütiges Wesen, das wollte etwas sehr Gutes tun und so erschuf es ein Paradies als Lebensraum, in dem alles seinen Platz und seine Ordnung hatte. Jeder Berg und jeder Fluss waren genau da, wo sie sein sollten. Jede Pflanze und jedes Tier hatte darin seine Aufgabe und seinen Sinn und auch der Mensch hatte seinen Platz und seine Aufgabe darin, er durfte Familienmitglied und Gegenüber des allmächtigen Schöpfers sein.

In diesem Paradies gab es Nahrung und Schutz für alle. Keine Feindschaft, kein Gerangel um den Platz an der Sonne. Kein Mensch musste sich um irgendetwas sorgen, denn der Schöpfer hatte bereits für aale und alles gesorgt. Und weil alles seinen angestammten Platz hatte, hatte auch alles seinen Daseinsberechtigung und seinen Daseinssinn. Es gab eine übergreifende, ineinander verflochtene Gemeinschaft. Eines war für das Andere erschaffen worden. Der Mensch durfte der Nutzer des Ganzen sein. Als Gegenüber des Schöpfers hatte allerdings auch er eine Verpflichtung, nämlich: er sollte der großzügigen Liebe seines Schöpfers vertrauen. Aus diesem Vertrauen heraus konnte er dann für sein paradiesisches Zuhause dankbar und Gott gegenüber gehorsam sein.

 

Aber, wenn es dem Menschen gut geht, will er noch mehr haben, immer mehr. Er war plötzlich nicht mehr zufrieden damit, nach dem Bilde Gottes, seines Schöpfers, erschaffen worden zu sein, ausgestattet zu sein mit allen paradiesischen Privilegien. Nein, er wollte Erkenntnis haben wie Gott, so sein wie Gott, selbst Gott sein. Und so wendete er sich innerlich immer weiter von Gott ab und glaubte schließlich einem Tier, einer Schlange,  bzw. einem Menschen, Eva, mehr, als seinem Schöpfervater, dem Schöpfer von allem. Und so wuchs in ihm das unstillbare Verlangen, klug und mächtig zu werden, allmächtig zu sein; alles zu verstehen, alles zu wissen, alles zu lenken, alles selbst zu können und zu tun, unabhängig zu sein.

 

Die Bibel erzählt das so: „Die Schlange war listiger als alle anderen Tiere, die Gott, der Herr, gemacht hatte. ‚Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum die Früchte essen dürft?’, fragte sie die Frau. ‚Natürlich dürfen wir’, antwortete die Frau, ‚nur von dem Baum in der Mitte des Gartens nicht. Gott hat gesagt: 'Esst nicht von seinen Früchten, ja - berührt sie nicht einmal, sonst müsst ihr sterben!'. ‚Unsinn! Ihr werdet nicht sterben’, widersprach die Schlange, ‚aber Gott weiß: wenn ihr davon esst, werden eure Augen geöffnet - ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.’ Die Frau schaute den Baum an. Er sah schön aus! Seine Früchte wirkten verlockend, und klug würde sie davon werden! Sie pflückte eine Frucht, biss hinein und reichte sie ihrem Mann, und auch er aß davon. Plötzlich gingen beiden die Augen auf, und ihnen wurde bewusst, dass sie nackt waren.“ (1.Mose 3,1 – 7)

 

Solange die Menschen Gott vertrauten und seine wunderbaren Geschenke dankbar und zufrieden annahmen, ging es ihnen gut und  sie mussten sich keine Gedanken machen. Doch mit ihrer Gier nach mehr, und ihrem Ehrgeiz Gott gleich zu sein, erwachte seine Unzufriedenheit und sein eigenes, unabhängiges, egoistisches Wollen. Für ein falsches Ideal ließ er Gott im Stich und er  verzichtete auf das Paradies. Er missbrauchten Gottes Vertrauen und hinterging ihn. Er verstieß gegen das in ihn gelegte Gute und beschmutzte sich selbst mit Schuld und Sünde.

Und mit seinem Ungehorsam regte sich sein bisher nicht bekanntes Gewissen. Ein übernatürliches Wissen sagte ihm, wo er Falsches und Böses tat. Schuldbewusst schämten und versteckte sich Adam und Eva. Ihnen gingen die Augen auf und ihnen wurde bewusst, dass sie nackt waren. Nackt, nicht nur unbekleidet, sondern auch hilflos und ohnmächtig, ohne vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Schöpfer und Vater, ohne Schutz und ohne Achtung vor sich selbst. In ihrem Ungehorsam waren sie vertrauensbrüchig geworden. Sie hatten das Vertrauen ihres Vaters missbraucht und die innige Beziehung zu ihm zerbrochen. Statt dankbar zu sein und zu bleiben, waren sie nicht mehr zufrieden mit dem, was sie hatten und sie wollten mehr, als sie brauchten.

