Deinem Mann wirst du befehlen wollen (1. Mo 3,16; )
Hallo Du,
vor einiger Zeit suchte ich in der Computerbibel im Internet nach Details im Zusammenhang mit der Vertreibung aus dem Paradies. Dabei fand ich in der Neuen Evangelischen Übersetzung folgende mutige Textpräzisierung:
Zur Frau sprach er [Jahwe],"Ich mache dir viele Beschwerden und lasse deine Schwangerschaften zahlreich sein.
Mit Schmerzen wirst du Kinder gebären. Deinem Mann wirst du befehlen wollen, doch er wird über dich herrschen."
(1. Mo 3,16; NEÜ)
In der Anmerkung dazu stand: Der hebräische Begriff (für befehlen) meint die Anstrengung, jemand zu beherrschen; sich jemandes bemächtigen.
Und in mir machte es "Upps!" Sollte ich wirklich darüber nachdenken? Sollte ich wirklich dazu etwas schreiben? Das ist ein riesiges Fettnäpfchen. Besser nicht!
Doch heute, drei Wochen später, kommt mit aktuellen Erlebnissen das Thema zurück und Gott lässt mich erkennen, dass es lieblos wäre, meine Erkenntnis nicht an die Frau und den Mann zu bringen. Und so füge ich mich und beiße in den sauren Apfel, auch wenn dies mich zum Macho abstempeln könnte. Meine Hoffnung jedoch ist, dass biblische Weisheit zu Klarheit und uns bewusster zu Liebe und gegenseitigem Verständnis führen.
Liebe (emanzipierte) Frauen,
wie berührt euch Evas Neugier und Verhalten bei der Verführung durch die Schlange?
Welche verbotenen Früchte wollt ihr versuchen und wen zieht ihr da mit hinein?
Geht ihr daüber hinweg, weil es nicht zeitgemäß ist oder seid ihr für einen Impuls bereit?
Da entscheidet Gott: Es ist nicht gut, dass der Mensch (Adam) allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um
ihn sei. (1. Mo 2,18)
Und damit ist nicht nur Adam nicht mehr alleine, sondern auch Eva hat Gemeinschaft.
Doch sie sind nicht alleine im Paradies. Darin lebt auch der liebende und erziehende himmlische Vater, der die Schwächen seiner Kinder kennt und sie ihnen bewusst machen möchte, damit sie dagegen gefeit werden. Also weist er sie ausdrückliche auf ein Verbot hin, nämlich nicht die Früchte eines bestimmten Baumes zu essen, weil die nicht gut für den Menschen sind. Weshalb steht dieser Baum dann im Paradies? Vielleicht sind es die Früchte, die Gott als Nahrung braucht. Es könnten ja auch Früchte für noch andere Bewohner sein. Wir essen ja auch kein Hundefutter.
Aber die Neugier der Frau obsiegt:
Da heißt es in 1. Mo 3,6:
Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend,
weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er
aß.
Verbotene Früchte verlocken, weil sie verboten sind. Sie erscheinen uns als etwas besonders, begehrenswerten, weil wir sie kennenlernen wollen, weil wir uns ein eigenes Bild machen wollen, weil sie uns vielleicht klüger und unser Leben vielleicht lebenswerter machen.
Und nachdem sie gegessen hatte, gab sie Adam auch davon. Wollte sie auch ihn klüger machen oder wollte sie in ihrer Sünde nicht alleine sein? Ist geteilte Schuld eine halbe Schuld?
Nein, ich mache euch deswegen keinen Vorwurf. Adam hätte die angebotene Frucht nicht nehmen müssen. Er hätte Nein sagen können. Er hätte euer Angebot zurückweisen können.
Aber mal ehrlich: Wie geht ihr mit Zurückweisung um? Wie fühlt ihr euch, wenn euer Mann oder eure Kinder oder Freundinnen und Freunde eure Zuwendung oder Kochkunst oder andere 'wohlmeinende' Angebote ablehnen? Empfindet ihr das vielleicht als Beleidigung, Zurückweisung oder gar Ausgrenzung? Würdet ihr das einfach so hinnehmen oder würdet ihr vielleicht versuchen, sie irgendwie zu überreden, ihnen das doch noch schmackhaft zu machen? Vielleicht mit Ausdauer und Nachdruck oder mit Raffinesse? Ihr kennt euch gut genug, um eure Verhaltensform aufzudecken.
Und dann macht Gott Adam einen Vorwurf:
"Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, obwohl ich dir das ausdrücklich verboten habe…."
Das heißt doch, dass der Mann nicht in allem auf seine Frau hören soll, dass er seinen eigenen Weg gehen muss, dass jeder für sein Denken, Reden, Verhalten und Tun selbst verantwortlich ist und dafür auch die Konsequenzen zu tragen hat.
Nun, liebe Frauen, ich bin ein alter Adam geworden und weiß, wie unbequeme und hartnäckig ihr sein könnt, wenn ihr etwas unbedingt von euren Männern wollt. Eure Erziehungsversuche am Mann sind Legende. Wie erfolgreich seid ihr dabei?
Manche von euch halten ihren Mann für stur oder für unsozial oder für einfältig, weil er anders ist oder weil er nicht auf jeden eurer Wünsche eingeht und sie ermöglicht. Manche Frauen kommentieren das dann auch noch mit: "Habe ich nicht für dich …!" oder mit: "Liebst du mich überhaupt?"
Ob ihrs glaubt oder nicht: Er verhält sich so, weil er euch liebt, weil er weiß, dass auch ihr Grenzen braucht und auch weil er sich treu bleiben muss. Wie könnte er euch treu sein, wenn er sich selbst nicht treu ist? Welchen Wert hätte er noch für euch, wenn er keine eigene Meinung hätte, wenn er zu eurem Lakaien oder Schoßhündchen würde?
Weshalb sollte er Verantwortung übernehmen, wenn er ständig entmündigt wird? Wenn er unterlaufen, manipuliert oder beherrscht wird? Wie kann er euch noch ernst nehmen, wenn eure Meinung wichtig wäre, wenn sie gut für die Familie oder auch für ihn wäre?
Jeder lieblose Beherrschungsversuch streut Sand ins Getriebe des Vertrauens und der Harmonie, verringert die Kreditwürdigkeit, die Achtung und den Respekt.
Manche Frauen macht das wütend und sie verschärfen ihre Anstrengungen, um ihr Ziel doch noch zu erreichen. Welches Ziel? Ist es das wert?
Immer wieder sehe ich im täglichen Leben, wie Frauen sich über ihre Männer erheben, ihnen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben, wie sie sich zu verhalten haben. Sie behandeln sie wie Kinder und geben selbst dabei ein schlechtes Beispiel. Manche Frauen sehen das als ihre Form von Liebe, aber die Bibel nennt das Hochmut, man kann es auch Überheblichkeit nennen oder mangelndes Vertrauen oder geringes Zutrauen oder auch lähmende Kontrolle. In jedem Fall ist es geringschätzend, entwertend und schädlich. Was erreicht ihr damit? Unruhe, Unfrieden, Verunsicherung und Ablehnung im Gegenüber.
Hier einige Beispiele?
1. Da begegnet mir eine fremde, alte und lebenserfahrene Frau, die von sich sagt, sie nehme es ernst, dem Manne untertan zu sein. Weil ich das nicht kenne werde neugierig und möchte wissen, wie das geht. Sie sagt mir, dass sie schon wolle, dass über Dinge gemeinsam beraten wird, aber bei Uneinigkeit sollte der Mann das letzte Wort (und die Verantwortung dafür) haben. Und dann gesteht sie mir, dass es in ihrer Ehe trotzdem viele Spannungen gab.
Nach dem Gespräch hört sie davon, dass ich Gedichte schreibe und sie bittet mich, ihr einige zuzuschicken, was ich dann auch tat.
Nach einiger Zeit erhalte ich dann einen sehr unfreundlichen Brief, indem sie mich als Dilettanten bezeichnet und mir vorwirft, meine Gedichte hätten nicht das rechte Versmaß und sie wolle nichts mehr mit mir zu tun haben.
Sie könnte ja Recht haben. Also lasse ich sie in Ruhe. Nun, ein Jahr später, erhalte ich wieder Post mit herzlichen Grüßen von ihr. Dem Brief beigelegt sind einige Gedichte von Adolf Heller, damit sie mir weiterhelfen, ihre Vorstellungen von einem Gedicht zu erfüllen.
Und in einem dieser Gedichte finde ich die wunderschönen Zeilen:
Wer liebt, der ist bereits im Himmel,
Sein Sinnen ist allein beim Herrn,
Und Last und Lärm im Weltgewimmel
Sind seiner Seele fremd und fern.
Recht hat er, der Dichter! Gott geht mit jedem Menschen seinen eigenen Weg.
2. Ich koche gerne, schon sehr lange und manche sagen auch gut. Auch koche ich gerne gemeinsam mit anderen. So kochte ich einst mit einer Frau. Schon bei den Vorbereitungen erstaunte sie mich damit, dass sie mir immer wieder sagte, was ich wie und wann zu tun hätte. Sie versuchte mir zu befehlen und mich zu beherrschen. Sie wollte sich meiner bemächtigen, mich klein machen und Macht über mich ausüben. Sie gab unvernünftige und auch nachweislich falsche Anweisungen, um mich zu verunsichern oder um sich aufzuspielen. Ihr könnt euch vorstellen, dass dieses Essen in jeder Hinsicht misslungen ist.
3. Eine Bekannte möchte ihre Kinder und ihren Mann vor Bösem bewahren. Das macht sie mit Kontrolle, Verbot, subjektiver Bewertung und auch mit Vorwürfen und Unterstellungen. Sie lässt der Selbsterfahrung anderer kaum Raum. Sie verunsichert, entmündigt und schwächt die anderen und treibt sie ungewollt in Ungehorsam und Widerstand, auch ihren Mann.
Hier wird es wahr: Deinem Mann wirst du befehlen wollen, doch er wird über dich herrschen.