 

Was hatte die teuflische Schlange ihnen sybillinisch versprochen? „Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.“ Genau das geschah, aber anders als sie es erhofft hatten. Plötzlich waren sie mit sich alleine; mit einem schlechtem Gewissen und ohne Orientierung Sie waren sich ihrer Nacktheit bewusst, ihrer Hilflosigkeit, ihrer Ohnmacht, ihrer Undankbarkeit, ihrer Sündhaftigkeit und ihrer Unvollständigkeit.

 

Die Suche nach göttlicher Erkenntnis endete in der teuflischer Selbsterkenntnis, sich seiner selbst und seines Tuns bewusst geworden zu sein und darunter leiden zu müssen. Ihrer Unschuld erglitten waren sie jetzt selbst verantwortlich für ihr Denken und Handeln und sie mussten nun auch die schwerwiegenden Konsequenzen tragen.

 

Es wundert niemanden, dass Gott das nicht einfach so hinnehmen konnte. Es ging ja schließlich darum, dass Teile der Schöpfung sich anmaßten, mehr zu sein als der Schöpfer. Es ging schließlich darum, dass ein ahnungsloses Wesen nach eigenem Gutdünken und aus eigener Selbstherrlichkeit kurzsichtig, verantwortungslos und egoistisch die paradiesische Ordnung missachtete und sie sich seiner begrenzten Wahrnehmung und eingebildeten Weisheit Gott nicht unterstellen wollte.

 

„Da wandte Gott sich zur Frau: ‚Du wirst viel Mühe haben in der Schwangerschaft. Unter Schmerzen wirst du deine Kinder zur Welt bringen. Du wirst dich nach deinem Mann sehnen, aber er wird dein Herr sein!’ Zu Adam sagte er: ‚Deiner Frau zuliebe hast du mein Verbot missachtet. Deshalb soll der Ackerboden verflucht sein! Dein ganzes Leben lang wirst du dich abmühen, um dich von seinem Ertrag zu ernähren. Du bist auf ihn angewiesen, um etwas zu essen zu haben, aber er wird immer wieder mit Dornen und Disteln übersät sein. Du wirst dir dein Brot mit Schweiß verdienen müssen, bis du stirbst. Dann wirst du zum Erdboden zurückkehren, von dem ich dich genommen habe. Denn du bist Staub von der Erde, und zu Staub musst du wieder werden!’" (1.Mose 3,16 – 20)

 

Gott erhält das Paradies, indem er den ungehorsamen Menschen (vorübergehend) daraus entfernt. Gott macht dem Menschen bewusst, was er ohne ihn wirklich ist: „Denn du bist (nichts als) Staub von der Erde, und zu Staub musst du wieder werden!“ Nur in Verbindung mit Gott und in seinem Geist waren wir mehr als Materie und Fleisch. Nur in seiner Obhut und Gnade waren wir erhoben.

 

Nun aber lässt Gott den Menschen seinen eigenen Weg gehen und darunter leiden. Er tut dies nicht, um ihn zu bestrafen, nein, so verrückt uns das auch erscheinen mag, er tut auch das nur aus Liebe. Er tut es in der Hoffnung, dass der Mensch mit dem neugewonnen Bewusstsein seines Selbsts und seinem erwachten Gewissen, das jetzt zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, erkennt, was er falsch macht und dass ihm hoffentlich unter seiner Last und aus seinem Leid heraus deutlich wird,  dass Gottes Führung weitaus weiser ist, als seine unabhängige Selbständigkeit; dass der Mensch sich im erfahrenen Schmerz, in seiner bis dahin unbekannten Gebrochenheit, in schmerzlich gebrochenem Stolz und Willen, zurückseht nach dem, was er leichtsinnig aufgegeben hat, nämlich nach liebevollem Angenommen sein, vertrauensvoller Zuwendung, sicherer Obhut, weiser und vorausschauender Führung, Lebenssinn und gütiger Fügung. Er wünscht sich, dass der Mensch sich durch eigene Erlebnisse für Gott und seine liebevolle Botschaft der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus öffnet und freiwillig, vom Ego geläutert, zu ihm zurückkehrt, ohne Hochmut, ohne Selbstgerechtigkeit, ohne Ansprüche und ohne Anmaßung, um, erlöst und befreit vom Druck der Isolation, von ihm verwandelt zu werden in den Menschen, den Gott ursprünglich geplant und individuell erschaffen hatte; in das ihm würdige Gegenüber, in seinen Sohn und seine Tochter, in seine Gesandte auf der Erde.

 

Es war einmal ein Gott, der in Jesus Mensch wurde, um den Menschen den Weg zu ihm zurück zu erleichtern. Er hatte alle Schwierigkeiten ertragen, die auch wir im Leben zu tragen haben. Er hatte sich selbst den Schwierigkeiten des Lebens ausgesetzt, um Licht in das irdische Dunkel zu bringen. Doch viele Menschen wollten oder konnten in ihrer Verblendung dieses Licht nicht sehen. Er wurde verspottet, bespuckt, verleumdet, verraten, gefoltert, gequält und grausam hingerichtet, obwohl er nur Gutes getan hatte und nur die Menschen zu Gott zurückbringen wollte.  -  Oder musste ich sagen, weil er nur Gutes getan hatte und als Maßstab die Menschen mit ihren Grenzen und Sünden konfrontierte.

 

Einige aber hatten damals das Licht gesehen und haben es weitergetragen. Seitdem haben sich viele an diesem Licht entzündet und so hat es sich immer mehr vervielfältigt. Seitdem ist Jesus in die Herzen vielen Menschen eingezogen und hat sie zum Liebevollen und Guten verwandelt. Er hat sie zurückgeführt zu Gott, damit sie wieder mit ihm verbunden sind und in seinem Geist handeln. Er hat sie zurückgeführt zu ihrer ursprünglichen Bestimmung. Auch wenn Jesus bei vielen Menschen scheiterte, wie auch wir immer wieder scheitern, so war er langfristig dennoch erfolgreich: Er hat das Böse überwunden und uns zugesagt, dass auch wir das mit seiner Hilfe schaffen. Er ist dem mühseligen Leben gestorben und auferstanden in ein neues, ewiges Leben an der Seite Gottes. Er ist uns vorangegangen und ruft uns zu: ‚Fürchte dich nicht! Folge mir nach!’ - Nichts an uns und um uns muss so bleiben wie es ist. Alles kann sich ändern, wenn wir es wollen, um Gottes Hilfe bitten und sie auch zulassen. Gott hilft immer, allerdings nach seiner Weisheit.

 

Jesus sagte: „Es war einmal ein Bauer, der säte Getreide aus. Dabei fielen ein paar Saatkörner auf den Weg. Sie wurden zertreten und von den Vögeln aufgepickt. Andere Körner fielen auf felsigen Boden. Sie gingen auf, aber weil es nicht feucht genug war, vertrockneten sie. Einige Körner fielen zwischen die Disteln, in denen die junge Saat bald erstickte. Die übrige Saat aber fiel auf fruchtbaren Boden. Das Getreide wuchs heran und brachte das Hundertfache der Aussaat als Ertrag. Hört genau auf das, was ich euch sage!" Später fragten ihn seine Jünger, was er mit diesem Gleichnis sagen wollte. Jesus antwortete ihnen: "Euch lässt Gott die Geheimnisse seiner neuen Welt verstehen. Zu allen anderen aber rede ich in Gleichnissen. Denn sie sollen sehen, aber nicht erkennen, sie sollen hören, aber nicht verstehen. Euch aber will ich das Gleichnis erklären: Die Saat ist Gottes Botschaft. Der Mensch, bei dem die Saat auf den Weg fällt, hat die Botschaft zwar gehört. Aber dann kommt der Teufel und nimmt ihm die Botschaft aus dem Herzen, damit dieser Mensch nicht glaubt und gerettet wird. Wie felsiger Boden ist ein Mensch, der die Botschaft hört und mit großer Begeisterung annimmt. Aber sein Glaube hat keine starke Wurzel. Eine Zeit lang vertraut dieser Mensch Gott, doch wenn er wegen seines Glaubens in Schwierigkeiten gerät, wendet er sich wieder von Gott ab. Der von Disteln überwucherte Boden entspricht einem Menschen, der die Botschaft zwar hört, bei dem aber alles beim Alten bleibt. Denn die Sorgen des Alltags, die Verführung durch den Wohlstand und die Jagd nach den Freuden dieses Lebens ersticken Gottes Botschaft, so dass keine Frucht reifen kann. Aber es gibt auch fruchtbaren Boden: den Menschen, der Gottes Botschaft bereitwillig und aufrichtig annimmt. Er bewahrt sie im Herzen und lässt sich durch nichts beirren, bis sein Glaube schließlich reiche Frucht bringt." (Lk 8,5-15)

 

Wer möchte nicht ein fruchtbarer Boden für Gottes Saat sein und reiche Frucht bringen, am Leben Freude haben und seine Lebenslust denen zeigen, die leiden, damit sie zur gleichen Freude kommen?

Wer möchte nicht lieber mit Gott verbunden sein, als in seiner Lebensleidensecke zu darben und zu verkommen?

Wer möchte nicht aus einem kleinen Samenkorn zu einer großen stattlichen und gesunden Pflanze werden, die ihren Lebenssinn und -auftrag kennt und erfüllt; die nur gute Früchte trägt, an denen andere ihre Freude haben und die andere gerne zu der Quelle ihres Seins, ihrer Kraft und ihres Lebensglückes führt.