Er lässt sich das nicht gefallen und geht eigene Wege. Er herrscht über die Frau, weil er unnahbar wird und auch durch seine Andersartigkeit, Sachlichkeit und Nüchternheit und sein männliches Bewusstsein.
Nun erhebt sich die Frage, weshalb Gott die Frau so gemacht hat wie sie ist. Er, der Allwissende, hätte doch wissen müssen, was sie zu tun bereit ist.
Gott macht keine Fehler. Und nachdem er Mann und Frau machte wie auch Pflanzen und Tiere, sah Gott an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.
Das führt mich zu der Vermutung, dass sich mit der Vertreibung aus dem Paradies positive Eigenschaft sich ins Negative verkehrten. Welche könnten das sein? Vielleicht waren ist Wissbegier und Lernwille, Treue und Anhänglichkeit oder Verträumtheit und Hoffnung, die sich in hilflose Enttäuschung, Verbitterung, Angriff und Vorwurf verkehrten. Schließlich wurde die Prinzessin entthront, ihrer Wunschträume beraubt und in die harte Lebenswirklichkeit gestellt. Sie muss plötzlich erwachsen sein. Das ist hart!
Liebe Frauen, jetzt ist es hilfreich, einmal von sich selbst weg und auf den Mann zu sehen. Auch er ist vertrieben worden. Auch er darf nicht mehr Kind sein. Was hat Gott ihm prophezeit? Was hat er ihm auferlegt?
Gott sagt in 1.Mo 3,17- 19 zu Adam: "Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, obwohl ich
dir das ausdrücklich verboten habe, vernimm das Folgende: 'Wegen dir sei der Acker verflucht! Um dich von ihm zu
ernähren, musst du dich lebenslang mühen.
Dornen und Disteln werden dort wachsen, doch du bist angewiesen auf die Frucht.
Mit Schweiß wirst du dein Brot verdienen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist."
Wurde er wegen seiner Frau vertrieben, die ihn zu etwas verführte?
Nein, er wurde vertrieben, weil er auf sie hörte, obwohl er Gottes Verbot kannte.
Beide wurden wegen ihres Ungehorsams gegenüber Gott vertrieben. Beide hatten sich über Gottes Gebot hinweggesetzt und wollten mehr, als für sie gut war. Das Paradies war ihnen nicht genug. Sie wollten unabhängig und auch noch Gott gleich sein. Sie wollten sich nichts sagen lassen und waren nicht demütig.
Auch das Schicksal des Mannes ist hart und es gefällt ihm bestimmt auch nicht. Aber weil er anders ist als die Frau, geht er mit der Situation auch anders um. Männlich halt.
Liebe Männer,
wir neigen dazu, die Probleme nach unserer Vorstellung anzugehen und sie mit unseren Mitteln zu lösen. Das ist nicht falsch, solange wir alleine sind, es ist aber dumm, wenn wir eine Gehilfin, eine Gefährtin mit einer anderen Sichtweise und zusätzlichem Wissen an unserer Seite haben, zumal sie vom Ergebnis mitbetroffen ist. Vielleicht ist unser Problem ja gar kein Problem. Vielleicht lässt es sich nicht mit der Brechstange lösen, sondern mit Einfühlungsvermögen. Vielleicht hat es eine Dimension, die Frauen leichter erkennen oder durchschauen, weil sie anders sind?
Unser Gott ist ein liebender Gott. Er erzieht aus Liebe, um uns auf den rechten Weg zu bringen. Dazu gehört Konsequenz und manchmal auch Strafe, besonders dann, wenn unser Verhalten und Tun lebensgefährlich werden.
Im Grunde haben Mann und Frau die gleichen Schwierigkeiten, nämlich Ungehorsam gegenüber Gott, selbst entscheiden wollen, mangelnde Ergebenheit, fehlenden Respekt, Auflehnen gegen die Einsicht in Notwendigkeiten und gegen das Hinnehmen von Gegebenheiten.
Die Bibel nennt das fehlende Demut, fehlende Hingabe und fehlendes Vertrauen. Und was wir Gott gegenüber nicht haben, das haben wir auch Menschen gegenüber nicht.
Weil sie unterschiedlich sind, wirkt es sich auch unterschiedlich aus. Im fraulichen oder männlichen Denken oder Handeln, in der Sprache oder im Verhalten, in der Sache oder im Umgang damit.
Fakt ist: Wir sind im Leben aufeinander angewiesen und sollten das Beste daraus machen. Das geschieht durch gegenseitiges Aufeinander zugehen, durch gegenseitige Wertschätzung und Achtung sowie durch gegenseitiges Dienen. Dabei helfen uns Liebe, Rücksichtnahme und Verständnis.
Welche Liebe ist gemeint? Die Elementare, wie sie in 1.Kor 13,4-7 genannt wird.
Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich und gütig. Sie kennt keinen Neid und keine Eifersucht, sie spielt sich nicht auf,
sie ist nicht eingebildet.
Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung und wird nicht
bitter, sie trägt keinem etwas nach, schmiedet keine Rachepläne und rechnet das Böse nicht an.
Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit.
Alles erträgt und vergibt sie und sie gibt nie jemand auf. In jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie
stand.

